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Lasst das Psychospiel beginnen, der Ärger kommt automatisch... (Bild: Wiki Commons / Startaq / CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0GFDL)

Auch in schwul-lesbischen Partnerschaften kommt es zu Psychotricks und Machtpoker. "Happy Together", Teil 11 unseres Beziehungsratgebers.

Von Carsten Weidemann

Die berühmtesten Psychospiele der Filmgeschichte spielte 1960 der schwule Schauspieler Anthony Perkins, der als Norman Bates in Alfred Hitchcocks düsterem Klassiker wegen einer äußerst ungesunden engen Mutterbindung metzelte und meuchelte. Dafür zog er sich sogar ihr Kleid an. Mit solch extremen Persönlichkeiten wie Norman Bates wäre es bestimmt kein Zuckerschlecken, eine Beziehung zu führen. Nicht jeder, der Mami doll lieb hat, greift zum Küchenmesser. Aber eines ist ganz gewiss: In jeder Beziehung gibt es jede Menge Psychospiele. Viel öfter, als wir es wahrnehmen. Sehr oft sind sie harmloser Natur. Mitunter aber können sie das Miteinander ganz schön erschweren oder gar zum Bruch der Beziehung führen. Wer etwas für die Partnerschaft tun will, der kann dies erreichen, indem er die "Spiele" erkennt und darauf entsprechend reagiert.

Ein Beispiel: Klaus kommt müde nach Hause, der Chef hat ihn heute ziemlich gestresst. Völlig zu Unrecht angemacht, findet Klaus. Sein Mann, Norbert, wartet bereits seit einiger Zeit auf ihn, hat das Essen gekocht, nun ist Klaus zu spät. Mal wieder, es ist nicht das erste Mal. "Die Nudeln sind jetzt matschig", konstatiert Norbert am Küchentisch, um dann in einem fort darüber zu klagen, wie schlecht dieser Tag für ihn heute gewesen ist. Klaus wird immer wütender und fährt seinen Freund schließlich an: "Kannst du nicht mal für fünf Minuten aufhören, rumzunörgeln? Ich will ihn Ruhe meine matschigen Nudeln essen." Das Eis-Dessert fällt an diesem Abend aus, die Stimmung ist bereits frostig genug.

Die schwul-lesbische Beziehung im Drama-Dreieck

Was ist schief gelaufen? Beide hatten Erwartungshaltungen, die aus ihrer Sicht enttäuscht wurden. Beide fühlen sich vom jeweils anderen vernachlässigt. Die Enttäuschung, die aus einer egoistisch verzerrten Sicht erwuchs, ist der Starter für ein Spiel, bei dem es mit Aggression endet. Paare, die ihre wunden Punkte gut kennen, wissen, welche Knöpfe sie drücken müssen.

Der Diplom-Psychologe Ulrich Dehner und die Persönlichkeits-Trainerin Renate Dehner haben in ihrem Buch "Schluss mit diesen Spielchen" die wichtigsten Merkmale dieser Verhaltensweisen erläutert: Psychospiele laufen oft nach denselben Mustern ab, aber dennoch fällt es schwer, aus ihnen auszubrechen. Es gibt drei verschiedene Rollen in den Spielen, die das ablaufende Drama perfekt machen: Verfolger, Retter und Opfer. In einem Spiel können die Rollen schnell wechseln. Und das Wichtigste: Wir spielen diese Spiele nicht bewusst, nicht aus Boshaftigkeit. Sie stammen aus in der Kindheit erlernten Verhaltensmustern, mit denen wir entweder Machtverhältnisse ausloten oder Belohnungen erhalten wollen. Psychospiele werden besonders gern von Menschen gespielt, die mit sich selbst nicht im Reinen sind, oder den Partner als "nicht Okay" empfinden. Nur Paare, die sich selbst und den anderen so annehmen, wie man oder er eben ist, brauchen diese Spiele nicht. Wer seine Wünsche oder Klagen offen besprechen kann, hat Druck oder Manipulation nicht nötig.



#1 alexander
  • 22.05.2011, 20:52h
  • das hat aber mit schwul/lesbisch nicht viel zu tun .
    das sind doch die typischen alltagsproblemchen jeder "beziehung" ! wer nicht gelernt hat diese in den griff zu bekommen, wird immer wieder die erfahrung machen, dass aus solchen "kleinigkeiten", selbstläufer werden, die jede beziehung torpedieren können !

    in erster linie hilft nur akzeptanz der macken des partners und vor allem respekt vor demselben !

    der rest ist L I E B E !
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