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In einer Generation hat sich die Akzeptanz von Schwulen und Lesben erheblich verbessert (Bild: JMRosenfeld / flickr / by 2.0)

Noch nie haben sich so viele Amerikaner für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben ausgesprochen, so das US-Meinungsforschungsinstitut Gallup.

Bereits seit Ende der 1970er Jahre misst Gallup mit gleichbleibenden Fragen die Akzeptanz gegenüber sexuellen Minderheiten in den USA. Die neusten Zahlen ergeben demnach ein neues Allzeithoch. So erklärten 64 Prozent der Befragten, dass Homosexualität legal sein sollte. Bei der ersten Messung 1978 waren nur 43 Prozent dieser Ansicht, in den 80er Jahren sank die Zustimmung sogar auf 32 Prozent. In den gesamten USA ist Homosexualität erst seit einer Entscheidung des obersten Verfassungsgerichtshofs im Jahr 2003 legal. Zu diesem Zeitpunkt bestraften noch 14 von 50 US-Staaten gleichgeschlechtlichen Sex unter Männern.

Nach der Legalisierung hat sich auch die Meinung durchgesetzt, dass Homosexualität nicht unmoralisch ist. Während 2002 nur 38 Prozent Schwule und Lesben für moralisch hielten, sind es heute 56 Prozent.

Die Akzeptanz von Homosexuellen hängt insbesondere von der Parteizugehörigkeit der Befragten ab. So halten 71 Prozent der Demokraten Homosexualität für moralisch - unter Republikanern sind es nur 30 Prozent.

Schwul geboren oder schwul gemacht?


Immer mehr Menschen sprechen sich gegen ein Homo-Verbot aus

Interessant ist die Frage, ob man homosexuell geboren wird oder durch äußere Einflüsse schwul oder lesbisch wird. 1978 glaubten nur 13 Prozent, dass man mit vorgefertigter sexueller Orientierung auf die Welt kommt, 56 Prozent machten die Umwelt verantwortlich. Heute glauben nur noch 40 Prozent an äußere Einflüsse und 42 Prozent an die homosexuelle Geburt. Besonders Homo-Gegner hängen der Theorie an, dass einzig die Umwelt die sexuelle Orientierung bestimmt.

Nach diesen Ergebnissen hält Gallup eine schnelle rechtliche Angleichung in den USA für wahrscheinlich: "Wenn diese Trends anhalten und die politische Elite auf diese öffentliche Meinung reagiert, ist zu erwarten, dass die Bundesstaaten und Washington die rechtliche Lage von Schwulen und Lesben verbessern werden. Das schließt das Recht zu heiraten ein." Im vergangenen Jahr haben Meinungsforscher erstmals eine Mehrheit für die Ehe-Öffnung unter den Amerikanern gemessen (queer.de berichtete). (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.05.2011, 16:07h
  • Gallup ist ein sehr vertrauenswürdiges Institut und es ist gut, daß die Akzeptanz endlich zunimmt! Es sollten in den kommenden Jahren durchaus noch mehr als "nur" 56 Prozent werden!
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#2 TimonAnonym
  • 25.05.2011, 19:54h
  • Nur leider sagt die Mehrheit in den USA nicht viel aus, weil da eine Minderheit bestimmt, die mehr Geld und Macht hat als die Mehrheit.

    Eine Demokratie ist das natürlich nicht, aber so ist das in den USA.

    In den USA konnte sich Bush damals ja sogar den Wahlsieg in Florida bestimmen, obwohl klar war, dass das Ergebnis falsch ausgezählt wurde. Aber eine Neuauszählung hat er ja erfolgreich verhindert.
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#3 xapplexAnonym
  • 26.05.2011, 00:40h
  • Antwort auf #2 von Timon
  • Die Bevölkerung hat in den USA (ähnlich wie in der Schweiz) erheblich mehr politische Mitsprachemöglichkeiten als hierzulande.

    Bush hat sich nicht selber zum Sieger der Präsidentenwahl 2000 erklärt, sondern die Gerichte. Sein Gegner Gore hat die Entscheidung in einer "concession speech" anerkannt.
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#4 GerritAnonym
#5 goddamn. liberalAnonym
  • 26.05.2011, 12:28h
  • Antwort auf #3 von xapplex
  • Na ja. die Letztentscheidung hat bei vielen Fragen dann doch der 'tiefe Staat' bzw. der 'militärisch-industrielle Komplex' (auf das Problem hat nicht der linke Noam Chomsky, sondern Präsident Eisenhower(Republikaner) das erste Mal aufmerksam gemacht).

    Aber zum Thema: Der Amerikaner an sich – das kann man selbst an der Familie Bush bestaunen- ist ein schizophrenes Wesen, halb Klerikal-Taliban, halb egalitärer Revoluzzer. Deshalb haben weder der gesellschaftliche Fortschritt noch die finsterste Reaktion in den USA einen völlig sicheren Verbündeten. Das war in der Frage der Sklaverei so, in der Frage des Antisemitismus und nun zeichnet sich langsam ein Wandel in Sachen Homophobie ab… Wenn’s dann einmal gekippt ist, dann werden die offiziellen USA so tun, als sei man schon immer dagegen gewesen und die Welt in der Haltung eines eifrigen Laienpredigers belehren wollen.

    Es gibt ja schlimmere Entwicklungen…
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#7 goddamn. liberalAnonym
  • 26.05.2011, 14:02h
  • Antwort auf #6 von hw
  • Ja, nichts ist so verrückt wie die Realität...

    übrigens Danke für den Hinweis auf den spanischen Hutaufstand.

    Von dem wusste ich noch nichts...

    Man muss eben ständig auf der Hut sein...
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