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Hamburg Politiker aller Parteien haben in einem "Bild"-Bericht mehr Aufklärung über Homosexualität an den Schulen gefordert. Die FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper sagte der Zeitung: "Die Sexualkunde darf um das Thema Homosexualität keinen verschämten Bogen machen." Der CDU-Bildungsexperte Uwe Schummer fordert eine "vernünftige Aufbereitung" an allen Schulen bundesweit, damit sich Jugendliche auch besser über ihre eigene sexuelle Orientierung klar werden können: "Das würde Vorurteile ausräumen und es für viele leichter machen, sich zu bekennen." Im Zusammenhang mit Aids und Sex sei mehr Aufklärung erforderlich, sagte der SPD-Bildungspolitiker Swen Schulz. Der grüne Homopolitiker Volker Beck sagte, die Erwähnung im Sexualkundeunterricht reiche nicht aus. "Es gehört auch in den Geschichts-Unterricht, man sollte z. B. über die Verfolgung Homosexueller vom Mittelalter bis zur Neuzeit sprechen". Leider höre man auf Schulhöfen immer noch Beleidigungen wie "schwule Sau". Mit der gefoderten "Homo-Kunde" befasste sich die Zeitung auch - gewohnt skurril - in ihrer "Post von Wagner"-Kolumne. (nb/pm)



#1 MichiAnonym
  • 02.08.2004, 16:48h
  • Das Wort "Homokunde" ist natürlich ein Unding, aber wer die BILD liest, ist ja auch selber schuld und hat es nicht besser verdient. Was ursprünglich von den genannten Politikern damit gemeint war, ist aber vollkommen richtig: In den Schulen kommt Homosexualität - wenn überhaupt - nur verschämt und ganz am Rande vor, bzw. als Schimpfwort. Wird höchste Zeit, daß sich das ändert, daß die Lehrpläne entsprechend geändert werden, damit nicht nur einige wenige besonders engagierte Lehrer mal Klartext reden. In meinem Biobuch (Anfang der 90er Jahre)war das Thema noch auf ein kleines Textfenster irgendwo am Seitenrand beschränkt und endete mit dem berühmten Hinweis auf die "vorübergehende Phase". Nicht sehr hilfreich.
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#2 TobiAnonym
  • 02.08.2004, 17:17h
  • Das Thema gehört nicht nur in den Unterricht, sondern es muss auch möglich sein, dass schwule und lesbische Lehrer/-innen kein Doppelleben führen müssen. Ich wäre froh gewesen, wenn ich in meiner Schulzeit vielleicht auch mal einen schwulen Lehrer oder eine lesbische Lehrerin gehabt hätte, an die man sich mal bei Problemen wenden kann. Aber als Lehrer muss man sich ja verstellen und die Schule als homo-freien Raum vermitteln, da sonst wieder hasserfüllte Eltern mit Unterrichtsverweigerung drohen.
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#3 DavidAnonym
  • 02.08.2004, 17:34h
  • (Wow, was so ein Outing alles in Rollen bringen kann...)
    Das wurde auch allerhöchste Zeit!!!
    Natürlich wieder mal dämlich formuliert, das sich die Leute angeeckt fühlen, anstatt zu begreifen, das es um Aufklärung geht.
    Geht es um Aufklärung über Sexualpraktiken? Nein. Aber es geht doch darum aufzuklären, das es unsereins nunmal gibt, das es neben Mann und Frau andere Lebens- und Liebesformen gibt und diese genauso normal sind.
    Was nützt es mir, wenn ich im Alter zwischen 10 und 16 über Funktionen des weiblichen Körpers aufgeklärt werde, aber mit Anfang 20 nochmal aufgeklärt werden muss, über Safer-Sex? Wofür gibt es denn nun Sexualkunde-Unterricht?!? Es geht doch nicht um eine besondere Hervorhebung, einzig und allein darüber, das das Thema nicht ignoriert wird. PUNKT! So einfach ist das!
    Mir hätte es sehr viel Leid erspart, hätte ich gewusst, das es auch schwul/lesbische Paare gibt, die eine glückliche Beziehung führen können. Ich hätte sicher eine schönere Jugend haben können. Stattdessen wird einem eine Welt indoktriniert, in der es das nicht gibt oder falsch ist. Man wird in seiner Zeit einfach allein gelassen und weiss nicht mal, das es andere gibt.
    Noch mit 12 wusste ich nicht, was das Wort "schwul" bedeutet. 2 Männer die sich küssen? Geht doch gar nicht, das gibt es nicht.
    Der rosa Winkel? Davon habe ich bis 20 noch nie was gehört. (Wofür hatte ich nun gleich 3x das Thema "3.Reich" in Geschichte?)
    Wird in Biologie etwa auch nur ausdrücklich gelehrt, das es nur Weisse Menschen gibt? Das es nur Rechts-Händer gibt? Wenn aufklären, dann auch vollständig und mal an die Betroffenen Leute denken!!

    PS. Man merkt das das Sommerloch da ist. Was es alles zustande bringt...
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#4 DavidAnonym
  • 02.08.2004, 18:58h
  • Nachtrag:
    Zitat Bild:
    "Ziel: Jungen und Mädchen soll es leichter gemacht werden, sich vorurteilsfrei für eine Form der Sexualität zu ENTSCHEIDEN"

    Also, bei aller Toleranz, vielleicht benötigt der BLÖD-Schreiber auch noch "Homo-Kunde", um erklärt zu kriegen, das es nichts mit einer Entscheidung zu tun hat.
    Eines von weiteren Vorurteilen (wenn auch nicht böswillig) die für andere Vorurteile mitverantwortlich sind.

    Weiter, Zitat BILD:
    "Schadet oder nützt ein Outing eines Prominenten?" (Antwort ist doch klar, oder?)
    Dieses EINE Outing hat erstmal den Stein
    hier ins Rollen gebracht. Wie käme man denn sonst dazu, darüber zu schreiben?
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#5 GuidofanAnonym
  • 02.08.2004, 19:06h
  • Also ich fand Westerwelle im Interview sehr defensiv.Wie vor seinem Coming Out.
    Außerdem ist das Gesetz der FDP alles andere als Gleichstellung. Rente fehlt, Einkommenssteuer kein Ehegattensplitting.
    Da war Westerwelle im Spiegel weiter gegangen als seine Fraktion.
    Aber die Nagelprobe ist das Verhalten der FDP-Landersregierungen. Wenn die jetzt die Vorschläge von rot-grün mitkippen, was will die FDP dann für die Schwulen bei Schwarz-Gelb erreichen, außer einen Dienstwagen für einen schwulen Minister...
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#6 MarkusAnonym
  • 03.08.2004, 12:37h
  • Hallo Männer!
    Interessiert verfolge ich eure Kommentare und ich möchte dazu kurz Stellung nehmen / etwas ergänzen:
    Homosexualität muss dringend Thema in den Schulen werden und zwar sachlich und informierend, aber auch mit präventivem Charakter. Als angehender (schwuler) Lehrer weiß ich, dass die Lehrpläne einen solchen Unterricht durchaus zulassen, aber gehören dann nicht auch Transexuelle, Bis, Lesben etc. ebenso dazu? Vielmehr sollten die verschiedenen Neigungen angesprochen werden. Eine explizite Ausführung der Homosexualität würde sie wieder zu etwas Besonderem machen, dabei soll sie doch "normal" werden, oder nicht?
    Übrigens ist es heute als homosexuelle Lehrkraft nicht mehr so schrecklich, wie viele eventuell noch meinen. Die Toleranz wächst auch unter der zunehmd jüngerwerdenden Elternschaft. Und ich würde mir auch wünschen, wenn wir alle einmal anerkennen, was sich bereits tut, wie viel sich schon zum Positiven entwickelt hat. Ich bin froh, in einer Zeit des "schwulen Aufbruchs" zu leben und in Deutschland kann man nichts von heute auf morgen erreichen.
    Und manchmal bin ich mir nicht sicher, ob man nicht gerade mit dem häufigen "nach - vorne - stürmen" genau das Gegenteil erreicht.
    "Homokunde" ist der pure Blödsinn, aber Sexualkunde, die alle Facetten genauer betrachtet, das wäre wünschenswert.
    Und wieso überhaupt die Schulen nun in die Verantwortung ziehen? Sollten nicht Eltern selbst soweit sein, ihre Kinder toleranter erziehen zu können? Das Denken der Gesellschaft zu ändern mag in der Schule beginnen, aber was nützt es,wenn die Elternschaft dann doch widerspricht? Wichtig bleibt vor allem auch das öffentliche Leben udn so banal und überholt es klingt: das positve Vorbild!
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#7 DavidAnonym
  • 03.08.2004, 12:52h
  • Manche Eltern mögen es nicht gerne sehen, oder ihren Kindern widersprechen. Die Hauptsache aber ist doch, das Kinder überhaupt mal von dem Thema hören, und zwar als etwas positives, als etwas, was es gibt. Es soll doch nicht zu etwas besonderem gemacht werden. Es soll aber auch nicht ausgeblendet werden.
    Die Schule hat ja auch so die Sexualaufklärung übernommen. Ob die Eltern mit aufklären ist eine andere Sache.
    "Homo-Kunde" ist natürlich absoluter Blödsinn. Der Titel impliziert, das es darum geht, Klischees zu erlernen oder das die sexuelle Orientierung erlernbar ist.
    Klar, das manche den Eindruck haben, unsereins würde zu weit stürmen.
    ABER: Man muss auch mehr wagen als man soll, um überhaupt etwas kriegen zu können. Sonst hat man doch keine "Handlungsbasis", und jeder kleine Vorschlag würde abgewürgt.
    Das als "Homo-Kunde" zu titulieren (dazu in Rosa!) geht natürlich völlig am Ziel vorbei. Und immer wird das NUR mit "SCHWUL" verbunden. (Gibt ja auch Lesben). Schon das sollte den Leuten ihre Engstirnigkeit bewusst machen.

    Wieviel Leid kann man denn den jungen Menschen ersparen, indem sie schon früh aufgeklärt werden?
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#8 wolfAnonym
  • 03.08.2004, 15:22h
  • wenn wir uns klarmachen wieviel eltern nicht in der lage sind ihre kinder im herkömmlichen sinn aufzuklären, müssten wir wissen wieviel arbeit noch zu leisten ist.
    welcher lehrer ist den schon in der lage das wort "schwul" im unterricht auszusprechen ? selbst wenn er das schafft, haut ihn der lacherfolg in der klasse um. es bleibt nur eins, dummheit bekämpfen. war immer schwierig !
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#9 TOMMYAnonym
  • 11.08.2004, 18:31h
  • hallo guidofan...

    du sollstest dich eigentlich "antiguidofan" nennen.

    ich habe langsam keine lust mehr deine lügen über die fdp, die du zu jedem beitrag bringst, zu korrigieren!
    Aber zum Glück kann man ja alles nachlesen: csd-liberal.de.

    da kann man sich die ziele der fdp anschauen.
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