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In der WDR-"Lokalzeit aus Köln" war die Demo für David Berger am Dienstag das Top-Thema (Bild: WDR)

Vor dem Kölner Hauptbahnhof sind am Dienstag rund 500 Schüler eines Erftstädter Gymnasiums gegen die Entlassung ihres schwulen Religionslehrers durch Kardinal Joachim Meisner auf die Straße gegangen.

Dem Theologen David Berger war Anfang Mai die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen worden, weil er nach Angaben des Bistums "nicht mehr glaubwürdig im Sinne der katholischen Kirche unterrichten" könne (queer.de berichtete). Berger hatte sich zuvor als schwul geoutet und im Buch Der heilige Schein die Homophobie innerhalb der Kirche kritisiert.


Die Schüler forderten auf Plakaten die Gleichbehandlung von Homosexuellen durch die katholische Kirche

Die Schüler des Ville-Gymnasiums argumentierten auf Plakaten und in Interviews, dass ein Lehrer nicht nur wegen seiner sexuellen Orientierung entlassen werden dürfe: "Für uns kam das so rüber, dass er das Lehramt nur verloren hat, weil er schwul ist. Das ist für mich kein Grund", erklärte ein Schüler gegenüber der WDR-"Lokalzeit aus Köln".

Die katholische Kirche erklärte jedoch, dass die sexuelle Orientierung Bergers keinen Ausschlag gegeben habe. Vielmehr sei der Theologe zu kritisch mit seinem Arbeitgeber gewesen: "Kann jemand, der die Kirche so angreift, wie David Berger das öffentlich getan hat, gleichzeitig noch überzeugend Religionslehrer sein", sagte Bistumssprecher Christoph Heckeley, "Die Frage muss man klar mit Nein beantworten."


David Berger darf nach dem kirchlichen Bannstrahl nicht mehr an staatlichen Schulen Religion unterrichten.

Berger selbst hat an der Demo nicht teilgenommen, wohl aber sein Lebensgefährte: Klaus Krauss erklärte, dass er bereits seit 22 Jahren an der Seite von Berger stehe und dieser nur aufgrund "seiner Liebe zu mir" entlassen wurde. "Das haben die in der Erklärung zwar nicht geschrieben, man kann es aber herauslesen", erklärte er gegenüber der Zeitung "Die Welt".

Auch die Theologin Uta Ranke-Heinemann nahm an der Demonstration für David Berger teil. Sie hatte bereits 1987 ihren kirchlichen Lehrstuhl verloren, weil sie die Jungfräulichkeit Marias bei der Geburt von Jesus Christus anzweifelte. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Franky_EyesProfil
  • 18.05.2011, 12:28hBerlin
  • Ich bin mir sicher, das er noch weiter Unterrichten kann.
    Er hat die Kirche, nicht die Religion angegriffen.
    Das sind 2 verschiedene Sachen auch wenns die Kirche anders gerne darstellen würde.
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#2 XYZAnonym
  • 18.05.2011, 12:32h
  • Super Aktion wird aber sehr wahrscheinlich an der ach so tollen Kirche einfach nur abprallen.
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 18.05.2011, 12:41h
  • Auch diese Demonstration zeigt wiedereinmal sehr deutlich, dass die Gesellschaft in Deutschland in grossen Teilen ganz anders denkt, als es Menschen wie Kardinal Meissner oder Ratzinger symbolisieren.

    Die Demonstration ist ein erneutes Beispiel, das die Stimmungslage in Deutschland aber auch in benachbarten EU-Ländern wie Frankreich, Belgien, Irland oder Spanien gegen die Vatikanleitung gekippt ist.

    Sehr symptomatisch zeigen dies auch die offiziellen Erklärungen des Zentralkomitees der Katholiken mit Ihrer Kritik an der offiziellen vatikanischen Haltung bei verschiedenen Reformfragen als auch das aktuelle Memorandum "Kirche 2011", das von 311 katholischen Theologieprofessoren unterzeichnet wurde.

    Die Vatikanleitung um Ratzinger iläuft in eine theologische Sackgasse, produziert mit ihrer diskriminierenden Haltung Priestermangel und schadet so letztlich den Ortsgemeinden, da keine katholischen Priester in ländlichen Dorfgemeinden mehr vor Ort sind und überall Seelsorgeeinheiten daher entstehen.

    Dieser von der Gesellschaft des 21. Jhd. wegführende Weg, der unter dem polnischen Papst begann und sich unter Ratzinger fortsetzt und sogar noch verschlimmert (siehe Anerkennung der Piusbrüder als Holocaustleugner und Wiedereinführung der lateinischen Messe mit Tingeltangelkostümen), wird die Kirchen entgültig bei den Katholiken leeren.

    Wer als homosexueller junger Mann noch Priesteramtskandidat wird, der muss absolut verrückt sein. Denn es gibt bessere protestantische, anglikanische und altkatholische Kirchen, wo er offen leben kann und nicht sich ein Leben lang verstecken muss.

    Beispielsweise haben nunmehr die Landeskirchen der EKD ein sehr modernes einheitliches Pfarrdienstrecht, das in allen Pfarrhäusern offen verpartnerte Pfarrer zuläßt.

    Der Vatikan rennt unter Benedikt ins gesellschaftiche Aus und ist selber Schuld daran, dass er seinen Volkskirchenstatus in Deutschland im 21. Jhd. verliert.
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#4 MinkAnonym
  • 18.05.2011, 12:45h

  • Für ihr Engagement und ihren Mut verdienen die Schüler/-innen den Kompass, Bundesverdienstorden, Preis für Bürgerschaftliches Engagement, ...und Dank!
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#5 on3wildAnonym
#6 Simon H.Anonym
  • 18.05.2011, 12:58h
  • Diese Schüler zeigen, wie wertvoll die Arbeit von Herrn Berger als Religionslehrer war und zu welch großartigen Menschen er sie gemacht hat.

    Das macht einem Mut, dass auch bei den kommenden Generationen nicht nur Leute dabei sind, für die schwul ein Schimpfwort ist, sondern dass auch neue engagierte Leute nachkommen.

    Wenn diese Schüler wirklich was ändern wollen, treten sie gesammelt aus der Kirche aus!!
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#7 NotionConcept
  • 18.05.2011, 13:00h
  • Antwort auf #1 von Franky_Eyes
  • Da bist du leider falsch informiert.

    Die Erlaubnis katholische Religionslehre zu unterrichten erteilt allein die katholische Kirche (missio canonica). Da hat auch kein Staat Einfluss darauf.

    In dieser Missio gibt der Lehrer das Versprechen ab, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der katholischen Kirche zu gestalten. Außerdem erwartet die Kirche von der Lehrkraft, dass sie in der persönlichen Lebensführung die Grundsätze der katholischen Kirche achtet und beachtet.

    Die katholische Kirche entzieht solche Lehraufträge nur wenn sie weiß, dass der Lehrer die offizielle Meinung der katholischen Kirche nicht vertritt, entgegen der Lehre lebt, vom Glauben abfällt (z.B. evangelisch wird), aus der Kirche austritt, oder Straftaten begeht.

    Immerhin sind die Religionslehrer damit offiziell Missionare der katholischen Kirche.

    Wobei ich es nicht verstehe, dass man als Schwuler überhaupt erzeugter Anhänger dieser Kirche sein kann. Im Übrigen hätte sich Herr Berger der Konsequenzen bewusst sein müssen.

    Der einzige Weg, der noch mehr Schlagzeilen produzieren wäre: Kirchenaustritt seitens Herrn Berger mit Ethik als neues Zweitfach mit der Nebenwirkung, dass all seine Schüler ihm entweder gleich tun oder zumindest den Religionsunterricht ablegen.
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#8 die euleAnonym
  • 18.05.2011, 13:22h
  • Antwort auf #1 von Franky_Eyes
  • Natürlich paktierten nicht nur die evangelischen Deutschen Christen mit der NSDAP, sondern auch die katholische Kirche. Der Katholik Adolf Hitler liess im Reichskonkordat vom 20 Juli 1933, wenige Monate nach der bürgerlichen Machtübertragung an seine Verbrecherorganisation, dort vereinbaren:

    Katholischer Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach. (Artikel 21)
    Katholische Religionslehrer dürfen nur mit Zustimmung des Bischofs eingestellt werden. (Artikel 22)

    Und sowenig wie Adolf Hitler exkommuniziert wurde, wird das Konkordat auch heute noch für die Bundesrepublik Deutschland als gültig betrachtet.
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#9 Timm JohannesAnonym
  • 18.05.2011, 14:35h
  • Antwort auf #7 von NotionConcept
  • @NotionConcept
    "Wobei ich es nicht verstehe, dass man als Schwuler überhaupt erzeugter Anhänger dieser Kirche sein kann. Im Übrigen hätte sich Herr Berger der Konsequenzen bewusst sein müssen. "

    --> Das vestehe ich auch nicht. Klar erstmal wird man hineingeboren, das ist logo. Und mit 16, 18 oder 20 Jahren kann ich das noch gut nachvollziehen, wenn Leute dann aufgrund ihrer Geburt dort Mitglied sind.

    --> Aber dann ab 20 Jahren sollten homosexuelle Menschen in Industriestaaten mit heutigem Informationszugang zu anderen Quellen/Internet/Fernsehen irgendwann doch kapieren, das die Katholische Kirche schlichtweg die falsche Kirche ist. Es gibt für Christen bessere Kirchen und falls man Atheismus besser findet, dann halt ganz raus aus den Kirchen.

    Aber als homosexueller Christ Mitglied bei den Katholiken zu bleiben, ist nicht nachvollziehbar.

    Das ist auch etwas, was ich bei Klaus Wowereit nicht nachvollziehen kann, der weiterhin Katholik ist. Hier einige Beispiele von Kirchenmitgliedschaften der dezeitigen offen homosexuellen Politiker in Deutschland:

    == EKD-Landeskirchen-Mitglieder ==
    * Guido Westerwelle
    * Ole von Beust
    * Karin Wolff
    * Roland Heintze

    == Katholische Kirchen-Mitglieder ==
    * Klaus Wowereit
    * Jörg van Essen
    * Stefan Kaufmann

    == Konfessionslos/Atheist ==
    * Michael Kauch
    * Sabine Jünger

    == Buddhist ==
    * Herbert Rusche

    Es gibt natürlich noch mehr offen homosexuelle Landespolitiker und ich habe nur ein paar von Ihnen ausgewählt.

    Volker Beck, Birgit Bender, Lissy Gröner oder Johannes Kahrs weiß ich nicht genau. Vielleicht wissen dies hier andere im Forum.
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#10 jojoAnonym
  • 18.05.2011, 14:44h
  • Antwort auf #7 von NotionConcept
  • "Immerhin sind die Religionslehrer damit offiziell Missionare der katholischen Kirche."

    ...die aber nicht von der kirche, sondern vom staat bezahlt werden. deshalb wäre es nur angemessen, wenn der staat auch garantiert, dass das privatleben kein kündigungsgrund sein darf.

    die innere logik der kündigung ist nach den geltenden regeln zwar völlig nachvollziehbar, aber gerade das ist ja der skandal: dass die kirchen darüber entscheiden dürfen, welche ideologien im religionsunterricht an deutschen schulen gelehrt werden, und dass, wie hier nur allzu offenkundig wird, diese ideologien sogar den werten des grundgesetzes fundamental widersprechen dürfen.
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