Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14288

Junge Körper vor alten Fassaden: Dachterrasse des "heterofriendly" Hotels Axel in Barcelona

I need Spain, Teil 1: In einer neuen Serie stellen wir Spanien als gayfriendly Reiseziel vor - Barcelona macht natürlich den Anfang.

Von Carsten Weidemann

Kaum ist der schwule Tourist dem Flieger entstiegen und in der katalanischen Metropole Barcelona angekommen, wird er einen Gefühlsmix von großer Begeisterung und einem kleinen bisschen Bedauern entwickeln. Begeisterung über die vielen schmucken Männer, die die Straßen und Plätze bevölkern. Bedauern, weil man nicht Betreiber eines Fitness-Studios an diesem Ort ist. Man würde bestimmt gut verdienen, so wohl geformt und trainiert wirkt hier die Mehrzahl der Katalanen. Das gilt besonders für die, die auf Hombres stehen.

Doch völlig egal, auf welche Sorte Männer man selbst steht, Barcelona kickt auf vielfältige Weise und bietet eigentlich so ziemlich alles, was man sich für einen Urlaub wünschen kann. Kultur, Design, Geschichte, Küche, Party, Szene oder Sonne: Alles da. Nur auf Skifahren oder übermäßig schlechtes Wetter muss man hier verzichten. Kein Problem, oder? Das Füllhorn an Möglichkeiten, das die Stadt über einem ausschüttet, ist eingebettet in ein mediterranes und weltoffenes Lebensgefühl, das ansteckt und selbst steifste Deutsche sanft weichklopft.

Historie und Moderne verschmelzen perfekt


Barcelonas lockeres Lebensgefühl steckt an (Bild: Christian Scheuß)

Spanien ist als Urlaubsziel für Deutsche die Topadresse, besonders die Inseln locken zum süßen Nichtstun am Strand (Mallorca) oder zum extravaganten wie exorbitant teurem Partyleben (Ibiza). Doch die mit 1,6 Millionen bevölkerte Hauptstadt Kataloniens bietet einiges, das schwule Herzen höher schlagen lässt. Dazu gehört zum Beispiel die gelungene Kombination von Historie und Moderne. Wer durch das schwule Viertel läuft, das eigentlich l'Eixample heißt, aber von allen nur noch Gayxample genannt wird, sieht diese Verschmelzung deutlich. Die großen und alten Wohnhäuser, die entlang der am Reißbrett entworfenen schnurgeraden Straßen stehen, zeigen die historischen Fassaden, dahinter aber wurde in den vergangenen Jahren viel renoviert. Zahlreiche Restaurants, Bars und auch Hotels könnten auf Anhieb zahlreiche Designerpreise für ihre Inneneinrichtung gewinnen. Wer hier Gäste anlocken will, muss auf irgendeine Art und Weise originell und unverwechselbar sein.

In den Designer-Hotels sind die Preise zwar immer etwas höher als im Durchschnitt, aber es gibt dennoch genügend Angebote in und um das Gayxample-Viertel herum, die selbst in der Preisklasse um 40 Euro pro Nacht wesentlich schicker sind als das, was man in Deutschland dafür geboten bekommt.

Erst Gayxample und Party, dann Sitges und Strand


Beim Europride 2009 war ganz Barcelona auf den Beinen (Bild: Christian Scheuß)

Das alt und neu gut zusammen gehen, zeigen natürlich die verspielten Bauten von Antonio Gaudi ebenso wie das Museum für zeitgenössische Kunst MACBA. Beides zu besichtigen ist beim mehrtägigen Aufenthalt in Barcelona überaus empfehlenswert. Auch wenn die zahlreichen Ausgeh-Orte der schwul-lesbischen Community die Moderne repräsentieren, es gibt auch eine lange Geschichte der Homo-Bewegung, die nicht vergessen wird. Bereits 1970 gründete sich in Barcelona die erste nationale Gruppe, die gegen die homofeindliche Diktatur unter Franco rebellierte. Inzwischen dürfen Schwule und Lesben sogar heiraten. Wie entspannt die Situation ist, konnten alle Besucher des Europride vor zwei Jahren beobachten: Die ganze Stadt tanzte bei der Parade, die über die Prachtalleen zog, begeistert mit. Für schwule Touristen gibt es regelmäßig eine Stadtführung, die unter anderem in den ältesten noch existierenden Sexshop Spaniens führt und auf Spurensuche im ehemals von Matrosen bevölkerten "Chinesenviertel" in der Nähe des Hafens geht.

Zum Lebensgefühl der Stadt gehört auch ein gehöriges Maß an Nachtaktivität. Das Abendessen beginnt nicht vor 21 Uhr und kann mitunter bis zu drei Stunden dauern. Das Restaurant ist der erste Treffpunkt für Freunde, bevor sie weiterwandern in die Saunen oder auf Partys. Um drei Uhr in der Früh geht man in der Regel nicht ins Bett, sondern wechselt noch einmal die Location für ein letztes Bier. Keine Sorge, die Hotels sind darauf eingestellt und zwingen einen nicht, bis zehn Uhr gefrühstückt oder bis Mittag unbedingt ausgecheckt zu haben.

Wer nach ein paar Tagen mit Party und Stadtbesichtigungen genug hat, der kann sich in den nächsten Zug setzen und nach Sitges begeben. Keine Stunde später ist man bereits eingecheckt an dem Badeort, an dem das schwule Leben ebenfalls ein pulsierendes Zentrum besitzt, sich aber insgesamt viel entspannter präsentiert. Der Strand ist besonders beliebt bei schwulen Paaren, die auf der Suche nach Siesta plus Szene sind.

Im nächsten Monat: Spaniens schönste Strände



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.05.2011, 09:51h
  • Barcelona ist eine wunderbare Stadt und natürlich das Erste, was man mit Katalonien verbindet. Und auf den Ramblas sollte man auch unbedingt einmal flaniert haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Geert.Anonym
  • 23.05.2011, 10:09h
  • Leider ist für den, der Spanisch lernen will, Barcelona nicht der richtige Ort. Dort spricht man (immer mehr) Katalanisch. Alles ist in dieser Sprache ausgeschildert. Und da Spanisch und Katalanisch viele Ähnlichkeiten aufweisen, kann das schon sehr verwirren.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 udo walzAnonym
#4 CarstenFfm
#5 vingtans
  • 23.05.2011, 18:54h
  • fahrt halt eben in puff nach barceloner zur prostatavorsorge..

    wie wärs denn mal wenn ihr mal urlaub außerhalb der szene macht?

    bestimmt auch mal spannend...die echte kultur kennenzulernen ;)
  • Antworten » | Direktlink »
#6 IgorekAnonym
  • 29.05.2011, 18:46h
  • Barcelona muss man unbedingt erlebt haben, nicht nur wegen der Szene sondern auch wegen der Stadt selbst und ihrer Einwohner...Wer schon einmal dort war, kommt sehr wahrscheinlich wieder !
    A propos Szene, 1 "Institution" ist leider verschwunden: das Martin´s (zum tanzen cruisen rumsexen trinken quatschen lachen...)
    Gibt es wieder was Vergleichbares?
    Vielen Dank für eine mögliche Antwort.
    Viel Spaß dort!
    Igorek
  • Antworten » | Direktlink »