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Wurde am 4. Mai von Unbekannten ermordet: Mexikos Gay-Aktivist Quetzalcoatl Leija Herrera (Bild: CEPRODEHI)

Nach dem ungeklärten Tod von Quetzalcoatl Leija Herrera ruft Amnesty International zu Protestschreiben an Gouverneur und Staatsanwaltschaft auf.

Von Stephan Cooper

Bereits am 4. Mai 2011 wurde der Leiter des Zentrums für Forschung und Projekte zur ganzheitlichen menschlichen Entwicklung (Centro de Estudios y Proyectos para el Desarrollo Humano Integral, CEPRODEHI), Quetzalcoatl Leija Herrera, in Chilpancingo, der Hauptstadt des südmexikanischen Bundesstaates Guerrero, von Unbekannten angegriffen und getötet. Quetzalcoatl Leija Herrera befand sich vermutlich auf dem Heimweg, nachdem er den Abend in Gesellschaft verbracht hatte.

Quetzalcoatl Leija Herrera war ein entschiedener Verfechter der Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*Personen. Seine Kollegen und er organisierten jedes Jahr im Juni eine Gay Pride-Parade für Vielfalt in Chilpancingo. Er und andere MitarbeiterInnen des CEPRODEHI-Zentrums hatten bereits in den Vorjahren telefonische Morddrohungen erhalten, wodurch man sie davon abhalten wollte, die Parade stattfinden zu lassen. Die Mitarbeiter des Zentrums haben bei den Behörden daraufhin mehrfach Beschwerde eingelegt und die Polizei gewährte ihnen Schutzmaßnahmen während der Parade.

Die genauen Umstände, unter denen Quetzalcoatl Leija Herrera umgekommen ist, sind noch zu untersuchen. Amnesty International ist jedoch besorgt, dass ein Zusammenhang bestehen könnte zu seiner Arbeit für das CEPRODEHI-Zentrum und seinem aktiven Eintreten für die Rechte von Homosexuellen.

Die Staatsanwaltschaft untersucht keine homophoben Motive


Quetzalcoatl Leija Herrera organisierte jedes Jahr den CSD in Chilpancingo. In diesem Jahr findet die Parade zum Gedenken an den Aktivisten statt

Die Polizeibehörde des Bundesstaates Guerrero hat Ermittlungen zum Tod von Quetzalcoatl Leija Herrera eingeleitet und Berichten zufolge einen seiner Bekannten von der LGBT-Gemeinschaft für zwei Tage in Gewahrsam genommen, da dieser ihn zuletzt gesehen hatte. Nach Ablauf der zwei Tage ließ man ihn jedoch wieder frei. Andere Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft wurden ebenfalls verhört, darunter auch ehemalige Partner von Quetzalcoatl Leija Herrera. Obwohl es für die Behörden unerlässlich ist, alle möglichen Hinweise zu untersuchen, haben ähnliche Fälle in anderen Teilen Mexikos gezeigt, dass Polizei und Staatsanwaltschaft ausschließlich die persönlichen Beziehungen der Opfer untersuchen und homophobe Motive für die Anschläge nicht näher in Betracht ziehen.

Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Personen sowie Aktivisten, die sich für deren Rechte einsetzen, sind immer wieder Zielscheibe von Angriffen und Einschüchterungsversuchen in Mexiko. Dies gilt insbesondere außerhalb von Mexiko-Stadt. Straffreiheit für homophobe Straftaten ist weiterhin verbreitet. Die Sicherheitsmaßnahmen der Behörden sind besonders außerhalb der urbanen Ballungsräume nicht ausreichend, um vor Homophobie zu schützen und die wirksame Umsetzung gültiger Antidiskriminierungsgesetze zu garantieren.

Amnesty International: Mit Protestbriefen Druck ausüben

Amnesty International ruft dazu auf, mit Emails, Faxen und Luftpostbriefen Druck auf die Behörden auszuüben. Die Schreiben sollten folgende Forderungen enthalten:

1. Ich verurteile die Tötung von Quetzalcoatl Leija Herrera und fordere Sie höflich dazu auf, anderen MitarbeiterInnen des CEPRODEHI-Zentrums und LGBT-AktivistInnen in Chilpancingo im Bundesstaat Guerrero in Absprache mit ihnen den nötigen Schutz zu gewähren.

2. Stellen Sie bitte sicher, dass umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Tötung von Quetzalcoatl Leija Herrera eingeleitet wird, die Ergebnisse veröffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

3. Ich bitte Sie eindringlich, die Ausrichtenden der Gay Pride-Parade, die im Juni diesen Jahres zum Gedenken an Quetzalcoatl Leija Herrera stattfinden wird, zu unterstützen und ihnen angemessenen Schutz zu bieten.

Adressen:

Gouverneur des Bundesstaates Guerrero
Lic. Ángel Heladio Aguirre Rivero
Palacio de Gobierno
Edificio Centro 2do. Piso
Col. Ciudad de los Servicios
C.P. 39074 Chilpancingo, Guerrero
Meciko (korrekte Anrede: Estimado gobernador/ Sehr geehrter
Herr Gouverneur)
Fax: (0052) 747 4719956
E-Mail:secretariaparticulargb@guerrero.gob.mx

Generealstaatsanwalt des Bundesstaates Guerrero
Guerrero State Attorney General
Lcdo. Alberto Lopez Rosas
Guerrero State Attorney General
René Juárez Cisneros 62 El Potrerito
39100 Chilpancingo
Guerrero
Mexiko
(korrekte Anrede: Estimado procurador general de justicia/ Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
Fax: (0052) 747 4942981

Kopien an:

CEPRODEHI
Centre for Study and Projects on Integrated Human Development
E-Mail: ceprodehi_ac@yahoo.com.mx

Botschaft der Vereinigten mexikanischen Staaten
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Amnesty International bittet darum, die Appelle möglichst sofort und spätestens bis zum 26. Juni 2011 zu schicken. Die Briefe sollte in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch verfasst sein. Spanische Briefvorlagen können unter den unten stehenden Links downgeloaded werden



#1 gefundenAnonym
  • 17.05.2011, 16:31h
  • "Mitmachen lohnt sich !" (FoXXXyness)

    ____________________

    Amnesty International in Deutschland wird am 27. Mai das mexikanische
    Menschenrechtszentrum Tlachinollan und seinen Gründer Abel Barrera Hernández mit seinem Menschenrechtspreis auszeichnen.

    Tlachinollan kämpft seit 1994 gegen Übergriffe von Militärs und hat inzwischen schon mehrere Fälle vor den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte gebracht.

    Amnesty International beurteilt die Aktivitäten gegen die Gewalt der Repressionsapparate als vorbildlich.

    Allein im April sind Berichten zufolge mehr als 1.400 Menschen in Mexiko umgebracht worden.

    Zu den Besonderheiten der Gewaltexzesse gehört es, dass die staatlichen Repressionsapparate, die eigentlich die Mafia bekämpfen sollen, teilweise selbst in kriminelle Deals involviert sind und überdies schwerer Menschenrechtsverbrechen beschuldigt werden.

    Dasselbe gilt auch für das Vorgehen der Repressionsapparate bei der Bekämpfung von Unruhen; dokumentiert ist sogar das Verschwindenlassen von Menschen durch Militärs.

    Dabei erhalten die Militärs, gegen deren Übergriffe sich Tlachinollan zur Wehr setzt, Unterstützung aus Deutschland. Die Oberndorfer Waffenschmiede Heckler und Koch etwa hat in den vergangenen Jahren 8.000 Sturmgewehre vom Typ G36 nach Mexiko exportiert.

    Sie wurden in Unruhegebieten eingesetzt, unter anderem in demjenigen, in dem Tlachinollan tätig ist. Die Bundeswehr leistet für die schwer beschuldigten mexikanischen Streitkräfte Ausbildungshilfe und stellt in diesem Rahmen jährlich Lehrgangsplätze bereit.

    In Mexiko hatte jüngst der deutsche Bundespräsident der Regierung von Felipe Calderón Hilfe bei der Polizeiausbildung zugesagt.

    Ein heikles Thema, wie sich nur wenige Tage später zeigte, als Zehntausende gegen die Militarisierung des Landes im Zuge des "Kriegs gegen die Drogen" auf die Straße gingen.

    Der katholische Priester und Friedensaktivist Alejandro Solalinde hatte sich unmittelbar nach dem Besuch Wulffs deswegen gegen die Ausbildung der mexikanischen Polizei durch deutsche Behörden ausgesprochen.

    "In einem solch korrupten Land, in dem der Feind im Inneren steht - was könnte Deutschland da indirekt anrichten?", sagte Solalinde.

    Der Priester, der sich für soziale Belange und gegen die zunehmende Gewalt in Mexiko einsetzt, wies zugleich darauf hin, dass die deutsche Polizeiausbildung zur Entstehung neuer Gruppierungen des organisierten Verbrechens beitragen könnte.

    So hätten sich die ersten Mitglieder der Drogenmafia "Los Zetas" ebenfalls aus Angehörigen von Spezialeinheiten rekrutiert, die von den USA und Israel für den Kampf gegen Drogenkartelle ausgebildet und ausgerüstet worden waren.

    Quellen:

    www.heise.de/tp/blogs/8/149829

    www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58058

    www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58055
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 pepeAnonym
#4 FloAnonym
  • 17.05.2011, 17:14h
  • Wann werden die faschistischen Homohasser dieser Welt (und dazu zählt auch die katholische Kirche) endlich gestoppt?!
  • Antworten » | Direktlink »