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Brigitte Barèges hat offenbar eine eigenartige Definition von Humor (Bild: Service communication de la Mairie de Montauban)

Die konservative Abgeordnete Brigitte Barèges hat in der französischen Nationalversammlung die Öffnung der Ehe mit Sex zwischen Mensch und Tier gleichgesetzt.

Die Äußerung fiel in einer Debatte im Rechtsausschuss am Mittwoch. Hier wurde über einen sozialistischen Gesetzentwurf diskutiert, der die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht vorsieht. Barèges, die der Fraktion der regierenden UMP von Präsident Nicloas Sarkozy angehört, sprach sich gegen die Ehe-Öffnung aus und fragte die verblüfften sozialistischen Abgeordneten: "Warum dann nicht auch Sex mit Tieren zulassen?".

Die Äußerungen von Barèges führten zu heftiger Kritik, auch aus den eigenen Reihen. So erklärte der UMP-Abgeordnete Franck Riester: "Diese Aussagen sind beschämend und sie werden von uns verurteilt." Parteichef Jean-François Copé nannte den Ausrutscher seiner Parteifreundin "inakzeptabel" und sagte, sie würden nicht die Meinung der UMP widerspiegeln.

Der sozialistische Abgeordnete Jean-Luc Romero warf der UMP vor, nicht gegen Homophobie in den eigenen Reihen vorzugehen. Er erinnerte an die Verurteilung des UMP-Abgeordneten Christian Vanneste wegen schwulenfeindlichen Äußerungen im Jahr 2007 (queer.de berichtete). Vanneste hatte in der Debatte um die Öffnung der Ehe Schwule und Lesben als "minderwertig" und "Gefahr für die Menschheit" bezeichnet. Er ist trotzdem weiterhin Parlamentsabgeordneter für die UMP.

"Witzige" Äußerungen zurückgezogen

Barèges hat sich trotz der Kritik geweigert, sich für ihre Aussage zu entschuldigen. Sie sagte zunächst: "Das war ein Witz. Ich persönlich habe nichts gegen irgend eine Art von sexuellen Beziehungen zwischen Erwachsenen". Später erklärte sie in einer Pressemitteilung, dass sie "die Äußerungen zurückzieht, aber nach wie vor darauf beharrt, dass sie nicht homophob gewesen sind."

In der Aufregung ging fast unter, dass der Antrag der Sozialisten auf Ehe-Öffnung im Ausschuss abgelehnt wurde - mit den Stimmen der UMP. Das Thema soll am 9. Juni im Plenum behandelt werden. Wegen der UMP-Mehrheit ist es aber nahezu ausgeschlossen, dass der Antrag Erfolg haben wird.

In Frankreich gibt es seit 1999 die Möglichkeit für Schwule und Lesben (sowie nicht heiratswillige Heterosexuelle), einen "Pacte civil de solidarité" einzugehen. Diese Art von eingetragener Partnerschaft ist eine Art Ehe mit eingeschränkten Rechten und Pflichten. Bei der Einführung dieses Zivilpaktes gab es bereits ähnlich hysterische Äußerungen von rechtsgerichteten Politikern. So hielt damals etwa die Abgeordnete Christine Boutin eine Rede mit der Bibel in der Hand und verkündete: "Eine Gesellschaft, die Homosexualität gleich behandelt wie Heterosexualität, wird untergehen." (dk)



#1 eMANcipation*Anonym
  • 27.05.2011, 16:15h
  • Dann auch mal gute Nachrichten am heutigen Tage:

    Brasilianische Standesämter:

    Eheschließung für schwule und lesbische Paare = jetzt schon möglich

    Die Vereinigung der Standesämter Brasiliens (Arpen-Brasil, mit Behördenstatus) veröffentlichte nach einer Sitzung am Dienstag eine offizielle Prresseerklärung, in der sie feststellte, dass sie nach dem Urteil des obersten Gerichtshofes Brasiliens zur Gleichstellung homosexueller Partnerschaften auch die Eheschließung bereits jetzt für möglich hält.

    Zahlreiche homosexuelle Paare hätten diesbezüglich bereits bei den Standesämtern angefragt, die allerdings bis zu einer expliziten Stellungnahme der Justiz zur Frage der Eheschließung noch zögerten.

    Die Arpen-Brasil forderte die Justiz auf, schnellstmöglich die Umwandlung eingetragener Partnerschaften in Ehen und generell das Recht auf Eheschließung für homosexuelle Paare explizit festzustellen.

    www1.folha.uol.com.br/cotidiano/921595-registros-civis-dizem
    -que-casamento-gay-ja-e-possivel.shtml
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#2 schwulenaktivist
  • 27.05.2011, 17:17h
  • Zu diesem Beitrag gehört von dk erklärt, dass die Sodomie historisch vielseitige Tatbestände umfasst hat (zB auch die anale Penetration), so im Kirchenrecht und anschliessend im säkularen! Die zitierte Dame ist nur höchst ungebildet! Also keine Aufregung bitte.
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#3 FrankCAnonym
  • 27.05.2011, 18:10h
  • Hoffentlich gab es da mal keinen Übersetzungsfehler. Sodomie heißt in fast allen anderen Sprachen (so auch im Französischen) Analverkehr und nicht Sex mit Tieren.
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#4 Peter BAnonym
#5 stromboliProfil
  • 27.05.2011, 19:56hberlin
  • Antwort auf #4 von Peter B
  • "Oder Polygamie?"
    aber auf jeden fall! Jegliche form der partnerschaft ist wertbildend !

    Und barégas... "Das war ein Witz. Ich persönlich habe nichts gegen irgend eine Art von sexuellen Beziehungen zwischen Erwachsenen".
    das ist doch positiv zu werten, läutet es doch das ende der monogamie ein... ein erster schritt in die richtige richtung!
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.05.2011, 10:23h
  • Die Aussage dieser Ische ist einfach nur dumm und primitiv! Sie sollte sich dafür in aller Öffentlichkeit entschuldigen oder die Partei UMP sollte sie sofort ausschließen!
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#7 jojoAnonym
  • 28.05.2011, 11:55h
  • "die Äußerungen zurückzieht, aber nach wie vor darauf beharrt, dass sie nicht homophob gewesen sind."

    na, dann ist ja alles geklärt...

    wundert mich aber nicht wirklich, dass jemand, der offenbar schon zu blöd ist, den unterschied zwischen menschen und tieren zu begreifen, auch glaubt, mit so einer billigen ausrede aus der nummer wieder rauszukommen.

    allerdings: sie muss trotzdem noch viel lernen. wenn man öffentlich auf der menschenwürde von schwulen und lesben herumtrampeln möchte, dann gehört eines unbedingt dazu: die erwähnung, dass man ganz viele furchtbar enge "schwule freunde" hat. tststs, sowas muss man doch inzwischen wissen!
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#8 Timm JohannesAnonym
  • 28.05.2011, 12:36h
  • Interesssant ist, das nun die SP erstmals 2011 einen Gesetzentwurf in Frankreich zur Gleichgeschlechtlichen Ehe in die Nationalversammlung eingebracht hat. Damit gehen die französischen Sozialisten nunmehr zur Eheöffnung über, nachdem sie vor Jahren in einem ersten Schritt die PACS eingeführt hatte.

    Entscheidend wird sein, ob Sarkozy bei den kommenden Wahlen in Frankreich verlieren wird. Dies bleibt abzuwarten, da unter anderem derzeit der Fall Strauss-Kahn die Linken in Frankreich schwächt.

    Hinzukommt auf der Rechten Seite der Gesellschaft Frankreichs die Erstarkung der Rechten unter der Tochter Marine Le Pen (*1968). Die Tochter scheint mir sogar noch gefährlicher als Ihr Vater zu sein, da nunmehr eine Frau die Rechten in Frankreich anführt. Das wird den Rechten noch mehr Stimmen bringen, da nunmehr nicht nur typische rechtskonservative Männer diese Partei wählen werden, sondern nunmehr auch Frauen diese Partei attraktiv empfinden dürften.

    ------------------
    In einem Punkt aber müssen sich Konservative um Sarkozy und Linke gleichermaßen "an die Nase fassen" und haben Mitschuld am Erstarken der Rechten in Frankreich. Brennpunkt ist hier die Einwanderungsdebatte über das Mittelmeer. In Städten wie Marseille oder in bestimmten Stadtteilen Paris sind längst mehrheitlich Nordafrikaner ansässig, die kaum sich in Frankreichs Kultur einordnen wollen. Das Burkaverbot in Frankreich ist nur ein Beispiel dieses Konfliktes.
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#9 FloAnonym
  • 28.05.2011, 12:51h
  • Tja, überall auf der Welt haben die ewiggestrigen Konservativen eine brisante Mischung aus Hass, Dummheit und Arroganz. Da macht auch Sarkozys UMP keine Ausnahme.

    Ich hoffe ja immer noch, dass Sarkozy haushoch verliert. Mit Strauss-Kahn war ja die Chance gut, dass die Sozialisten siegen, aber da kam leider zur passenden Zeit der Vergewaltigungsvorwurf...
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#10 FennekAnonym
  • 28.05.2011, 13:29h
  • Antwort auf #9 von Flo
  • Übrigens sehr interessant, dass schon 10 Minuten nach der Verhaftung von Strauss-Kahn, als noch weder die Presse berichtet hatte, noch sonstwas bekannt war, ein Mitarbeiter von Sarkozy das schon (inkl. Details) twitterte...

    Hatten da vielleicht doch die Konservativen wieder mal gemauschelt, weil ihnen klar war, dass sie ohne diesen Schachzug chancenlos sind?
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