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"Der dicke König": Auf 320 Seiten nicht nur dicke Knollennasen...

Kreisch! Ein neuer Band der Ehapa Comic Collection vereint fünf Kult-Alben von Ralf König, garniert mit bisher unveröffentlichtem Material.

Von Carsten Weidemann

"Es gibt wenige Bücher, in denen Ihnen das Wort 'ficken' häufiger begegnen wird als auf den folgenden 320 Seiten", schreibt Denis Scheck im Vorwort - und rühmt an Ralf Königs Werk gleich darauf "am allermeisten ihre Dezenz, ihren Takt, ihre Zurückhaltung": Der Sprachkünstler könne "zwar mitunter derb und manchmal auch drastisch sein, ist aber niemals geschmacklos oder vulgär".

Im neuen Sammelband "Der dicke König", der am 12. Mai bei der Ehapa Comic Collection erscheint, kann sich bald jeder selbst ein Bild machen: Die 320 Seiten starke Anthologie vereint aus der langen Liste von Königs Veröffentlichungen der letzten dreißig Jahre die fünf schwulen Kult-Alben "Suck my Duck", "Trojanische Hengste", "Stutenkerle", "Schillerlöckchen" sowie "Poppers, Rimming, Tittentrimm". Garniert wurde der gebundene Sammelband mit bisher unveröffentlichtem Material.

Ralf Königs Klugheit, Zorn und Witz


Ab 12. Mai im Buchhandel

"Ralf König ist klug", lobt Scheck den 50-jährigen Kölner Künstler im Vorwort: "Die Themen dieser Comics sind alles andere als trivial: das Ringen mit Gott und seinen irdischen Würdenträgern, die Erfahrung des Alters, die Verzweiflung über Aids und Tod, das Angewidertsein gegenüber der Seichtigkeit und Oberflächlichkeit der geschichtsvergessenen Mitwelt". Neben seiner Klugheit seien Ralf Königs Witz und Zorn das Erfolgsrezept seiner Comics - plus der Kampf gegen Klischees von allen Seiten.

"Es wird eine Zeit ohne Schubladen kommen", predigt in dem hellsichtigen Comic "Ketzer" der ans Kreuz geschlagene Schwule. "Zur Hölle mit denen, die sich hinstellen und predigen, Schwulsein sei nur gay, und die ihre Regenbogenfahne hissen und schrill sind und sich ins Fernsehen setzen und im Namen aller Schwulen rumtucken."

Ralf König: Der dicke König, mit einem Vorwort von Denis Scheck, gebundene Ausgabe, 320 Seiten, Ehapa Comic Collection, Köln 2011, 39,99 €



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.05.2011, 11:32h
  • Ralf König ist als Comicautor einfach nicht mehr wegzudenken und ich hoffe, daß er uns noch mit vielen zeichnerischen Werken erfreuen wird!
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#2 MarstophProfil
#3 thomAnonym
  • 01.05.2011, 17:50h
  • Ich war immer ein Fan von König (u.a. auch deshalb, weil er nie viel Wert auf "political correctness" zu legen schien), aber seit seinem peinlichen, konformistischen taz-Interview neulich hat er bei mir viel Respekt verloren:

    www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/ich-steh-auf-ausgewachs
    en


    Ich bin mal so frei und reproduzier hier den Kommentar, den ich dazu auf der taz.de-Seite geschrieben hab (auch, wenn er etwas lang ist):

    Oh, Mann! "Sie haben vor 30 Jahren Sex mit Teenagern positiv dargestellt - was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?".

    Finde dieses Interview sehr, sehr, SEHR enttäuschend. Man muß bei König ja gar nicht bis 1980 zurückgehen und irgendwelche Underground-Jugendsünden hervorkramen, die eh kein Mensch gelesen hat. Was ist mit der Geschichte "175" aus "Beach Boys" von 1989 (Zitat, gerade nachgeschlagen:"Und dann waren wir beide nackt und begingen wunderbare Straftaten im Sinne des § 175")? Was ist mit "Bullenklöten" von 1992 (das vielen als sein bestes Werk gilt), wo sich Konrad von "Konrad und Paul" (den wichtigsten und beliebtesten Figuren Königs) in einen Minderjährigen verliebt?. Dann wäre da noch "Schillerlöckchen" - darin geht es u.a. drum - ich zitiere aus der Beschreibung auf Königs offizieller Webseite - "warum Mogli im Dschungelbuch so gern auf Balus pelzigem Bauch liegt [...] und um die gute, alte griechische Knabenliebe - hätte das Christentum nicht den Spaß gebremst!" Das ist von 2009.

    Und jetzt wird so getan, als gäbe es solche Themen bei ihm nur in irgendwelchen peinlichen, vergessenen Frühstwerken. Ich finde das äußerst unappetitlich, wie König hier dazu getrieben wird (oder, wie man wohl leider eher sagen muß, sich willfährig zeigt) Geschichtsrevisionismus zu betreiben und einen großen Teil seines Werks mehr oder weniger zu verleugnen.

    Also, Leute - "Bullenklöten", "Beach Boys" und "Schillerlöckchen" besser auch nicht mehr zum Signieren vorlegen. Man will den Künstler ja nicht in Verlegenheit bringen.

    Zitat: "Damals gab es noch den Paragrafen 175 - das Schutzalter für schwule Geschlechtsakte lag bei 18, das für lesbische und heterosexuelle bei 14. Heute würden die meisten Leute die Handlung Ihres Comics vermutlich als sexuellen Missbrauch werten."

    Was für ein Schwachsinn. Am Anfang des Interviews ist von einem Teenager die Rede. Wenn der Junge also nicht gerade 13 ist (und wenn das der Fall wäre, hätte die taz das sicher konkret gesagt), ist also genau das Gegenteil der Fall - damals wäre es sexueller Mißbrauch gewesen, eben wegen der gerade erwähnten homophoben Gesetzgebung - heute ist es keiner mehr, eben weil Schwule dafür gekämpft haben, dass diese Diskriminierung abgeschafft wird. Aber die taz interessiert sich anscheined nicht für die reale Rechtslage (die ja, wenn man die hier offenbar geltenden Sexualmoralvorstellungen anlegt, als geradezu widerlich permissiv angesehen werden muss), sondern dafür, was "die meisten Leute" "als sexuellen Mißbrauch werten".
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#4 Einer v. gesternAnonym
  • 02.05.2011, 04:03h
  • Antwort auf #3 von thom
  • Vor dem 25. Geburtstag sollte natürlich niemand Sex haben. Und danach auch nur mit schriftlicher Einwilligung, bei welcher man sich freilich seine geistige Gesundheit von einem Psychiater bescheinigen lasseb muß. Darüber hinaus gilt: Heterosexueller Geschlechtsverkehr ist immer irgendwie Vergewaltigung und kann deshalb auch zu jedem Zeitpunkt als solche angezeigt werden.

    Schweden weist uns den Weg. Amerika weist uns den Weg. Und wenn demnächst wieder die Grünen regieren (deren Motto inzwischen lautet: Ich will werden, was mein Alter ist), wird es auch bei uns endlich wieder richtig sauber, anständig, ordentlich und gesund.

    Es war ja nicht alles schlecht in den Fünfzigern.
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#5 TiloAnonym
  • 02.05.2011, 14:37h
  • Antwort auf #3 von thom
  • "Damals gab es noch den Paragrafen 175 - das Schutzalter für schwule Geschlechtsakte lag bei 18"

    blödes gesetz, dann bin ich froh das ich in der gegenwart lebe und nicht früher.
    ich 17 und mein Freund ist 22.
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