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In der siebten Folge des Sat.1-Polittalks "Eins gegen Eins" (ja, Sat.1 hat einen Polittalk!) ging es diesmal um die Frage der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht. Umfragen zufolge spricht sich inzwischen eine stabile Mehrheit in Deutschland dafür aus, als einzige Fraktion hält die Union aber noch dagegen - und schickt Stoibers Schatten-Familienministerin von 2002, Katherina Reiche, ins Rennen. Die 37-Jährige hat sich inzwischen einen Job als Staatssekretärin im Umweltministerium ergattert, darf nun aber in alter Frische wieder gegen Homo-Rechte zu Felde ziehen. Ihre Gegnerin in der Sat.1-Show ist die lesbische Schriftstellerin Mirjam Müntefering.

Reiche steigt mathematisch ein: Es gebe viel mehr Heteros, deshalb seien diese Normalos besser für Kinder, die wenigen Homo-Paare würden die Kleinen nur verwirren. Mit der gleichen Logik könnte sie auch interrassischen Paaren die Eltern-Tauglichkeit absprechen, denn Ehen zwischen Schwarzen und Weißen dürften in Deutschland genauso selten sein wie Homo-Ehen.

Die ganze Sendung hindurch variiert Reiche das Argument, dass Schwule und Lesben anders sind als der brave Hetero: Kinder, so Reiche, würden Homo-Paare als "nicht normal" ansehen würden und seien deshalb bei Schwulen und Lesben immer schlechter aufgehoben. Damit führte sie das bekannte Argument ein - hier die normalen Heteros, dort die komischen Homos, die weiß Gott was anstellen. Oder anders: Hier die Guten, dort die Schlechten.

Müntefering wirft ein, dass die Kinder ja von ihren Eltern lernten, was "normal" und "anormal" sei. Reiche weist zwar weit von sich, ihre eigenen drei Zöglinge zum Homo-Hass zu erziehen ("Kinder haben kein Recht, andere zu hänseln"), sagt dann aber deutlich, wer normal ist und wer nicht: "Meine Kinder empfinden es als normal, mit Vater und Mutter zusammenzuleben".

Als Extragäste sind der katholische Theologe Martin Lohmann und TIMM-Gründer Frank Lukas einbestellt worden - wobei es schwer ist, mit Lohmann zu diskutieren, da er Schwule und Lesben gleich generell als Sünder beschimpft - und auch sonst als Egoisten und kleine Idioten darstellt (Frage an Frank Lukas: "Wenn in der Pubertät Fragen kommen - wie antworten Sie darauf?"). Gebetsmühlenartig wiederholt er, dass Kinder Vater und Mutter brauchten, weil das eben natürlich sei. Mit dieser Logik überzeugte er in der Endabstimmung vier von zehn Studiozuschauern, die per Knopfdruck abstimmen durften. Dass alle seriösen wissenschaftlichen Studien herausgefunden haben, dass Schwule und Lesben nicht automatisch schlechte Eltern sind, spielte bei der Entscheidung offenbar keine Rolle.

Die Sendung kann man sich - mit mehreren Werbeunterbrechungen - auf der Sat.1-Website ansehen. (dk, Bild: Sat.1)



#1 eMANcipation*Anonym
  • 10.05.2011, 17:17h
  • Menschen- und verfassungsfeindliche Rassismen werden von deutschen Mainstream-Medien also weiterhin als diskussionswürdige und legitime "Meinungen" verkauft.

    Wann "diskutiert" Sat 1 über die Aberkennung weiterer Bürger- und Menschenrechte auf Basis der sexuellen Identität oder der Herkunft oder Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit?

    Und wie lange lassen WIR uns die herrschende Rechtslosigkeit noch gefallen, tagein, tagaus?

    Wann wird diese aggressive und gewollte verbale und psychische Gewalt gegen alle Menschen - vor allem auch Kinder, um deren Wohl es hier ja angeblich geht - die in Patchwork-Familien, mit allein erziehenden Müttern oder Vätern oder eben in Regenbogenfamilien leben, endlich als das Verbrechen gegen die Menschenwürde geahndet, das es nun einmal darstellt?

    In einem Land wie Brasilien stellte gerade das oberste Gericht uneingeschränkt und live im TV klar, dass JEDER Mensch ein Recht auf seine Familie - und zwar in all ihren DIVERSEN Erscheinungsformen - hat. Und dass den Familien von Schwulen und Lesben daher uneingeschränkt gleiche Rechte zustehen.

    Hierzulande wird hingegen Menschenhassern, die gegen grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien verstoßen und offensichtlich verfassungsfeindliche Einstellungen propagieren, auch noch eine prominente Plattform geboten.
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#2 AstromenProfil
  • 10.05.2011, 17:20hDuisburg
  • Da sieht man mal wieder wie schwúlenfeindlich die CDU und die katholische Kirche ist. Das unterbelichtete Leute offen sagen dürfen was sie von uns schwulen halten. Das Puklikum scheint doch auch nicht ganz normal zu sein. Was wäre, wenn wir schwule sagen würden: "Heten Paare seien nicht normal". Schwule Paare können wohl Kinder großziehen ohne das die Kinder schaden nehmen würden.
    Vor solchen Leuten wie dieser Katerina Reiche und der katholischen Kirche habe ich schon lange kein Respekt mehr. Für mich sind sie nicht mehr normal.

    queerfantasie.blogspot.com/
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#3 eMANcipation*Anonym
  • 10.05.2011, 17:35h
  • Antwort auf #1 von eMANcipation*
  • PS: Nicht dass die unter #1 beschriebenen Vorgänge irgendwie überraschend sind.

    Auch DAS hier wird ja trotz bescheinigter Verfassungswidrigkeit weiterhin für völlig legitim befunden - wohlgemerkt mit genau denselben Protagonisten an vorderster Front, die auch sonst so extrem ums Kindeswohl besorgt sind:

    www.heise.de/tp/blogs/3/149677

    Und noch ein Tipp an die LSU/CDU in Berlin, die plötzlich so lautstark am "kulturellen Hintergrund" derer interessiert ist, die für Gewalt und Diskriminierung gegen Schwule und Lesben in unserer Gesellschaft verantwortlich sind:

    Einfach mal die Augen und Ohren aufmachen, wer bei Sat 1 oder z. B. in diversen Gremien unserer parlamentarischen Demokratie gegen Schwule und Lesben und ihre Familien hetzt und agitiert!
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.05.2011, 17:47h
  • Aus welchem Loch kam die denn raus? Liebe Frau Reiche, halten Sie die Klappe und sehen Sie doch mal zur Abwechslung gut aus!
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#5 jojoAnonym
  • 10.05.2011, 18:17h
  • ich hasse es, wenn leute knöpfe in der hand halten und ernsthaft glauben, sie dürften jetzt legitimerweise über die grundrechte einer minderheit abstimmen. allein diese bekloppte inszenierung spricht schon den menschenrechten hohn.
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#6 LorenProfil
  • 10.05.2011, 18:25hGreifswald
  • Was die CDU gern verschleiern möchte ist, dass auch ihre hier von Frau Reiche geäußerten Anfeindungen gegen schwule Paare eine Form der Gewalt sind. Da kann die Berliner CDU noch so sehr ihre angebliche "Null Toleranz gegen homophobe Gewalt"-Kampagne fahren: Sie ist und bleibt bis auf Weiteres total unglaubwürdig und schafft durch ihre Verbalgewalt ein Klima, in dem homophobe physische Gewalt gedeihen kann.
    Dass dies im Zusammenwirken mit der RKK geschieht, ist leider keine Neuigkeit.
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#7 SebiAnonym
  • 10.05.2011, 19:40h
  • Ja, so ist die Union:
    die können noch so oft Modernität vorgaukeln, aber sie zeigen doch immer wieder ihr homophobes Gesicht.

    Und wer deren Schoßhündchen von der FDP wählt, muss sich darüber im klaren sein, dass er damit die Union wählt.

    Und um mal was zu dieser Witzfigur Katherina Reiche zu sagen:
    Liebe ist nie unnormal. Und wenn die Häufigkeit wie oft mal geliebt wird die Normalität bestimmt, dann ist sie der totale Freak, den außer ihrem Mann (hat die überhaupt einen) wird die wohl niemand lieben.

    Der Hass von ihr und ihrer menschenverachtenden Hasspartei ist aber sehr wohl unnormal.

    Es wird Zeit, diese Partei endlich abzuwählen.
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#8 stephan
  • 10.05.2011, 19:51h
  • Aus diesem Artikel könnte man folgendes heraus lesen:

    Reiche ist zu dumm, als dass sie erkennen könnte, wie sehr sie die diskriminierenden Standards, die sie als Argument für die Diskriminierung anführt, erst selber setzt. Tenor: Homoeltern nicht der Standard und deshalb belastend für Kindern und deshalb sollte es nicht zum Standard werden. - Mit diesem Argument nun könnte man aber jede gesellschaftliche Veränderung ablehnen! - Damit wäre die Frau zwar dumm - aber harmlos. (Na ja? War Dummheit je harmlos?)

    Nur ich glaube ihr das so nicht! Ich bin der Meinung, dass dies nur eine nachgeschobene Begründung ist. In Wirklichkeit sucht sie nach einer argumentativen Begründung für ihre vorgefasste Meinung, geistige Enge und Intoleranz! - Ich glaube ihr aber sehr wohl, dass sie intellektuell nicht dazu in der Lage ist, diese Enge und ihre eigene Unredlichkeit überhaupt zu realisieren. Und sie glaubt, dass sie mit ihrem Ressentiment Homosexuellen gegenüber richtig liege, da sie in ihrer Partei erheblichen Rückhalt findet: Das Bauchgefühl der Schwachköpfe und Ewig-Gestrigen, das vermeintliche Volksempfinden etc. - der allerletzte Dre... .
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#9 Iceman
  • 10.05.2011, 20:13h
  • Sehr lustig, was man als Untertitel im Bild lesen kann: "Festhalten am christlichen Menschenbild". Wenn ich sowas lese, denke ich immer: Kennt ihr das überhaupt? Wisst ihr überhaupt was das bedeutet? Wie ist das definiert? Soweit ich weiß, sollte es zum größten Teil durch Nächstenliebe geprägt sein.

    Ach ja.. was soll man dazu noch sagen? Die Konservativen lernen es wohl nicht mehr.. Das Lied eines Leierkastens wird nicht spannender, nur weil man die Leier den ganzen Tag dreht und das selbe Lied spielt (wobei ich hier keine Leierkasten verunglimpfen will).

    Aber wenn ich dann sowas höre: "Reiche steigt mathematisch ein: Es gebe viel mehr Heteros, deshalb seien diese Normalos besser für Kinder, die wenigen Homo-Paare würden die Kleinen nur verwirren.". Dazu sei gesagt: Frau Reiche, woher wissen sie das denn? Haben Sie sich das zusammengewürfelt? Soviel ich weiß, gibt es doch überhaupt keine eindeutige Studie zu diesem Thema. Also wie kann man das dann wissen? Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, wie es zustande gekommen ist: Wahrscheinlich hat der kleine Populist auf ihrer Schulter, Ihnen das zugeflüstert.

    Was mich aber vielmehr erschreckt, ist die Tatsache, dass solche ewig-gestrigen es zu hohen Positionen gebracht haben. Solch eine Frau als Familienministerin fände ich als absolut inakzeptable. Da könnte man auch gleich einen Vorstandsvorsitzenden von den großen Atomstromproduzenten ins Umweltministerium sitzen.

    Abschließend möchte ich sagen, dass es wichtig ist, solche FUNDAMENTALISTEN wie Frau Reiche oder Herrn Lohmann ihrer eigenen unlogischen, weltfremden und rückständigen Denkweise zu entlarven und den Leuten klar zu machen, dass diese FUNDAMENTALISTEN nicht der Denkweise der Mehrheit entsprechen - was damit bewiesen wäre, dass sich die Mehrheit der Deutsch FÜR (!) ein Adoptionsrecht aussprechen!
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#10 MarekAnonym