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Der Ball ist rund, ein Coming-out eine runde Sache

Wie es im Profisport gelingen kann, offen schwul zu sein, hat jetzt Rick Welts gezeigt, der Präsident des US-NBA-Clubs Phoenix Suns.

Von Carsten Weidemann

So viele Sportler, die ihre Brötchen im Sportbusiness verdienen, haben riesige Angst davor, aus ihrem (Umkleide-)Schrank herauszukommen. Die Aufforderungen von Funktionären und Homogruppen, das "letzte Tabu" zu kippen, und sein Coming-out zu starten, das wollten bislang die wenigsten beherzigen.

Nun hat ein hohes Tier im amerikanischen Basketball den mutigen Schritt gewagt. Rick Welts, der Präsident des NBA-Clubs Phoenix Suns hat es getan. Ganz simpel in einem Interview mit der "New York Times".

Als sein Freund starb, trauerte Welts allein

Natürlich war dies eine geplante Aktion und kein versehentliches Ausplaudern von Welts, der sich wohl bewusst ist, wie stark das "Schweigegelübde" und auch die Homophobie im amerikanischen Football und Basketball noch verankert ist. Doch sein Doppelleben habe ihn mehr und mehr belastet, berichtet er der den Journalisten. Ein einschneidendes Ereignis: Der Tod seines Partners, der an den Folgen von Aids starb. Wells gestattete sich nicht, öffentlich zu trauern. Er musste es mit sich allein ausmachen.

Jetzt erhält der 58-Jährige von allen Seiten positive Reaktionen und Respekt für seinen Mut. Alvin Gentry, Trainer der Phoenix Suns meinte, dass sich jetzt zumindest ein bisschen was bewegt hätte. "Aber noch nicht genug". Aktive Profisportler mit homosexueller Orientierung sind nach wie vor nicht sichtbar.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 FloAnonym
  • 17.05.2011, 17:20h
  • "Ein einschneidendes Ereignis: Der Tod seines Partners, der an den Folgen von Aids starb. Wells gestattete sich nicht, öffentlich zu trauern. Er musste es mit sich allein ausmachen. "

    Was nur ein weiteres trauriges Beispiel ist, wie belastend ein Versteckspiel ist.

    Erst wenn man wirklich offen zu sich selbst steht, merkt man, was man vorher alles verpasst hat. Selbst wenn einem das vorher gar nicht bewusst war.

    Ich hoffe, dass ihm noch viele weitere Sportfunktionäre, Schiedrichter, Trainer und Sportler folgen. Nicht nur um ihrer Vorbildrolle gerecht zu werden und die Welt zum besseren zu verändern, sondern vor allem um ihrer selbst willen.
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#3 alexander
  • 17.05.2011, 19:20h
  • er hat mein stück weit mein verständnis und den tod seines partners bedauere ich sehr !
    allein mir stellt sich die frage, muss man wirklich erst 58 jahre alt werden um zu sich selbst zu stehen ? ich gehe mal davon aus, es war das übliche profisportler dasein, dass ihn dazu bewog.
    wie auch immer, der partner musste dieses versteckspiel bis zum bitteren ende mitspielen ?
    ob es das wert war ? bestenfalls wenn der (bessere) lebensunterhalt davon abhängt ?

    immerhin lernt er jetzt die positive seite seines outings kennen, besser spät als nie !
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#4 Simon H.Anonym
  • 18.05.2011, 11:38h
  • Antwort auf #3 von alexander
  • Eigentlich stimmt es natürlich, dass man das viel eher tun sollte. Aber Ferndiagnosen sind immer leicht. In dieser degenerierten US-Gesellschaft und dank jahrzehntelanger Gehirnwäsche hat er vielleicht wirklich nicht eher den Mut gefunden.

    Und er sagt ja auch, dass er es bereut, das nicht viel eher getan zu haben.

    Man muss eher diese Gesellschaft hassen, die so krank ist, dass jemand erst mit 58 den Mut findet, sich selbst voll zu akzeptieren.

    Darüber sollten auch die schwulen Sportler hier in Deutschland mal nachdenken:
    sie denken vielleicht, es ginge ihnen gut. Aber erst nach dem Outing merkt man wirklich, wie schlecht es einem vorher ging. Und dann bereut man, es nicht viel eher getan zu haben. Und da man die Zeit leider nicht zurückdrehen kann, ist das Bereuen eigener Fehler so ziemlich das schlimmste.
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