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Will Homo-Rechte auf dem Weg ins Kanzleramt opfern: Tübingens grüner OB Boris Palmer (Bild: dustpuppy / flickr / by 2.0)

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer sieht Homo-Rechte als Hindernis auf dem Weg zur Großpartei - Fraktionschefin Renate Künast widerspricht ernergisch.

Von Carsten Weidemann

In Umfragen erleben die Grünen derzeit wahre Höhenflüge - und damit das so bleibt, wollen einige Parteimitglieder grüne Kernpositionen über Bord werfen. So sei etwa das uneingeschränkte Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare "vorerst keine Forderung, mit der sich 25 Prozent der Deutschen gewinnen lassen", schreibt der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer in einem internen Thesenpapier, das er vergangene Woche im 16-köpfigen Parteirat zur Debatte stellte.

Der "Wahlerfolg in Baden-Württemberg hat gezeigt, dass grünes Wachstum nicht ausschließlich im eigenen Lager möglich ist", heißt es laut Frankfurter Rundschau in Palmers Thesenpapier. Um die Stimmen von Unions- und FDP-Wählern zu gewinnen, müsse man auf "radikales Oppositionsgehabe und (die) Fokussierung auf klassisch grüne Themen" verzichten.

Künast: Palmers Thesen kosten mich in Berlin Stimmen


Erteilte Palmers Forderungen eine kllare Absage: Fraktionschefin Renate Künast (Bild: arne.list / flickr / by-sa 2.0)

Gegenüber dpa erteilte Grünen-Fraktionsschefin Renate Künast den Forderungen Palmers eine klare Absage: "Die Grünen geben auch auf dem Weg, größer zu werden, ihre Kernpositionen und Werte nicht auf", stellte die Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin klar: "Zu den Kernpositionen gehört auch, dass wir für die Rechte von Homosexuellen kämpfen werden, bis eine Gleichstellung erreicht ist - bis hin zum Adoptionsrecht." Im Parteirat soll die angesäuerte Künast davor gewarnt haben, dass Palmers Thesen sie in Berlin Stimmen kosten werde.

Auch Volker Beck, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion bezweifelte, dass man "stärker wird, indem man seine Substanz zur Disposition stellt": "Wo wir mehrheitsfähige Positionen vertreten, müssen wir versuchen, sie in Regierungsbeteiligungen umzusetzen", sagte der schwule Politiker gegenüber der Frankfurter Rundschau. Zugleich habe man viele Minderheitenpositionen mehrheitsfähig gemacht, nicht nur den Atomausstieg. Dem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare etwa "stimmen inzwischen Umfragemehrheiten klar zu".

Bereits vor sieben Jahren sorgte die damalige grüne Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer für Aufsehen, als sie sich in einem Beitrag für den "Tagesspiegel" gegen ein Adoptionsrecht für Homo-Paare ausgesprochen hatte. Queer.de hatte ihr damals die Homo-Gurke verliehen.

Wöchentliche Umfrage

» Wie glaubwürdig sind die Grünen bei ihrem Einsatz für Homo-Rechte?
    Ergebnis der Umfrage vom 29.5.2011 bis 06.6.2011


#1 remixbeb
  • 29.05.2011, 18:24h
  • dann verleiht mal die Gurke hurtig an Herrn Palmer. Damit er stellvertretend für alle Grüne ganz schnell kapiert, dass Stimmen auch ganz leicht wieder verloren gehen können!!
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#2 jungwolfAnonym
  • 29.05.2011, 18:31h
  • Herr Palmer hat Glück, dass wir nicht im Süden wohnen. Den würde ich nicht mehr wählen. Das zeigt nur, wie unwichtig ihm dieses Thema ist, und wie leicht er es bei den Kalitionsverhandlungen opfern würde.

    Man kann nur hoffen, dass ich die Schwulen und Lesben solche Sätze nicht vergessen.
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#3 EnyyoAnonym
  • 29.05.2011, 18:33h
  • Ui, ist der schöne Olaf zu heftig angebaggert worden?

    Für mich wäre bspw. eine Annäherung an schwarze Ideale (auch eine mögliche Koalition mit der CDU auf Landes- oder gar Bundesebene) Grund genug, die Grünen nicht mehr wie in den vergangenen 20 Jahren zu wählen!
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#4 KlartextAnonym
  • 29.05.2011, 18:41h
  • Na das ist ja höchst interessant, wehe, das hätte jemand aus der FDP gesagt. Hab es ja immer gesagt: Grüne für Schwule unwählbar
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#5 goddamn. liberalAnonym
  • 29.05.2011, 18:44h
  • Palmers spießiger schwäbelnder Reformhaus-Pietkong ist nicht die ganze Republik. Adoptionen werden ohnehin hohe Hürden in den Weg gestellt - auch bei Heteros. Wer aber Menschen für grundsätzlich unfähig erklärt, Kinder zu erziehen, verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes. Und das ist erschreckend. Es ist aber auch ganz heilsam, dass mal wieder sichtbar wird, aus welch illiberalem Nährboden zwischen pastörlichen K-Gruppen- Sektierern und Blut-und-Boden-Opas die Grünen eben AUCH entstanden sind. Die Grünen dulden einen Volker Beck in ihren Reihen und gönnen ihm seine ziemlich einsam erkämpften Erfolge, sie haben aber auch die Tendenz zur technik- und fortschrittsfeindlichen Verbieterpartei und bei dieser Tugendherrschaft können dann auch ganz schnell – z. B. unter ‚interkulturellen‘ Vorzeichen – schwul-lesbische Bürgerrechte wieder eingeschränkt werden. Allgemein gilt: Aufklärung sowie Humanismus und deutsche Lebensreformromantik passen oft genug eben NICHT zusammen!
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#6 dindaAnonym
#7 antiquariatAnonym
#8 KlartextAnonym
  • 29.05.2011, 18:56h
  • Na damit bereiten sich die Grünen wohl auf schwarz-grün vor (seit heute übrigens hat rot-grün in Deutschland keine Mehrheit mehr, sagt Emnid, Grund: FDP legt langsam wieder zu). Am Ende wählt man aber das Original, das ist in der Energiefrage so (Grüne) wie wenn man homophob ist (Union)

    Man könnte kotzen, dass es kaum noch um Inhalte geht, die Parteien machen Politik nach Marktforschung, und wenn die Mehrheit man sollte uns wieder wegsperren, was dann? ich möchte es mir nicht ausmalen
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#9 Pippilotta PupsAnonym
  • 29.05.2011, 18:58h
  • Ich wähle die Grünen seit genau 20 Jahren.

    Als ich die Spinnereien des Herrn OB Palmer gestern morgen bei N-TV las (sie waren nur in wenigen Medien abgedruckt worden), bin ich fast vom Stuhl gefallen!

    Jetzt, wo die ELP in fast allen Bereichen (außer Einkommensteuer und Adoption) der Ehe gleichgestellt ist - jetzt, wo auch schon eine Mehrheit der CDU- und FDP-Wähler sich nicht mehr gegen das Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare ausspricht - jetzt, wo demnächst das Bundesverfassungsgericht die endgültige Gleichberechtigung der ELP in allen Bereichen verkünden wird ... jetzt meint also Boris Palmer, die Grünen sollten diese Forderungen über Bord werfen, um sich den Rechten und Ultrarechten anzubiedern?

    Hat Herr Palmer noch alle Latten am Zaun???

    Wir sind in punkto Gleichstellung so kurz vor dem Ziel - und sollen jetzt die Flinte ins Korn werfen? Wahrscheinlich ist Herr Palmer auch gegen die Öffnung der Ehe (und die Abschaffung der ELP) ...

    Waren Schwule und Lesben in den letzten Jahren, insbesondere bei den sensationellen Wahlerfolgen der Grünen in den Städten, willkommenes Stimmvieh, das man jetzt, nach dem Dauerhöhenflug, zur Schlachtbank führt?

    Für ein paar Prozente mehr waren wir genug - jetzt sollen wir brav die Schnauze halten, damit Herr Palmer mit CDU und FDP koitieren, Verzeihung: KOALIEREN kann?

    Ich glaub', mein Schwein pfeift!

    Herr Palmer hat von mir direkt gestern eine ausführliche E-Mail bekommen - mit Kopien an Frau Künast und Herrn Beck.

    Ich habe mich bisher von den Grünen gut vertreten gefühlt - sollte jetzt dort eine Palmerisierung einsetzen, hätte ich das letzte Mal Grün gewählt.

    Die Äußerungen des Herrn OB Palmer sind einfach nur bodenlos unverschämt und machen mit einem Schlag vieles von dem kaputt, für das die Grünen seit eh und je stehen.

    Hoffen wir, dass es wirklich nur vorübergehende Fieberphantasien eines irregeleiteten Politikers aus der zweiten Reihe sind, der zu viel vom Honigtopf der Macht genascht hat.

    Frau Künast muss jetzt einiges wieder kitten, was Palmer zerstört hat. Das kann sie das Bürgermeisteramt in Berlin kosten. Bedanken kann sie sich dann bei Mr. Beauty aus Tübingen.
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#10 BurgerBerlinProfil
  • 29.05.2011, 18:58hBerlin
  • Zeigt die grüne „Fratze“ jetzt ihr Gesicht ? Tja, da bin ich mal gespannt, wie man dieses wieder relativiert und am Ende sind wieder die anderen Schuld. Was sagt eigentlich der praktizierende Katholik und Schützenkönig Herr Kretschmann dazu.
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