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Es fällt gar nicht so leicht, nach zwei Wochen Arbeit im Düsseldorfer Eurovision-Pressezentrum zurück zur täglichen Queer.de-Arbeit zu kehren. Zu frisch sind noch die Erinnerungen an lustige Pressekonferenzen, lebendige Parties, hervorragende Shows und die ein oder andere nebensächliche Streiterei mit dem NDR.

Wer unser 2-Wochen-Liveblog noch nicht gelesen hat, dem wünschen wir viel Spaß. Wir haben auch neu eine Galerie mit den besten Bildern aus zwei Wochen zusammengestellt.

In ihr finden sich auch Fotos der Sieger-Pressekonferenz, also mit Ell und Nikki aus Aserbaidschan, die recht ausweichend auf zwei Fragen antworteten, wie das Land denn auf schwule Besucher reagieren würde.



Womit wir wieder bei der Arbeit und in der Realität wären: Wie spaßig wird der Grand-Prix in Aserbaidschan? Homosexualität steht dort nicht mehr unter Strafe, es gibt aber keine Gesetze gegen Diskriminierung oder gar für eine Homo-Ehe. Die Polizei schikaniert und erpresst noch gelegentlich schwule Männer, deren Leben sich größtenteils im Verborgenen (und oft öffentlich in einer Hetero-Ehe) abspielt. Von einer Szene ist nichts bekannt.

Es ist eher nicht zu erwarten, dass ausländische Besucher Probleme wegen ihrer Homosexualität bekommen - zumeist wird ohnehin nur innerhalb offizieller Grand-Prix-Partys gefeiert. Könnte der ESC gar ein Aufbruchsignal vor Ort sein? Das Fernsehen übertrug jedenfalls die Pressekonferenz aus Düsseldorf live - die zwei Fragen zu schwulen Besuchern wurden mit übertragen und übersetzt. Auch in den kommenden zwölf Monaten könnte Homosexualität noch öfters thematisiert werden - das ist schon viel, nicht nur ist Schwulsein ein Tabuthema, auch sind die Medien stark reglementiert und Internet-Aktivisten und Oppositionelle landen gelegentlich im Gefängnis.

Doch ein echter Aufbruch für die Szene? Zu frisch ist noch die Erinnerung an den ESC in Moskau, der den örtlichen Aktivisten mehr Aufmerksamkeit für den gleichzeitigen CSD brachte. Doch die Teilnehmer landeten trotzdem im Gefängnis und hatten nicht mehr Zulauf. Weder von anderen Schwulen aus dem Land noch von den internationalen Besuchern. Fahren wir nach Baku? Wir sind unentschlossen. (nb)

s.a.: "Azerbaijan Eurovision 2012: Azerbaijan not a safe country for gay people", Statement der ILGA

Fotos: Pieter Van den Berghe, Elke Doels, Alain Douit (EBU)



#1 GayUserAnonym
  • 17.05.2011, 20:06h
  • Ist die Frage nicht eher, ob man(n) überhaupt eine Präsidial-Diktatur & ein autoritäres Regime, wie das in Asebaidschan durch seine Anwesenheit legitimitiert....
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#2 herve64Profil
  • 17.05.2011, 20:13hMünchen
  • Jetzt mal unabhängig vom schwulen Aspekt unterscheidet sich Aserbaidschan von Weißrussland nur dahingehend, dass es reiche Erdöl- und Erdgasvorkommen hat und z. B. der siebtgrößte Öllieferant von Deutschland ist. Beherrscht wird es von einem Präsidenten, der das Land despotisch mit seinem Familienclan regiert, das Einkammer-Parlament dort ist reine Makulatur. Rechtsstaatlichkeit kann man sich dort abschminken, und das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen an Touristen ausgegeben, sich generell zu später Stunde in größeren Gruppen aufzuhalten, um nicht überfallen oder verhaftet zu werden.

    Übrigens steht die EBU jetzt vor einem weiteren Problem: Armenien hat bereits angekündigt, an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen zu wollen. Aufmerksame Beobachter wissen ja, dass die beiden Länder sich wegen der mehrheitlich von Armeniern bewohnten aserbaidschanischen Region Nagorny Karabach spinnefeind sind und bereits in der Vergangenheit mehrfach versucht haben, auch den ESC als Plattform für ihre territorialen Auseinandersetzungen zu missbrauchen.
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#3 GerritAnonym
  • 17.05.2011, 20:33h
  • Wenn Aserbaidschan den ESC ausrichten will, erwarte ich, dass dort Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle mit offenen Armen empfangen werden und in keinster Weise diskriminiert werden oder gar Angst haben müssen!!!
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#4 MolekülAnonym
  • 17.05.2011, 20:50h
  • Ich erwarte das gleiche was Gerrit angesprochen hat und zudem das die männlichen Tänzer und Sänger genauso viel Haut zeigen dürfen wie in Düsseldorf und nicht das sich die Teilnehmerländer nur deswegen damit zurückhalten weil sie Angst haben es könne für Aserbaidschan "zu schwul" rüber kommen.
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#5 StopESCAnonym
#6 XDAAnonym
#7 XDAAnonym
  • 17.05.2011, 22:32h
  • Antwort auf #6 von XDA
  • Im übrigen schreibt das Auswärtige Amt:

    "Homosexualität ist zwar nicht ausdrücklich strafbar, es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Polizei ein homosexuelles Paar festsetzt und erst gegen Zahlung eines Geldbetrages wieder auf freien Fuß setzt."
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#8 vingtans
  • 18.05.2011, 00:04h
  • ich find wenn das ding "eurovison songkontest" heit, also europaweit sein soll, sollten länder wie israel,armenien und ascherbaidschan garnicht mit machen dürfen.

    ich hab vor garnicht allzulanger zeit gelernt das sich der europäische kontinent bis istanbul und dem ural erstreckt.
    und kulturell divergieren diese länder schon zur europäischen kultur.

    das ganze wird auch noch dadurch gekrönt, dass diese länder unsere fundamentalistischen werte wie demokratie und menschenrechte nicht vertreten.

    macht demnächst auch nordkorea mit?
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#10 goldsenf
  • 18.05.2011, 09:53h
  • Antwort auf #8 von vingtans
  • mein lieber,

    die ebu ist nicht die eu und schon gar nicht europa, sondern einfach nur fernsehen und noch dazu ein altes mittel im heißen kampf um den kalten krieg.

    und noch was: du schreibst von unseren "fundamentalistischen werten" - das mag ein freudscher versprecher sein, aber leider sind unsere werte noch nicht einmal fundamental. wir sind jederzeit bereit, unsere werte für ein paar barrel öl, ein fitzelchen geostrategischer bedeutung, abschottung gegen die armen aus dem süden oder anderes (religions-)gedankengut, auch als terror bekannt, zu verkaufen. unser verhalten gegenüber nordafrika und arabien hat es mehr als bewiesen. unser verhalten gegenüber diesem krisenherd jetzt beweist außerdem, dass wir noch immer nichts dazugelernt haben, schon gar nichts im zusammenhang mit fundamentalistischen werten.
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