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Rudolf Brazda als junger Mann und als 97-Jähriger (Bild: Camous Verlag / LSVD)

Der letzte noch lebende Rosa-Winkel-Häftling wird mit dem höchsten französischen Orden ausgezeichnet.

Von Carsten Weidemann

Rudolf Brazda hat von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sakozy die höchste Auszeichnung des Landes, den Orden der Ehrenlegion, verliehen bekommen. Der 97-Jährige ist der letzte heute bekannte Zeitzeuge, der wegen seiner Homosexualität in einem Konzentrationslager inhaftiert war. Im August 1942 verschleppten ihn die Nationalsozialisten nach Buchenwald, wo er bis zur Befreiung durch die Amerikaner im April 1945 gefangen gehalten wurde.

Bei der feierlichen Übergabe des Ordens Anfang Mai wiesen sowohl die Widerstandskämpferin und Präsidentin der Stiftung für die Erinnerung an die Deportation Marie-José Chombart de Lauwe als auch der Politiker und Conseillier Regional de l'Ile de France Jean-Luc Romero darauf hin, wie lange es gedauert hat, bis die homosexuellen Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung anerkannt wurden. Brazda steht nun in einer Reihe mit Persönlichkeiten wie dem Schauspieler Robert Redford, dem Dirigenten Sir Simon Rattle und dem Rennfahrer Michael Schumacher, die den Orden der Ehrenlegion im vergangenen Jahr verliehen bekamen.

Späte Ehrung eines Rosa Winkel-Häftlings

Rudolf Brazda hatte sich im Mai 2008 anlässlich der Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen beim Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. gemeldet. Kurz darauf kam er auf Einladung des LSVD nach Berlin und besichtigte gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit das neue Denkmal. Seit Herbst 2008 ist Rudolf Brazda Ehrenmitglied des Berliner LSVD. Der ehemalige Pressesprecher des LSVD, Alexander Zinn, hat vor kurzem eine umfangreiche Biographie über Brazdas Leben veröffentlicht. Das Buch trägt den Titel von Brazdas Lebensmotto "Das Glück kam immer zu mir".



Rudolf Brazda gestorben

Der vermutlich letzte Überlebende des NS-Terrors gegen Schwule ist am Mittwoch verstorben. Er wurde 98 Jahre alt.
#1 goddamn. liberalAnonym
  • 05.05.2011, 22:11h
  • Ganz herzliche Gratulation!

    Zähigkeit und Widerstand zahlen sich aus!

    Oh, wieviele Klerikalinskis wir das allüberall ärgern, wenn man ihnen das auch noch unter die Nase reiben kann...
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#2 herve64Profil
  • 06.05.2011, 08:47hMünchen
  • Ohne es ihm missgönnen zu wollen, aber Glückwünsche sind bei einer Ordensvergabe grundsätzlich unangebracht. Und die Tatsache, dass es so lange gedauert hat bis er zum Ritter der Légion d' honneur geschlagen wurde, hat so einen wahnsinnig negativen Beigeschmack: warum erst jetzt, warum nicht schon viel früher? Hatte man Angst, dass ein Schwuler nicht gerade in den erlauchten Kreis der sonstigen Ordensträger passt? Will man jetzt mit aller Gewalt demonstrieren, dass man Schwule nun als vollertig ansieht auch wenn im gesellschaftlichen Alltag dies weiß Gott nicht der Fall ist, oder wie darf ich das verstehen?

    Fragen über Fragen.
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#3 EnyyoAnonym
  • 06.05.2011, 09:53h
  • Mich freut es sehr für Rudolf, wenn ich mir auch wie Herve die Frage stelle, warum nicht viel früher?

    Und ist die Vergabe des Ordens ähnlich inflationär wie die des Bundesverdienstkreuzes? Oder warum bekommen Leute wie Robert Redford und Michael Schumacher das Teil?

    Sehr schade auch, dass Rudolf sich wohl aus der Diskussion um den unsäglichen Lesbenkuss am Homo-Holocaustdenkmal heraus gehalten hat - seine Meinung würde mich in diesem Zusammenhang sehr interessieren und hätte Richtungsweisend sein sollen.

    Auf alle Fälle wünsche ich ihm weiter einen schönen Lebensabend!
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 YannnickAnonym
  • 06.05.2011, 17:11h
  • Hat zwar lange gedauert, aber immerhin. Endlich wird das Leid der schwulen NS-Opfer wieder mal gewürdigt. Auch, wenn ich eigentlich kein Fan von Orden bin.
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#6 marley