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Die Liberation-Statue in der Hauptstadt Lusaka

Staatliche Medien beschuldigen die katholische Kirche in Sambia, sie unterstütze Homosexualität - und damit die Illegalität. Die Bischofskonferenz wehrt sich gegen den Vorwurf.

Zeitungen und Fernsehsender in Sambia, die fast ausschließlich von der Regierung kontrolliert werden, haben in den letzten Wochen der katholischen Kirche vorgeworfen, auf einen Systemwechsel hinzuarbeiten. So mache die Kirche bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen Werbung für die Opposition, heißt es in den Medien. Besonders oft geäußert wird der Vorwurf, die Kirche befürworte die gleichgeschlechtliche Liebe. Homosexualität ist jedoch in Sambia verboten und wird mit Haftstrafen von bis zu 14 Jahren geahndet.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat sich nun in einer Erklärung zu den Vorwürfen geäußert, die am 5. Juni in allen katholischen Kirchen des Landes verlesen werden soll. Bischof George Lungu beschuldigt die Regierung, eine Schmierkampagne gegen die Katholiken angezettelt zu haben: "Wenn diese Angriffe die Morallehre der Kirche angreifen - in den Themen Zölibat oder Homosexualität - schlagen bei uns alle Alarmglocken. Lassen Sie mich klarstellen: Die katholische Lehre fördert in keinster Weise Homosexualität", so Lungu. Man verurteile zwar Homosexualität, aber nicht die Homosexuellen, erklärte Lungu weiter.

Die sambische Regierung will mit den Angriffen offenbar Wahlkampf unter der extrem homofeindlichen Bevölkerung machen. Einer Umfrage aus dem vergangenen Jahr zufolge stimmen 98 Prozent der Sambier der These zu, dass Homosexualität unmoralisch ist.

Das Gesetz gegen Homosexualität in Sambia basiert noch auf dem britischen Kolonialrecht. Das Land erlangte erst 1964 seine Unabhängigkeit. Dabei hat das Land eine der höchsten HIV-Infektionsraten der Welt. Für Männer hat sich daher die durchschnittliche Lebenserwartung im Vergleich zu 1990 von rund 60 Jahren auf 38 Jahre verringert. Der frühere sambische Präsident Kenneth Kaunda hat deshalb bei einer Aids-Konferenz an seine Landsleute appelliert, Homosexualität zu legalisieren. Nur so könne die nächste Generation "HIV-frei" aufwachsen, so Kaunda. (dk)



#1 seb1983
  • 30.05.2011, 15:27h
  • Soll man da jetzt weinen oder lachen??
    Wenn da unten nicht tausende Menschen täglich verrecken würden wäre es wohl eine Realsatiere.

    Traurig dass die sambische Regierung auf allen anderen Feldern die gleiche Kompetenz an den Tag legt und höchstens bei Korruption top ist.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 30.05.2011, 17:05h
  • Die Katholische Kirche wirbt um Homosexualität: ist das nicht ein Widerspruch in sich?
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#3 EmptYYYnessAnonym
#4 FloAnonym
  • 30.05.2011, 19:22h
  • Wenn selbst die extrem homophobe katholische Kirche Sambia noch zu homofreundlich ist, möchte ich nicht wissen, was das für ein Faschistenstaat ist.
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#5 Geert
  • 30.05.2011, 21:20h
  • Die Katholiken in Sambia machen etwa 12 % der Bevölkerung aus. Religiös geprägt ist das Land aber von Evangelikalen und der Sekte der Neuapostolischen. Alle bisherigen Präsidenten waren "wiedergeborene" Christen, also extrem evangelikal. Bemerkenswert ist allerdings, dass 98 % der Sambier homophob sind und das, obwohl noch 50 % der Bevölkerung afrikanischen Naturreligionen angehören, also nicht christlich sind. Sollte die Homophobie den Schwarzafrikanern etwa im Blut liegen?
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#6 marley
  • 30.05.2011, 22:02h
  • Antwort auf #5 von Geert
  • Nein!Homophobie liegt Afrikanern nicht im Blut,die Homophobie in Afrika hat ihre Wurzeln vor allem in der Kolonialzeit.Wir weissen sind also Schuld daran.Sicherlich trägt die massive Armut und die schlechte Bildung dazu auch noch bei.
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#7 jojoAnonym
  • 30.05.2011, 22:25h
  • Antwort auf #5 von Geert
  • "Sollte die Homophobie den Schwarzafrikanern etwa im Blut liegen?"

    oder sollte man - welch gewagter gedanke! - vermuten, dass homophobie womöglich gar nicht naturgesetzlich an bestimmte religionszugehörigkeiten oder "rassen" gebunden sein könnte, sondern womöglich auch irgendwas mit anderen sozialen bzw. kulturellen aspekten zu tun haben könnte?
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