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Ein typisches Coming-out in der Familie?

Oma mit Regenbogenfahne, Daumen rauf vom kleinen Bruder: Mit originellen Coming-out-Postern wirbt Hamburg Pride e.V. für den 31. CSD in der Hansestadt.

Von Carsten Weidemann/pm

Unter dem Motto "Trau Dich! Zeig Dich! Out ist in." startet Hamburg Pride e.V. an diesem Wochenende die Kampagne zum 31. Christopher Street Day (CSD) in der Hansestadt. Das schwul-lesbische Event steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Coming-outs: "Ein Coming-out ist nicht nur eine kurze Phase, sondern ein lebenslanger Prozess", sagt Dr. Lars Peters, Erster Vorsitzender des organisierenden Vereins Hamburg Pride e.V. "Viele Homo-, Bi- und Transsexuelle haben auch heute noch Bedenken, öffentlich zu ihrer sexuellen Identität zu stehen. Mit dem diesjährigen Motto und der Kampagne wollen wir den Betroffenen Mut machen, sie stärken und ihnen zeigen, dass sie mit ihren Ängsten und Problemen nicht alleine sind."

Für die Übertragung dieses Mottos in eine griffige Kampagne beauftragte der CSD-Verein die Werbespezialisten Till Hurlin und Jan-Hendrik Munzert. Die Hamburger wählten für das Motiv die wohl klassischste Outing-Situation aus: das Coming-out vor der Familie. "Für viele ist es noch immer eine große Hürde, sich vor den direkten Angehörigen zu outen", so Hurlin. "Wir haben uns deshalb dazu entschieden, genau diese Situation neu interpretiert in Szene zu setzen. Schließlich verläuft ein Outing in der Familie heute in vielen Fällen durchaus positiv, Ängste erweisen sich oft als unbegründet."

Übertolerante Familie vor spießiger Kulisse


Eine der größten Veranstaltungen der Hansestadt: Die Hamburger CSD-Parade findet in diesem Jahr am 6. August statt (Bild: Hamburg Pride e.V.)

In Zusammenarbeit mit dem Fotografen Wolfgang Hildebrand entstand ein Motiv, das spielerisch und bewusst überhöht den Moment des Outings thematisiert.

Im Fokus steht eine Familie, die vor einer erdrückend spießigen Kulisse das Coming-out ihres Kindes geradezu frenetisch feiert - ein klarer Bruch mit der eigentlichen Erwartungshaltung. "Wir möchten die Betrachter auf diese Weise zum Schmunzeln bringen und sie motivieren, sich auch öffentlich zu ihrer sexuellen Identität zu bekennen", sagt Munzert.

Zum Stadtfest St. Georg am 28. und 29. Mai 2011 soll die Kampagne der Öffentlichkeit präsentiert werden. Anschließend kommt das Motiv bis Anfang August auf verschiedenen Werbemitteln zum Einsatz. So stellt etwa JCDecaux als Sponsor für Außenwerbung kostenfrei City Light Poster im Großraum Hamburg zur Verfügung.

Der Hamburger CSD gehört mit über 250.000 Besuchern zu den größten Veranstaltungen der Hansestadt. Offizieller Auftakt ist am 30. Juli die PRIDE NIGHT, die große Eröffnungsgala in den "Fliegenden Bauten". Weitere Höhepunkte sind die Parade durch die Hamburger Innenstadt (6. August) sowie das Straßenfest an der Binnenalster vom 5. bis 7. August.



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#1 XRayXProfil
#2 goldsenf
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.05.2011, 10:21h
  • Es war schon eine schöne Zeit in Hamburg und vor allem die CSD-Feierleichkeiten ein Hochgenuß! Es ist ein sehr gut gelungenes Werbeplakat und zum Motto sage ich nur: kurz, prägnant und spitze! Da können sich die Münchner CSD-Organisatoren noch eine Scheibe von abschneiden!
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#4 RicardoAnonym
  • 28.05.2011, 11:01h
  • Die Plakataktion ist leider auch schon das Beste beim Mini-Pride in der drögen Hansestadt ...
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#5 FloAnonym
  • 28.05.2011, 12:59h
  • Tja, die meisten Schwulen sind viel mutiger als diese versteckten Fußball-Weicheier, die eigentlich Vorbilder sein sollten. Die dann aber doch lieber Homophobie indirekt fördern, indem sie das Bild fördern, es gäbe bei Sportlern keine Schwulen.

    Ich wusste immer schon, dass Fußballer keine Eier in der Hose haben. Die meinen vielleicht, sie seien besondern männlich, sind aber nur noch lächerlich...
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#6 jojoAnonym
  • 29.05.2011, 23:06h
  • das plakat ist auf den ersten blick total süß, keine frage.

    trotzdem ein aber: was ist mit den jugendlichen, die ihre verwandtschaft realistisch einschätzen und WISSEN, dass in ihren familien niemand konfetti schmeißen wird, sondern dass sie mit ablehnung, unverständnis oder sogar mit gewalt rechnen müssen? mit den jugendlichen also, die eine realistische ermunterung und unterstützung am nötigsten hätten?

    ich vermute, dass dies die mehrheit der jugendlichen ist, und ich kann mir vorstellen, dass ihnen das plakat leider wie blanker hohn vorkommen wird.

    bin ich zu pessimistisch?
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#7 DenWeg
#8 jojoAnonym
  • 31.05.2011, 13:54h
  • Antwort auf #7 von DenWeg
  • und wie kommst du klar?

    hast du freunde, mit denen du reden kannst?
    gibt es in deiner nähe irgendwelche beratungsstellen, coming-out-gruppen, vereine?

    die familie ist ja für viele nicht der erste schritt, und muss es ja auch nicht sein. wenn die familie ein harter brocken ist, dann muss man sich vorher erst mal woanders wappnen...
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