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Ulrike Folkerts spielt bereits seit 1989 Lena Odenthal, eine Kommissarin mit ambivalenter sexueller Orientierung

Bei einer Pressekonferenz erklärte "Tatort"-Schauspielerin Ulrike Folkerts, das Coming-out eines Profi-Fußballers in Deutschland könne schlimme Konsequenzen haben.

"Dieses Gepushe mit dem 'oute dich doch, dir passiert schon nichts', das ist einfach Quatsch", sagte die 50-Jährige nach dpa-Angaben bei der Vorstellung des neuen SWR-"Tatorts". "Im Abseits" handelt von einem Mord unter Fußball-Nationalspielerinnen und soll am 19. Juni im Ersten ausgestrahlt werden. Wäre sie ein Profi-Fußballer, würde sie sich nicht offenbaren, erklärte die offen lesbische Schauspielerin in der Pressekonferenz weiter: "Ich befürchte da echt das Schlimmste".

Bereits letzte Woche hatte Nationalspieler Philipp Lahm vor einem Coming-out gewarnt: "Für denjenigen, der es tut, würde es sehr schwer werden. Ein offen schwuler Fußballer würde Schmährufen ausgesetzt sein", erklärte der Bayern-Kapitän (queer.de berichtete). Ähnlich hatten sich auch andere Fußballer wie der Werder-Torwart Tim Wiese geäußert. Schalke-Keeper Manuel Neuer glaubt dagegen, dass die Fans sich schnell an einen offen schwule Spieler gewöhnen würden (queer.de berichtete).

Der letzte "Tatort", der sich um homosexuelle Fußballer drehte, hat jedoch gezeigt, wie weit verbreitet die Homophobie im Profifußball auch in der Führungsetage des Deutschen Fußballbundes ist: Im März kritisierte DFB-Manager Oliver Bierhoff nicht nur die Folge "Mord in der ersten Liga", sondern generell die Darstellung von schwulen Fußballern in fiktiven Fernsehserien. Es sei "schade und ärgerlich, dass die Prominenz der Nationalelf missbraucht wird, um irgendein Thema zu entwickeln oder einen Scherz zu machen", so Bierhoff in einem "Bild"-Interview (queer.de berichtete). Bislang hat es in Deutschland noch kein einziger aktiver Profi gewagt, öffentlich zu seiner Homosexualität zu stehen. (dk)



#1 SvenAnonym
#2 Timm JohannesAnonym
  • 23.05.2011, 16:59h
  • Also es gibt mittlerweile viele offen homosexuelle Sportler in Profisport in den Einzelsportarten sowie in Sportarten mit friedlicherem "softeren" Publikum.

    Hier eine Liste auf der deutschen Wikipedia, wo aber auch längst nicht alle offen homosexuell lebenden Profisportler aufgeführt sind.

    *
    de.wikipedia.org/wiki/Portal:Homo-_und_Bisexualit%C3%A4t/The
    menliste/Sport


    Outsports.com ist übrigens auch eine gute Seite zu diesem Spezialthema.

    ---
    Was nunmehr die Mannschaftsportarten mit agressiverem Publikum angeht (Fussball oder American Football), da sei geantwortet; ich selber würde es wahrscheinlich auch nicht machen; das würde ich nur bei einer Einzelsportart oder bei Mannschafssportarten mit friedlicherem Publikum (Handball, Volleyball, usw.) machen.

    ---
    Gerade das Hooligansyndrom mit notwendigen Polizeieskorten an den Bahnhöfen und an den Stadien im Fussballsektor würde mir doch Sorgen bereiten. Ich kenne das in diesem agressiven Ausmaß auch bei keiner anderen Sportart in Deutschland: die Radikalisierung bei den Hooligans ist dermassen heftig (auch in England), das da jedesmal bei Bundesligaspielen hunderte von Polizisten abgeordnet werden, damit es nicht zu Ausschreitungen kommt. Da müssen jedesmal ganze Mannschafsbusse mit Polizisten auffahren, damit es friedlich bleibt.

    Insgesamt ist dies auch eine sehr negative Entwicklung, die sich da gerade beim Fussball in Deutschland zeigt. Hier müßte vielmehr an Maßnahmen seitens der Bundesligavereine unternommen werden, damit das ganze Hooliganpack aus den Stadien rausbleibt. Es schadet dem Fussball massiv.

    ---
    Gleichwohl andererseits wäre es natürlich mehr als begrüßenswert, wenn ein schwuler Profifussballer in Deutschland sich endlich outen würde... die Zeit dafür ist reif. Derjenige, der es macht, hat natürlich sämtliche LGBT und Toleranzpreise des Jahres in Deutschland verdient. Aber ob dies die möglichen Pfiffe im Fussballstadien ausgleicht ? Schwierig... es bedarf sehr viel Selbststärke, das derjenige es im Stadion "durchsteht".

    Eines darf man halt auch nicht vergessen, die Fussballprofis sind zwischen 20 und Anfang 30 Jahre alt, wo sie als Profi auf dem Platz stehen. Vielleicht sollte man es als Fussballprofi erst zum Ende seiner Karriere machen, da dann mit Ende 20 auch die innere Selbststärke höher ist.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.05.2011, 17:17h
  • Tabus sind dazu da, daß man sie bricht und das soll im Profifußball auch endlich einmal passieren!
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#4 Julek89
  • 23.05.2011, 18:38h
  • Ja und wie meinen diese Personen (z.B. Lahm oder Folkerts), dass sich betroffene Fussballer verhalten sollen?! Dass sie weiterhin versteckt leben sollen? Warum geben die denn nicht mal ein paar hilfreiche Tipps? Ist ja in Ordnung, wenn deren Meinung ist, dass es schwierig werden könnte, bzw. dass es auch extrem feindliche Fans (in dem Fall Idioten) gibt, aber... das war es dann? Mehr haben die nicht zu sagen? WENIGSTENS die Aussage, von wegen, dass sie ein Outing aber unterstützen würden? Gut finden würden? Sich darüber freuen würden? Dass es dazu endlich Zeit wäre? Tipps, wie sich die Fussballer da heran machen könnten?

    Zur WM beispielsweise gibts doch immer so eine Anrede an die Fans, dass z.B. kein Rassismus gestattet ist! Warum nicht auch das dort einbinden?

    Die wollen einfach unter sich bleiben... Die Leute (auch wir) sollen uns schön mit den billigen Aussagen beschäftigen und davon abgelenkt werden, als da mehr Druck hinter zu machen und mehr Engagement zu fordern... Es soll so bleiben wie es ist... diesen Kram können die sich auch sparen... kann mich auch dahinstellen und sagen "Ja, hmm, schwierig wird das und die bekommen bestimmt Probleme"

    Und was hilft das dann? Bitte was Konkretes oder Mund zu... das hilft nichts!
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#5 PierreAnonym
  • 23.05.2011, 19:14h
  • Diejenigen, die sich outen, haben dann das Problem alleine. Die schwule Gemeinde lässt sich dann nicht blicken.
    Als Profi-Fußballer würde ich mich nicht outen.
    Dazu ist das Publikum zu proletenhaft. Zu gewöhnlich. Zu duumm. Zu asozial.

    Dann müsste sich schon eine ganze Reihe von Profi-Fußballern aus verschiedenen Vereinen gleichzeitig outen.

    Alles andere ist Masochismus und seelischer Selbstmord auf Raten.
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#6 Timm JohannesAnonym
  • 23.05.2011, 19:42h
  • Antwort auf #5 von Pierre
  • @Pierre
    "Diejenigen, die sich outen, haben dann das Problem alleine. Die schwule Gemeinde lässt sich dann nicht blicken."

    Das ist allerdings vollkommen richtig und wahr.

    Zwar würden wir hier im Queer-Forum uns alle freuen, Queer-Journalisten, als auch Siegessäule, Hinnerk, rik, gay-web, gayromeo und unsere ganzen sonstigen Szeneblätter/homepages würden sich alle mächtig freuen und sicherlich ihre besten Artikel schreiben, um die Sache zu unterstützen. Jeder LGBT-Autor/Aktivist würde sich anstrengen und im Internet positiv mitbloggen, mitschreiben und sicherlich gäbe es auch gute Artikel bei taz, Zeit, Cicero, Sueddeutsche, Tagesschau und anderen Newsseiten/programmen; bei BILD, Rheinische Post oder Welt am Sonntag sähe das aber schon ein wenig anders aus und von kreuz.pest oder npd.scheiße will ich hier lieber nicht erst anfangen, was dort geschrieben stände.

    ---
    Aber würden wir von der LGBT-Community deswegen in das Stadium gehen und den entsprechenden schwulen Fussballspieler entsprechend unterstützen und lautstarke Gegenrufe erheben, wenn die Pfiffe der Hooligans bei Ballkontakt des entsprechenden Spielers ertönen ? Würden wir uns deswegen eine Eintrittskarte für die entsprechenden Fussballspiele kaufen, um dort entsprechend den Spieler zu unterstützen ??? Das wage ich doch sehr zu bezweifeln. So weit geht dann die Solidarität dann doch nicht.

    Hinzukommt - das Fussball nicht unbedingt der Lieblingssport der meisten schwulen Männer ist...sicherlich einige schwule Männer mögen diesen Sport, aber die meisten schwulen Freunde, die ich so kenne, betreiben andere Sportarten, insbesondere Einzelsportarten. Und ich selbst ? Okay manchmal gehe ich Fussball schauen, weil ich als Kind Fussball gespielt habe...und Nationalspiele schaue ich auch wohl, aber ein regelmäßiger Stadiengänger einer Fussballmanschaft bin ich sicherlich nicht und ich würde ehrlich gesagt, auch keine Karte kaufen, nur weil dort dann sich der entsprechende Fussballspieler des Vereins geoutet hat.

    Letztlich würde der entsprechende Spieler "allein" stehen und dies kann er nur durchstehen, wenn er genügend innere Selbststärke hat und wenn er bereits einen entsprechenden schwulen Freund an seiner Seite hätte, der ihn stützt. Das macht dann sehr viel aus, ob derjenige einen festen Partner an seiner Seite hat.
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#7 seb1983
  • 23.05.2011, 21:12h
  • Antwort auf #6 von Timm Johannes
  • Da muss ich dir dann doch mal voll zustimmen.

    Wobei ich die Reaktionen aus der Szene differenzierter sehe:
    Da wird es sicher die von dir angesprochenen Jubelrufe geben.
    Dann die man was hat der einen geilen Arsch, was da wohl unter der Dusche geht, ich hab gleich mal ein paar Beulenfotos gepostet.
    Und dann natürlich grade hier unsere ganz emanzopierte Fraktion die gerne noch nachtritt, warum erst jetzt, was hat er Kindern damit angetan, auf "unsere" Kosten bereichert und sich versteckt. Also das "guter Schwuler schlechter Schwuler" Aussortieren. Hat der Betroffene gar mal FDP gewählt wärs ganz aus.

    Konkrete Unterstützung kann die "Community" mangels Organisation ohnehin nicht bieten, und das werden die Betroffenen wohl wissen. Und das macht die Sache insgesamt bestimmt nicht einfach.
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#8 TimonAnonym
  • 23.05.2011, 21:22h
  • Und sich selbst zu verleugnen soll besser sein?

    Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das in den meisten Fällen psychische und emotionale Folgen hat.

    Wie sollen Leute Mut zum Outing haben, wenn selbst eine Lesbe rät, versteckt zu leben...

    Natürlich ist ein Einzelouting schwer. Aber in einer gemeinsamen Aktion zahlreicher Spieler vieler Vereine sähe das ganz anders aus.

    Natürlich wird es auch mal homophobe Kommentare geben, aber erstens macht einen das nur stärker und zweitens ist es Aufgabe des Profifußballs das zu bekämpfen, genauso wie sie Rassismus bekämpfen. Und das alles ist kein Vergleich zur Freiheit, die man erlangt.

    Oder rät Frau Folkerts jetzt auch Farbigen, lieber keinen Fußball zu spielen?

    Wir alle sollten jeden, der sich outen will, unterstützen, statt ständig nur zum Versteckt-Leben aufzufordern.

    Die Homohasser wollen uns unterdrücken und wenn wir uns dem hingeben, haben sie gewonnen.

    Wahre Sportler sind sportlich im besten Sinne: dazu zählt auch Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und dass man sich nicht versteckt. Dann wären sie echte Vorbilder.
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#9 ArthasAnonym
  • 23.05.2011, 21:37h
  • Ein Coming-Out würde vielen Spielern die berufliche Existenz kosten. Die Fans und Fußballvereine wären so schockiert das sie dem Spieler kündigen würden und kein neuer Verein sich findet. besser ist es erst nach dem Karriereende sich zu outen. Davon von abgesehen hält sich mein Mitleid in Grenzen wenn ich and deren Monatsgeäter so denke.
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#10 Simon H.Anonym
  • 23.05.2011, 21:50h
  • "Ich wünsche mir nur, dass sich mehr Gleichgesinnte outen. Es ist schön hier draußen, wisst ihr?!"

    (Elton John, brit. Musiker)

    ----------------

    "Es ist besser, für das, was man ist, gehasst zu werden, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden."

    (André Gide, frz. Schriftsteller)
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