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Manche Schwule müssen nur ihren Mund aufmachen - und jeder weiß Bescheid... (Bild: See-ming Lee / flickr / by-sa 2.0)

In einer neuen Studie untersuchten US-Wissenschaftler, ob Probanden Schwule nur an der Aussprache erkennen können. Ergebnis: Wenn Vokale gesprochen werden, kann eine deutliche Mehrheit die sexuelle Orientierung richtig zuordnen.

Studienleiter Erik Tracy von der staatlichen Universität von Ohio hat in einer Reihe von Untersuchungen sieben schwule und sieben heterosexuelle Männern beauftragt, einsilbige englische Worte wie "food" oder "mass" aufzusprechen. Zuhörer mussten dann anhand dieser Aufnahmen entscheiden, ob der Sprecher schwul oder heterosexuell ist. Wenn sie nur den erste Konsonanten hörten ("m"), konnten die Befragten die sexuelle Orientierung nicht richtig zuordnen. Wenn sie jedoch den ersten Vokal hörten ("ma") konnten sie zu 75 Prozent sagen, ob der Sprecher Männer liebt oder Frauen. "Wir glauben, dass die Zuhörer die akustischen Informationen, die im Vokal enthalten sind, nutzen, um ihre Entscheidung über die sexuelle Orientierung zu fällen", sagte Tracy. "Ich bin aber nicht sicher, auf was genau die Zuhörer im Vokal reagieren."

Dennoch sei es eine Tatsache, dass Menschen insbesondere in Telefongesprächen darauf trainiert werden würden, persönliche Charakteristika über die Stimme zuzuordnen. "Wenn wir mit Leuten sprechen, die wir nicht sehen, können wir trotzdem Rückschlüsse auf ihr Geschlecht, ihr Alter, ihre Rasse oder ihre sexuelle Orientierung ziehen", so Tracy. Welche Prozesse sich bei der Zuordnung von sexueller Orientierung abspielen, kann der Psychologe aber nicht sagen.

Andere Forscher haben bereits in der Vergangenheit nach der "schwulen Stimme" gesucht. So untersuchten Linguisten die Universität von Toronto 2002 die unterschiedliche Sprachweise von Schwulen und Heteros und fanden dabei eine Sprechweise unter Schwulen, die vergleichbar mit weiblicher Aussprache sei. Allerdings konnten sie auch nicht erklären, warum viele Schwule so sprechen, insbesondere mit Blick auf die Stigmatisierung von Männern mit "schwuler" Stimme. Die Forscher erklärten auch, dass weniger als die Hälfte der Schwulen "eindeutig schwul" klingen würde.

Tracy will seine Ergebnisse am Montag bei einem Vortrag in Seattle für die "Acoustical Society of America" vorstellen. Titel: "Unterscheiden zwischen schwuler und heterosexueller Sprache der Männer". (dk)



#1 eMANcipation*Anonym
  • 23.05.2011, 13:20h
  • Und weiter gehen die heterosexistischen Stigmatisierungsdiskurse.

    Solange Klischees und Stereotype zur self-fulfilling prophecy werden, haben die *natürlich* heterosexuellen Herren wahrlich nichts zu befürchten.

    Wie man sieht, wirkt es (mindestens un-/unterbewusst):

    "Menschen können Schwule an der Aussprache erkennen."

    Erkennen Schwule auch Menschen an deren Aussprache?

    Die herrschende Sprache ist halt immer die Sprache der Herrschenden!
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#2 EnyyoAnonym
  • 23.05.2011, 13:29h
  • Antwort auf #1 von eMANcipation*
  • Bist Du da nicht etwas voreilig?

    Vielleicht ist der Forscher ja selbst schwul und wollte (s)eine These verifizieren. Oder die Zuhörer waren schwul und haben "ihresgleichen" deshalb so gut erkannt?!

    75% sind jedenfalls 'ne ordentliche Trefferquote - annähernd so gut konnte man Gays vor 25 Jahren auch noch auf Sicht erkennen, bevor die pöhsen Heteros uns modische Klamotten, stylische Frisuren und ein insgesamt gepflegtes Äußeres "geklaut" haben...
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#3 selimAnonym
  • 23.05.2011, 13:35h
  • Absoluter Schwachsinn, was ist dann mit Bisexuellen sprechen die halbschwul? Und was ist mit Lesben?
    Wenn sich für die Studie nur Klischeetunten melden die absichtlich so sprechen ist das Ergebnis kein Wunder, aber es zu verallgemeinern und behaupten es betrifft fast die Hälfte ist stigmatisierend und meschenverachtend. Was bringt so eine Studie anderes als weiter Vorurteile zu schüren und Schwulen Weibischkeit zu unterstellen?
    Nicht tuntige Schwule mit normaler Stimme werden sich noch später outen als eh schon wenn solche "Studien" als allgemeingültig erklärt werden.
    Die verschwenden Geld für Schrott anstatt sinnvolle Studien und Projekte für Homosexuelle zu finanzieren, die helfen und nicht weiter stigmatisieren!
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#4 AlexAnonym
  • 23.05.2011, 13:50h
  • "hat in einer Reihe von Untersuchungen sieben schwule und sieben heterosexuelle Männern beauftragt, einsilbige englische Worte wie "food" oder "mass" aufzusprechen."

    "Die Forscher erklärten auch, dass weniger als die Hälfte der Schwulen "eindeutig schwul" klingen würde."

    Das heisst es wurden nur 7 (!) schwule Männer
    ( sicher alle offen schwul lebend die sich von sich aus zur Studie gemeldet haben, was die Statistik verfälscht) getestet, von denen weniger als die Hälfte schwul spricht.
    Anhand von 2 oder 3 schwulen Männern wird pauschalisierend geurteilt: Menschen können Schwule an der Aussprache erkennen.
    Soviel zu dieser seriösen Studie
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#5 tom21
  • 23.05.2011, 13:52h
  • Das sich viele (nicht alle) Schwule im Verhalten und auch in der Sprache anders ausdrücken als Heterosexuelle ist wohl nichts neues. Ich wäre aber mit der im Text genannten Zahl (75%) vorsichtig. 7 Schwule und 7 Heteros zu betrachten ist für die Statistik nicht gerade viel. Außerdem würde ich gerne wissen, ob sich ein öffentliches Coming out auf die Aussprache der Probanden auswirkt, bzw. wie stark es sich auswirkt. Dass sich ein öffentliches "Bekenntnis" zur Homosexualität auf das eigene Verhalten auswirkt, ist wohl nichts neues. Interessant ist allemal wie sich dies auf die Aussprache auswirkt.

    p..s. Im Rahmen von "Schrill im April" in Karlsruhe hat Prof. Dr. Sabine Heilang von der Universität Heidelberg einen sehr interessanten Vortrag ("Ticken Lesben und Schwule anders?") gehalten.

    www.jubez.de/veranstaltungen/ticken-lesben-und-schwule-ander
    s


    Eine Erkenntnis war, dass Schwule in der Regel eine bessere sprachliche Kompetenz aufweisen.

    Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Statistik zwar Aussagen über eine Gruppe machen kann, sie jedoch über die einzelne Person nichts aussagt.
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#6 eMANcipation*Anonym
  • 23.05.2011, 14:07h
  • Antwort auf #5 von tom21
  • Ich wehre mich als Schwuler generell dagegen, mich von so genannten Forschern und Wissenschaftlern in dieser Weise als Untersuchungsobjekt vorführen zu lassen.

    Anderssein und unseren Stolz darauf sollten wir selbst im Alltag vorleben und für alle sichtbar machen - und zwar in der ganzen Breite der schwulen Vielfalt!

    Wir haben es aber nicht nötig, uns immer wieder als Versuchstiere begaffen und zerlegen und uns damit selbst zum Werkzeug dümmlichster Stereotypisierungen machen zu lassen,

    die am Ende nichts anderes bewirken, als Stigmatisierung zu vertiefen und die Abgrenzungsbedürfnisse sexuell verunsicherter "Heterosexueller" zu befriedigen.

    Und wer es immer noch nicht gemerkt bzw. unter #1 nicht verstanden hat:

    Die stigmatisierende Wirkung zeigt sich ja auch realsatirisch in der Überschrift des obigen Artikels.
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#7 AlexAnonym
  • 23.05.2011, 14:25h
  • Antwort auf #5 von tom21
  • "Das sich viele (nicht alle) Schwule im Verhalten und auch in der Sprache anders ausdrücken als Heterosexuelle ist wohl nichts neues"

    Natürlich gibt es tuntige Schwule. Aber sie sind die Minderheit. Sie fallen direkt als schwul auf, die anderen Schwulen erkennt man nicht sofort und daher meint man die meisten Schwulen würden tuntig sein.
    Es ist im Endefekt der Versuch der Unterdrückung in dem man die Zahl der Homosexuellen möglichst klein halten will wenn man sagt man erkennt Schwule an ihrer Art. So denken die Leute dann, nur wer ein bestimmtes Verhalten zeigt ist schwul und alle anderen sind pauschal Hetero.
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#8 tom21
  • 23.05.2011, 14:41h
  • Antwort auf #6 von eMANcipation*
  • Es geht nicht darum, Menschen in eine Ecke zu drängen oder sie irgendeinem Schema anzupassen / sie ausfindig zu machen, es geht um Erkenntnisse über uns Menschen. Warum sind wir wie wir sind? Bestimmte Bevölkerungsgruppen sind nun mal anders. Weils sie linkshändig sind oder schlechte Augen haben oder halt weil sie Homosexuell sind. Erkenntnisse über diese Gruppe zu sammeln, ist nichts verwerfliches, man kann daraus auch Vorurteile und falsches Wissen beheben.
    So stellten mehrere empirische Studien fest, dass die sexuelle Ausrichtung der Eltern keinen Einfluss auf die sexuelle Ausrichtung der Kinder hat.
    Verweigerung der Tatsache, dass homosexuelle Menschen häufig anders sind als Heterosexuelle ist eine Verweigerung der Realität. Anders zu sein bzw. auch einer Minderheit angehören, ist keine Wertung sondern eine Tatsache und wenn man herausfindet, dass Schwule Wörter anders aussprechen, dann ist es halt so. Wer sagt, dass das schlecht oder gut ist?
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#9 tom21
  • 23.05.2011, 14:52h
  • Antwort auf #7 von Alex
  • Das die 7 Homosexuellen nicht repräsentativ sind, ist wohl klar.
    Übrigens muss man sich nicht darüber streiten, ob Schwule im Verhalten anders sind als Heteros. Wenn eine Studie zeigt, dass es eine Korrelation (Abhändigkeit) zwischen Schwulsein und Aussprache gibt, dann ist es halt so. Ich sehe darin noch lange keine Wertung. Aufpassen muss man natürlich wie die Studie sich präsentiert, denn eine Aussage wie: "Schwule sprechen anders" ist nicht gerade souverän.
    Außerdem geht es nicht darum, wie eine Tunte zu klingen, sondern das man Wörter anders ausspricht und das kann durchaus auch sehr subtil sein.
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#10 timmiAnonym
  • 23.05.2011, 15:02h
  • Wenn schon die Aussprache untersucht wird und das ohne jeglichen Sinn(weil was hat man davon?), ist der nächste Schritt hirnorganische Untersuchungen.
    Was daraus werden kann sieht man an der deutschen Geschichte.
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