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Was wird man in Tennessee demnächst noch sagen und schreiben dürfen? (Bild: addletters.com)

Der Senat des US-Bundestaates Tennessee hat am Freitag ein Gesetz beschlossen, das es Schulen praktisch unmöglich macht, über Homosexualität zu unterrichten. Die sogenannte "Don't say gay bill" muss nun neu in das Repräsentantenhaus des Staates eingebracht werden, eine frühere Version des Gesetzes hatte die Kammer abgelehnt.

Der Gesetzentwurf des republikanischen Senators Stacey Campfield verbietet es Schulen bis zur achten Klasse, über Homosexualität zu unterrichten. Stand dies ursprünglich sogar im Gesetzentwurf, ist mittlerweile davon die Rede, dass Lehrer nur über "die natürliche menschliche Fortpflanzung" unterrichten dürfen. Auch Schulbücher und sonstige Materialien sind darauf zu beschränken.

Analog zu dem britischen Clause 28, der unter Maggie Thatcher eingeführt wurde, wird befürchtet, dass das schwammige Gesetz nicht nur Auswirkungen auf den Sexualkundeunterricht hat, sondern jegliche Aufklärung über Homosexualität an Schulen behindert. Die später unter Labour zurückgenommene Regelung war bereits Vorbild für ein ähnliches Gesetz, das seit letztem Jahr in Litauen gilt.

"Es gibt Beweise dafür, dass Lehrer in Schulen für Homosexualität werben", hatte Campfield das Gesetz begründet. Dabei sei Homosexualität ein "Lebensstil", der immer zu gesundheitlichen Problemen führe. 2009 hatte er in einem Radiointerview rethorisch gefragt, ob nicht auch Sex mit Tieren in der Schule vorkommen müsse, wenn man schon über Homosexualität im Unterreicht rede.

Breiter Protest geplant

Homo-Aktivisten kritisierten die Entscheidung des Senats. Das Gesetz führe gar dazu, dass Kinder nicht über ihre gleichgeschlechtlichen Eltern reden dürften. Schulpsychologen düften suizidale Teenager nicht unterstützen, was angesichts der bekannt gewordenen Selbstmorde der letzten Monate unglaublich sei. Per Facebook und Twitter soll nun Widerstand gegen das Gesetz organisiert werden, für Sonntag, dem Harvey Milk Day, ist eine Demonstration unter dem Titel "It's OK to Say Gay" geplant.

Protest in Form eines Youtube-Videos kommt auch vom offen schwulen Schauspieler George Takei, der seine ursprüngliche Idee auf Twitter, statt Gay einfach Takei zu sagen, weiterspinnt. Er hat dazu sogar einen Shop mit T-Shirts und Pins eingerichtet.

Youtube | George Takei nimmt das Gesetz mit Humor

Rückschritt in Anti-Diskriminierung

Bereits in der letzten Woche hatten beide Kammern des Parlaments von Tennessee ein Gesetz beschlossen, das Antidiskriminierungsregelungen von Städten, die über die landesweite Gesetzgebung hinausgehen, aufhebt. Das betrifft vor allem Nashville; die Stadt gibt etwa keine Aufträge an Firmen, die Schwule und Lesben diskriminieren. An dem Gesetz war die Nebraska Chamber of Commerce beteiligt, in ihrem Rat sitzen Vertreter unter anderem von Nissan, FedEx, AT&T, Comcast, Pfizer und KPMG. Aktivisten wollen nun gegen diese Firmen demonstrieren. (nb)



#1 MalteAnonym
  • 21.05.2011, 13:20h
  • Ja, gegen Aufklärung und Bildung haben die Ewiggestrigen was. Denn gebildete Menschen lassen sich nicht von ihnen verarschen und führen.

    Nur dumme bzw. dumm gehaltene Menschen folgen ihnen blind.
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#2 tom21
  • 21.05.2011, 15:16h
  • "Es gibt Beweise dafür, dass Lehrer in Schulen für Homosexualität werben", ja klar, weil Homosexualität ja auch ansteckend ist. Woher haben die ihre Bildung? Höchstwahrscheinlich blockiert deren Angst ihre Fähigkeit zu denken. Dann sollte die einen Psychologen aufsuchen, denn Angst ist therapierbar im Gegensatz zu Homosexualität.
    Die Lehrer werben nicht, sie klären auf. Aber vielleicht wollen die Abgeordneten noch mehr Jungendliche auf dem Gewissen haben.
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#3 GaygreenAnonym
  • 21.05.2011, 16:03h
  • Das ist schon echt krass: Wenn Homosexualität so schlimm ist, werden die meisten Leute die Finger davon lassen... Die Pappnasen haben doch eher die Angst, dass die Leute auf den Trichter kommen, wir seien gar nicht so schlimm, am Ende sind Schwule noch cool, ja was dann? Dann sind die Cons nur noch am Arsch

    Die Zeit wird sie hinwegfegen...
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#4 Tobi CologneAnonym
  • 21.05.2011, 16:46h
  • Das Video von Takei zeigt, wie lächerlich das ist, einzelne Wörter zu verbieten.

    Was ich mich auch frage:
    dürfen jetzt auch keine Lieder mehr gesungen werden, Bücher verkauft und gelesen werden, Filme gezeigt werden, etc. wo das Wort "gay" nicht im Sinne von "schwul", sondern als "fröhlich, unbeschwert" verwendet wird.

    Und was passiert, wenn man dagegen verstößt? Kommt dann die Sittenpolizei angerannt und entschwult Dich?

    Die Homohasser werden echt immer peinlicher und lächerlicher! Nur schlimm, dass sie so viel Macht und Einfluss haben und deswegen wirklich viel schlimmes anrichten können.
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#5 Iceman
  • 21.05.2011, 17:36h
  • Es ist wirklich kaum zu glauben, dass manche Menschen immer noch solch einem rückständigen Denken unterlegen sind. Während sich andere Menschen weiterentwickeln, sind Leute wie Stacey Campfield in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind.

    Der endgültige Beschluss dürfte für die LGBT-Rechte in Tennessee ein großer Rückschritt sein und Fundamentalisten einen weiteren Boden dafür geben, ihre Lügengeschichten zu verbreiten und Menschen ins Unglück zu treiben.
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#6 uAnonym
#7 Schoki Anonym
  • 21.05.2011, 18:23h

  • Natürlich! Und logischerweise müsste jetzt heterosexual auch verboten werden, weil in schulen dafür geworben wird. Und natürlich! Dann müsste Heterosexualität auch EIN 'Lebensstil' sein, und wer hätte das gedacht? DIE werden ja auch krank! Was für ein Schwachsinn... Und das sollen fortschrittliche Länder sein? Da waren Urmenschen ja sogar besser dran...
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.05.2011, 19:43h
  • In Tennessee hat wohl der Whiskey den Politikern und vor allem dem Senator das Gehirn vernebelt! Wie bescheuert ist das denn?
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#9 GayDayAnonym
#10 Timm JohannesAnonym
  • 22.05.2011, 19:43h
  • In den USA sind die Meldungen sehr widersprüchlich. Dort wo die Republikaner an der Macht sind, gibt es Rückschläge und negative News.

    Dort wo die Demokraten an der Macht sind, gibt es positive Meldungen und Fortschritte. Aktuell hat diese Woche der Bundesstaat Rhode Island als weiteres Bundesland die Einführung der Lebenspartnerschaft im Unterhaus von Rhode Island beschlossen. Erst vor ein paar Wochen gelang dies ebenso im Bundesstaat Delaware.

    Die Demokraten in den USA sind für mehr Homo-Rechte und die Republikaner sind dagegen. Sehr bedauerlich, das die USA nur das Zweiparteiensystem seit Jahrzehnten aufgrund ihres Wahlsystems aufweisen.
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