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  • 15. Mai 2011, noch kein Kommentar

Cover des gleichnamigen Albums: "Mad about the Boy"

Auf seiner ersten Single und im dazugehörigen Videoclip tanzt der anglo-schweizerische Sänger auf der Grenze zwischen den Geschlechtern.

Von Carsten Weidemann

Diesen Namen sollte man sich merken: Gallavin, ein unabhängiger Jazzsänger, veröffentlicht seinen ersten Musik-Videoclip unter dem epochalen Noël-Coward-Titel "Mad about the Boy". In seinem Clip spielt der anglo-schweizerische Sänger - zusammen mit Verwandlungskünstlern der Cabaret-Bar "Chez Maman" in Brüssel - mit den Geschlechternormen und mit einer Fülle von verschiedenen Identitäten. Auch sexuellen!

In der heilen und abgeschirmten Welt des Vocal Jazz ist es schon eine ziemliche Provokation, wenn der Noël-Coward-Titel "Mad about a Boy", der durch die Interpretation von Dinah Washington bekannt wurde, plötzlich von einem Mann gesungen wird. Eingeweihte wissen allerdings: In Tat und Wahrheit hat Noël Coward dieses Lied für Graham Payn geschrieben, einen südamerikanischen Schauspieler, der während langer Jahre sein Geliebter war.

Jenseits der Geschlechts-Stereotypen "Diva" oder "Crooner"

Mit seiner Neu-Interpretation rückt Gallavin dieses lang verdrängte Faktum aus der Jazzgeschichte ins rechte Licht und beweist gleichzeitig, dass es im Vocal Jazz noch andere Möglichkeiten gibt als die Geschlechts-Stereotypen "Diva" oder "Crooner" à la Washington oder Sinatra.

Mit seinen Songs und in seinem Clip stellt Gallavin lustvoll die starren Sozialnormen eines eher konservativen Musikbetriebes in Frage. Während der Dauer eines seiner Lieder wirbeln die Verwandlungskünstlern der Cabaret-Bar "Chez Maman" in Brüssel die ansonsten klar fixierten Modelle und Verhaltensweisen der Anziehung und des Flirtens zwischen den Geschlechtern durcheinander: Mädchen, die eigentlich Knaben sind, umschwirren einen Knaben, der aber total in ein Mädchen verknallt ist, das (natürlich) eigentlich ein Knabe ist...

Youtube | Das offizielle Video zur Single