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Von Dirk Jung

Erstmalig in einer Olympia-Stadt ausgetragen sind die 9. Eurogames in München seit Montag Geschichte. Olympische Dimensionen erreichte dieses schwul-lesbisch-transidentische Event nicht, dennoch konnte es sich sehen lassen: mehr als 5500 Teilnehmer aus 38 Ländern in 26 Disziplinen und ein Vielfaches an Zuschauern machten die Wettkämpfe erfolgreich.

Vor 11.000 Zuschauern führten Isabell Varell und der kanadische Schwimmer Mark Tewksbury am Donnerstag durch die Eröffnungsfeierlichkeiten in der Olympiahalle. Tewksbury ist einer der wenigen offen schwul lebenden Profisportler und wurde 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona mit olympischem Edelmetall dekoriert. Geboten wurde, wie auch in den folgenden Tagen, ein buntes Kulturprogramm. Die frisch verpartnerte Marla Glen trat ebenso auf wie Jimmy Somerville. Erstmals war auch ein Regierungsmitglied bei den Eurogames und so verlas neben dem Schirmherrn Oberbürgermeister Ude (SPD) auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) Grußworte.

Gleich sechs Medaillen im Schwimmen gewann die österreichische Nationalratsabgeordnete der Grünen, Ulrike Lunacek. "Die lesbisch-schwulen Meisterschaften haben einmal mehr bewiesen, dass öffentliche Sichtbarkeit und sportliche Leistung verbunden werden kann," bilanzierte die offen lesbische Politikerin.

Im Vorfeld der Eröffnungsveranstaltung hatten die Wettbewerbe bereits begonnen. Allein 200 Tennismatches waren auf den 57 Courts schon ausgetragen. Am Freitag folgten auf einer der größten Tennisanlagen unserer Republik die nächsten 300.

250 Helfer standen dem achtköpfigen Vorstand bei der langjährigen Planung und Organisation im Vorfeld zur Seite, 1000 Ehrenamtliche waren es während der Eurogames. Die Stadt München unterstütze die Sportveranstaltung in vielfältiger Weise, doch bis auf eine Ausfallbürgschaft wurden keine öffentlichen Gelder in Anspruch genommen: Teilnahmegebühren, Eintrittsgelder (bis auf die Tanzsportveranstaltungen waren nur die Kulturveranstaltungen kostenpflichtig), Vereinsmitgliedschaften, Spenden und Sponsorengelder verhalfen den Eurogames zum Erfolg.

Auch prominente Sportler wie die "Tatort"-Kommissarin Ulrike Folkerts, die sich im Schwimmen Medaillen sichern konnte, nahmen teil. Und es gab Sportler, die durch ihre Teilnahme erst prominent wurden - so wie die 28-jährige Berliner Ulrike Bernau, die im Florett-Fechten alle Wettbewerbe gewinnen konnte.

Neben viel Sport und Kultur wurde am Freitag auch eine Europäische Konferenz zu Homosexualität & Behinderung im Sport veranstaltet. Als guter Vorsatz hierzu wurden erstmalig 55 Sportler mit Behinderung in die Eurogames integriert.

32 Jahre nach den Olympischen Spielen, 32 Jahre nach Mark Spitz, aber auch 32 Jahre nach dem Attentat gegen das israelische Team sah München eine Sportgroßveranstaltung, an der sich Utrecht im kommenden Jahr messen lassen muss.