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David Berger ist wegen seiner Sexualität bei Kardinal Meisner und Co. in Ungnade gefallen

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat dem schwulen Theologen David Berger die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen. Er darf damit nicht mehr Religion an staatlichen Schulen unterrichten.

Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, hat der Kölner Erzbischof am Montag Berger gefeuert, weil er "nicht mehr glaubwürdig im Sinne der katholischen Kirche unterrichten" könne. "Das Vertrauensverhältnis des Erzbischofs von Köln in die Glaubwürdigkeit von Herrn Dr. Berger, in Lehre und Lebensführung mit den moralischen und gesetzlichen Normen der Kirche übereinzustimmen, ist zerstört", so Meisner in dem von ihm untezeichneten Dekret. Vom wahren Grund der Entlassung - Bergers abweichende sexuelle Orientierung - erwähnte der Kardinal nichts in dem Schreiben.

Berger, der einst als konservativer Katholik galt, outete sich vor einem Jahr. Daraufhin verlor er seinen Job als Dozent an der Päpstlichen Akademie in Rom (queer.de berichtete). Im seinem vor wenigen Monaten erschienen Buch "Der heilige Schein" beklagte er die zunehmende Homophobie in der katholischen Kirche, obwohl es dort sehr viele versteckt lebende Schwule gebe. Im April brachte er dann katholische Aktivisten gegen sich auf, als er über die mögliche Homosexualität von Papst Benedikt XVI sinnierte (queer.de berichtete).

Der Theologe Berger hat damit seine letzte Funktion innerhalb der Kirche verloren. Bislang hat er im staatlichen Ville-Gymnasium in Erftstadt als Religionslehrer gearbeitet. Sein Schulleiter Hermann Hammes-Therre kritisierte, dass der Lehrer von einem Tag auf den anderen mitten im Schuljahr gefeuert wurde.

Empörung beim LSVD und Volker Beck


Kardinal Meisner in einem aktuellen Porträt (Bild: Wiki Commons / Gemos / Painted by Gerd Mosbach in 2010 / CC-BY-SA-3.0)

Empört reagierte der Lesben- und Schwulenverband auf die Entscheidung von Kardinal Meisner: "Meisner und der Vatikan versuchen mit Sprech- und Berufsverboten ihre Lehrmeinung durchzusetzen. Aber die Wahrheit lässt sich so nicht verbergen", erklärte LSVD-Sprecher Manfred Bruns. "Hier wird ein erfahrener Theologe aus dem Haus geworfen, weil er sich den Anforderungen der Bigotterie verweigert und offen zu seiner Homosexualität bekannt hat." Es sei typisch für die katholische Kirche, sich nicht mit Kritikern außeinanderzusetzen, sondern diese "mundtot" zu machen. Bruns begrüßte den "Mut und die Tapferkeit" Bergers.

Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck bringt den Rausschmiss Bergers mit dem katholischen Missbrauchsskandal der letzten Jahre in Verbindung: "Meisner spricht einem profilierten Theologen die Kompetenz ab, weil er nicht asexuell lebt", erklärte Beck in einer ersten Reaktion. "Wäre die katholische Kirche nur bei Fällen sexuellen Missbrauchs halb so konsequent gewesen", so Beck. Antisemitismus, Homosexuellenfeindlichkeit und antidemokratische Tendenzen machten dem Kardinal offenbar weniger Sorgen als ein Mensch, "der offen zu seinem Leben steht", erklärte Beck. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 LorenProfil
#2 alexander
  • 05.05.2011, 18:00h
  • Antwort auf #1 von Loren
  • da hast du sicherlich recht ! schlimmer finde ich aber noch die anbiederei bei der immer stärker werdenden neofaschistischen regierung ungarns !

    offensichtlich ist auch dieses verhalten schon wieder "hoffähig", es findet nicht allzuviel beachtung in den massenmedien !
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 05.05.2011, 18:04h
  • Da schmeissen also jetzt angeblich zölibatär lebende schwule Männer einen ihrer profiliertesten Theologen hinaus, weil er offen schwul nunmehr lebt und zugibt, mit seinem Mann glücklich zusammenzuleben.

    ---
    Meines Erachtens ist ein grosser Teil ("nicht alle") des katholischen Klerus schwul/bisexuell.

    Und nach meiner Meinung waren die Klöster und das Zölibat der letzten Jahrhunderte auch ein wichtiger ("nicht der einzige") Zufluchtsort homosexueller Menschen. Mit der Veränderung der Gesellschaften in den westlichen Industriestaaten gehen heute homosexuelle Menschen in diesen Ländern einen anderen Lebensweg. Sie verstecken sich nicht länger hinter dem Zölibat oder im Kloster und leben offen und frei ihr Leben.

    Und während 311 katholische Religionspädagogen im Memorandum "Kirche 2011" die Öffnung des Zölibates und die Zulassung von Frauen fordern, werden diese Themen von Meissner, Ratzinger und Co. blockiert und ignoriert. Und so rennt die Katholische Kirche in den westlichen Industriestaaten in eine geistige Sackgasse.

    ---
    Die Zukunft des Katholischen Klerus ist aber weiterhin gesichert, da über 60 Prozent der Menschen in Asien/Afrika in Drittwelstaaten leben und dort ist aufgrund Armut und wenig Bildung das Zölibat im Kloster und das Priesteramt immer noch sehr attraktiv in jenen Ländern und zieht dort in Afrika und in Asien die klügsten und fähigsten Menschen in diesen Drittweltstaaten oftmals an, da dort für diese Menschen eine soziale Absicherung garantiert ist.

    Es ist im Jahre 2011 festzustellen, dass die Lebenssituation homosexueller Menschen sich vorrangig danach bestimmt, ob das Leben in einem Industriestaat in Europa, Australien/Neuseeland und Nord/Südamerika abspielt oder ob man/frau in einem Drittweltstaat in Afrika/Südasien/NaherOsten aufwächst.

    *
    www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/05/03/Vermischt
    es/Ueberbevoelkerung-Auf-der-Erde-wird-s-eng


    Die Kirchen verlagern "sowieso" ihre Schwerpunkte nach Afrika und Asien und das gilt auch für die Katholische Kirchenwelt.
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#4 goddamn. liberalAnonym
  • 05.05.2011, 18:15h
  • Was da abgeht, wäre nur halb so empörend, wenn das ganze Spiel nicht von den Steuern der Allgemeinheit bezahlt würde (Richtig gehört: Nicht von den röm.-kath. Kirchensteuern, sondern aus UNSEREN allgemeinen Steuern werden sowohl der erklärte Demokratiefeind Meisner als auch der früher ziemlich windige und nunmehr ziemlich mutige Herr Berger bezahlt!)
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#5 AntiKatholikAnonym
  • 05.05.2011, 18:42h
  • Berger wurde nicht aufgrund seiner sexuellen Orientierung gefeuert, sondern weil er der Katholischen Kirche einen "Dschihad" vorwirft, womit we meines Erachtens Recht hat.

    In den letzten Jahren ist vermehrt ein Widerauferstehen von Rechtskonservativen, radikalen Strömungen in der Katholischen Kirche zu erkennen.

    Erinnert sei an Williams, die Piusbrüder und Benedikts Bekehrungsversuche gegenüber den juden.

    www.amazon.de/heilige-Schein-schwuler-Theologe-katholischen/
    dp/3550088558
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#6 alexalexProfil
  • 05.05.2011, 18:48hmünster
  • Obwohl David Berger in seinem Buch "Der heilige Schein" zurecht und richtig die katholische Kirche als eine durch und durch erzreaktionäre, menschenverachtende und mafiose Organisation darstellt, völlig korrupt und bigott, mag ich ihn nicht sonderlich bedauern.
    Er selbst hat viele Jahre mitgewirkt an der Bigotterie, der katholischen Arroganz und Rechthaberei und hat selbst viele Menschen ausgegrenzt und diskreditiert.
    Ich finde seinen Wandel vom Saulus zum Paulus (recht eigentlich müßte man die Sache umdrehen: vom Paulus zum Saulus) begrüßenswert - daß er aber immer noch einen wirklich dummen Glauben an den Lieben Gott vertritt, der eben nicht gütig ist, sondern die Projektion der Machtgier der Herrschenden ins Tranzendente, zeigt, daß er nicht wirklich etwas begriffen hat.

    Ein widerliches Beispiel aus der amerikanischen Kirche zeigt, was für eine abgrundtief dumme und hassenswerte Institution das Christentum ist:
    der als liberal geltende amerikanische Theologe William Lane Craig beantwortete in der vergangenen Woche auf seiner Internetseite eine Moral-Frage.
    Der Fragesteller, eingedenk der Tatsache, daß Gott soviel Ungerechtigkeit und Grausamkeit zuläßt, fragte nach dem von Gott den Israeliten befohlenen Völkermord an den Kanaanitern. Gott verlangt im AT von den Israeliten die ungläubigen Männer, Frauen und Kinder auszurotten. (Völker- und Kindermord als Großtat im AT!!!)
    Der Theologe antwortete darauf: Diese Kanaaniter wollten nicht den rechten Glauben annehmen, brachten ihre eigenen Kinder als Menschenopfer für ihre Götzen um, bestraften Inzest nicht mehr mit dem Tode und trieben es mit Tempelhuren. Sie hatten also eine göttlihe Strafe verdient.
    Die Israeliten hätten mit diesem Auftrag eine schwere Aufgabe zu leisten gehabt.
    Die Rückfrage: aber weshalb mußten denn auch die unschuldigen KInder sterben?
    Antwort: Weil Gott es befohlen hatte - und außerdem, die Kinder waren ja, weil unschuldig, sowieso sogleich bei Gott.
    Weitere Rückfrage: Aber Gott hat doch das Töten von Menschen verboten.
    Antwort: Gott hat zwar die Moralgesetze für uns Menschen erlassen, steht aber außerhalb der Moral. Deshalb gelten diese Gesetze auch nicht für ihn. Wenn er auch das Töten von Kindern forderte, so habe er dahinter bestimmt einen göttlichen Plan verfolgt, den wir Menschen nicht durchschauen könnten.
    In ähnlicher Weise äußerten sich ja deutsche Theologen und Bischöfe beider Konfessionen über das Erdbeben in Japan - gewiß, da seien z.B. auch viele Unschuldige und Kinder gestorben - aber, so Kardinal Marx aus München - Gott müsse darin einen Sinn gesehen haben, der uns Menschen unverständlich bleibt. Wenn es keinen Sinn gäbe in all dem Schrecklichen und den Katastrophen, dann könne ja es auch keinen Gott geben.
    SO sind die Gläubigen und ihr Klerus - es geht ihnen weder um die Menschen, noch um die Menschenwürde, nicht mal, ums nackte Überleben - es geht ihnen nur um ihren Kindergartenpopanz, den LIEBEN GOTT!

    Und diesen widerlichen Zirkus hat David Berger 20 Jahre lang mitgemacht - da hält sich mein Mitleid wirklich in Grenzen, wenn eine Krähe der anderen ein Auge aushackt.

    Und wenn jetzt wieder ein gewisser Poster mit seiner evangelischen Kirche und seiner lesbischen Bischöfin hausieren kommt, dann kann ich nur sagen:
    lieber sind mir die Unerbittlichen wie Meisner, die sind ehrlich grausam - die weichgespülten Christen sind nichts weiter als dumm, denn sie kennen ihre Kirchen nicht und nicht die Ansammlung von Grausamkeiten, Impudenz, Rachsucht, Kinderfickerei und Massenmord, die sich die "Bibel" nennt.
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#7 GeorgB
  • 05.05.2011, 18:48h
  • Nanu,
    David Berger dient jahrelang dem katholischen System und stärkt ihm den Rücken. Dann wacht er endlich auf und schreibt nieder, wie verlogen und unmoralisch die katholische Kirche ist. Aber anstatt jetzt mitzuhelfen, dass die katholische Kirche immer weniger Opfer erzeugen kann, infiltriert er als Religionslehrer weiter Kinder mit der katholischen Lehre??? Es gibt doch genug andere christliche Richtungen, die er vertreten kann. Wie kann man nur so inkonsequent sein, die katholische Kirche in ihrer Unmoral und Perversion bloßzustellen, ihr aber weiterhin mit religiöser Kinderbeeinflussung die Stange zu halten statt zu sagen: Tschüss verkommener Verein, mich lass ich nicht mehr von euch für eure Ziele benutzen!
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#8 Kleine BelindaAnonym
  • 05.05.2011, 18:49h
  • So sind die Spielregeln in der katholischen Kirche. Wer beim Vegetarierbund angestellt ist, kann auch nicht in der Öffentlichkeit Werbung für Steaks machen. Berger musste sich darüber im Klaren sein, dass es so kommen würde, als er sich outete und die Kirche offen angriff.
    Dennoch hat er mit seinem Buch viele Menschen aufgerüttelt und viel Doppelmoral in der katholischen Kirche aufgedeckt. Dafür sollte ihm der Lesben- und Schwulenverband eine Ehrenmedaille verleihen!
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#9 RudolfAnonym
  • 05.05.2011, 18:56h

  • David Berger hat anscheinend sein ganzes Leben einer die Würde des Menschen verletzenden Religion gewidmet und sich dafür bezahlen lassen. Jetzt hat ihn sein Sektenführer nicht mehr lieb und darüber sollten wir uns wirklich nicht aufregen.
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#10 stromboliProfil