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  • 03. August 2004, noch kein Kommentar

Eine britische Transsexuelle stellte einen zweifelhaften Rekord auf: Marissa Dainton hat in zwölf Jahren drei Geschlechtsanpassungen vornehmen lassen. Sie wurde 1967 als Mark Dainton geboren, 1992 wurde sie dann Patricia. In der Mitte der Neunziger kehrte sie zu Mark zurück, seit diesem Jahr wird sie wieder in die Damen-Toilette eingelassen.

"Ich kann anderen nur raten, sich wirklich gut zu überlegen, ob eine Geschlechtsumwandlung der richtige Weg ist", so Dainton gegenüber der Tageszeitung "The Guardian". Nach ihrer ersten Umwandlung hatte sie Depressionen und wendete sich daher dem christlichen Glauben zu. Sie wurde Mitglied der Parakaleo Ministry, einer fundamentalistischen Kirche im Süden Londons. Bei ihrer Taufe erzählte sie dem Pfarrer von ihrer Geschlechtsumwandlung, der ihr einen folgenschweren Rat gab: Er wertete die Operation als "Auflehnung gegen Gott" und empfahl, wieder ein Mann zu werden. "Ich habe die Predigten in der Kirche Woche für Woche aufgesogen. Ich wollte dort einfach akzeptiert werden, denn das war mein neuer Freundeskreis", erzählt Dainton.

So kam sie wieder unters Messer. Danach schrieb sie zusammen mit ihrem Pfarrer das Buch "Mann und Frau - Er hat sie erschaffen", in der ihre Geschichte als "voller Erfolg" verkauft wird. Nur sechs Monate nach der Operation hatte sie aber wieder das Verlangen, Frauenkleider zu tragen. Sie ging heimlich in Boutiquen einkaufen, schämte sich aber anschließend dafür. Sie heiratete dann eine Frau aus der Gemeinde, die von Dainton verlangte, sich auch noch ihre künstliche Vagina wegoperieren zu lassen - an deren Stelle war dann nur noch glatte Haut. "Meine Frau sagte, sie fühlt sich wohler bei körperlichem Kontakt, wenn ich keine Vagina habe. Eigentlich hätte ich die Warnsignale hören sollen, denn damals hat es mir nichts ausgemacht, kein 'ganzer Mann' zu sein. Ich habe meinen Penis nie vermisst", sagt sie.

Das Paar wollte dann ein Kind adoptieren. Das Jugendamt war jedoch besorgt, dass Dainton ihr Geschlecht ein weiteres Mal ändert und ordnete eine Untersuchung durch einen Psychologen an. Er kam zum dem Schluss, dass Dainton weiterhin eine weibliche Identität hatte. "Das war wohl der Moment, in dem ich aufgehört habe, meiner Frau etwas vorzuspielen. Ich wollte auch kein Kind in unser Lügengebilde aufnehmen."

Nun ist Dainton wieder eine Frau. Noch lebt sie sogar mit ihrer Ehefrau unter einem Dach. "Ich war bereit auszuziehen, aber sie wollte das dann doch nicht und wir haben uns darauf geeinigt, eine andere Lösung zu finden", so Dainton. Das Paar nun zusammen eine "freundschaftliche Trennung" ausarbeiten. "Für sie ist das auch eine schwierige Situation. Sie fühlt sich, als ob sie einen Ehemann verloren hat. Und ich bin in der bizarren Lage, sie zu trösten, obwohl sie ja um mich weint." (dk)

3. August 2004, 15:04 Uhr