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Sebastián Piñera ist ein erfolgreicher Unternehmer mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde Dollar. Er ist seit März 2010 Staatspräsident

Weiter Bewegung in Südamerika: Der konservative chilenische Präsident Sebastián Piñera hat die Einführung von eingetragenen Partnerschaften angekündigt.

Piñera erklärte, er wolle alle Paare "schützen und absichern", die nicht heiraten wollten oder dürften, berichtete die Tageszeitung "El Mercurio". Daher will er eine neue Partnerschaftsform einführen, der sowohl Schwule und Lesben als auch Heterosexuelle eingehen können. Sie soll weitgehend die selben Rechte und Pflichten wie die heterosexuelle Ehe haben.

Letztes Jahr haben zwei sozialistische Senatoren einen Antrag zur Öffnung der Ehe ins chilenische Parlament eingebracht (queer.de berichtete). Allerdings verfügen dort die Konservativen über eine Mehrheit. Piñera lehnt zwar selbst die Gleichbehandlung im Eherecht ab, weil "die Ehe schon immer eine Verbindung zwischen Mann und Frau gewesen ist." Dennoch hatte er im Wahlkampf die Anerkennung von Homo-Paaren versprochen, was in seiner eigenen Partei zu heftigen Diskussionen geführt hatte. Die chilenische Homo-Gruppe MOVILH hat in den letzten Tagen Proteste angekündigt, falls der Präsident sein Versprechen nicht umsetzt.

Argentinien setzte im vergangenen Jahr seine Nachbarn unter Druck, als das Land auf parlamentarischem Wege die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben beschlossen hat (queer.de berichtete). Anfang Mai entschied dann das oberste brasilianisches Gericht, dass auch der größte südamerikanische Staat Homo-Paare anerkennen muss (queer.de berichtete).

In Chile kommt wie im Rest Südamerikas der stärkste politische Gegenwind beim Thema Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben von der katholischen Kirche. So hatte der Kardinal Francisco Javier Errazuriz die Homo-Ehe als "Verwirrung" abgekanzelt. In Chile gehören 70 Prozent der Bevölkerung der katholischen Kirche an, die das Land über Jahrhunderte geprägt hat. Homosexualität wurde erst 1998 legalisiert, die Scheidung von Hetero-Ehen ist sogar erst seit sieben Jahren möglich. (dk)



#1 JoonasAnonym
  • 31.05.2011, 15:24h
  • Ich wünschte, die konservativen Parteien hierzulande würden auch mal Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Grundrechte achten, statt nur als Marionetten der katholischen Kirche Hass zu verbreiten und Menschen zu diskriminieren!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 31.05.2011, 17:37h
  • Es ist schon befremdlich, daß ausgerechnet einer aus dem konservativen Lager sowas fordert! Das ist ein Widerspruch in sich! Bleibt nur zu hoffen, daß das kein verspäteter Aprilscherz ist!
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#3 KathiGr
  • 31.05.2011, 21:02h
  • Diese eingetragenen Partnerschaften gehen mir total auf den Senkel. Die sind doch nur eine Hinhaltetaktik, um die Gleichberechtigung weiter hinauszuzögern. Man gaukelt den Leuten Fortschritt vor, diskriminiert aber in Wirklichkeit munter weiter, nur eben auf anderer Ebene. Was Gleichberechtigung angeht gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist man gleichberechtigt oder man ist es nicht. "Fast gleichberechtigt" gibt es nicht. "Fast gleichberechtigt" bedeutet "nicht gleichberechtigt". Und alles außer Gleichberechtigung ist inakzeptabel. Wer eingetragene Partnerschaften gut findet, der unterstützt Diskriminierung.
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#4 Timm JohannesAnonym
  • 31.05.2011, 21:58h
  • Antwort auf #3 von KathiGr
  • @Fountouki
    "Diese eingetragenen Partnerschaften gehen mir total auf den Senkel. Die sind doch nur eine Hinhaltetaktik, um die Gleichberechtigung weiter hinauszuzögern."

    --> Das ist natürlich richtig, aber was willst Du machen, wenn es halt keine politischen Mehrheiten für eine Eheöffnung gibt. Dann besser die Lebenspartnerschaft, als das überhaupt NICHTS geschieht.

    Besser in Deutschland die Lebenspartnerschaft zu haben, als in Polen NICHTS zu haben.

    Natürlich ist Eheöffnung das Beste, aber dazu bedarf es der politischen Mehrheit in einem Land.
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#5 JoonasAnonym
  • 01.06.2011, 08:39h
  • Antwort auf #3 von KathiGr
  • Im Prinzip stimme ich Dir zu.

    Eine Ehe 2. Klasse wird immer diskriminierend bleiben und nur die Eheöffnung kann echte Gleichstellung bringen!

    Dennoch war vielerorts (auch in Homo-Vorreiterstaaten wie den Niederlanden, Schweden, etc.) die eingetragene Partnerschaft der erste Schritt um schon mal das größte Unheil abzuschaffen und auch der Gesellschaft die Angst vor der Eheöffnung zu nehmen. Und darauf folgte dann später die Eheöffnung.

    Natürlich MUSS die Eheöffnung kommen. In Chile wie auch hierzulande. Aber als ersten (vorübergehenden) Schritt ist die eingetragene Partnerschaft schon okay. Wenn denn wirklich die Eheöffnung folgt.
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#6 goddamn. liberalAnonym
  • 01.06.2011, 09:44h
  • Antwort auf #5 von Joonas
  • Also...

    Bitte mal über den Tellerrand gucken: Wir sprechen hier über Chile, wo Homosexualität bis in die 90er VERBOTEN war.

    Und da muss man sich fragen: Weshalb macht der konservative Präsident das überhaupt? Er ist nämlich eigentlich Fleisch vom Fleische der klerikal-reaktionären Putschisten (und Hayek-Fans) von1973, obwohl er sich dann recht früh - 1988 beim Referendum - auch wieder von ihnen abgesetzt hat.

    Die Antwort ist: Der macht das nicht, um uns einen Gefallen zu tun, sondern um sich vom gutkatholischen spätfaschistischen Pinochet als lupenreiner Demokrat abzusetzen. Zur Beruhigung der wachsenden Mittelschicht seines sich erholenden Landes, das wieder einen europäischen Standard erreicht (OECD-Mitglied) . Und dazu zieht er die Homo-Karte! Dass die anscheinend zieht, ist sehr beruhigend. Es zeigt, dass LGTB-Rechte Teil eines weltweiten Zivilisationsprozesses sind. Es nimmt der (klerikalen) Reaktion das Weltkirchenargument nach dem Motto: LGTB-Rechte sind ein westeuropäisches Dekadenzsymptom. Im Pinochet-freundlichen Vatikan wird man vor Wut schäumen. Kein Folter- und Putschgeneral weit und breit, um die christliche Moral wieder zu stärken. Und der CIA ist auch nicht mehr das, was er 1973 mal war. Und das ist auch gut so!!!!!
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#7 KathiGr
  • 01.06.2011, 11:46h
  • Antwort auf #4 von Timm Johannes
  • @Timm Johannes + @Joonas:
    Ich verstehe, was ihr meint. Und ich stimme euch dahingehend zu, dass eingetragene Partnerschaften weniger schlecht sind als überhaupt nichts. Aber sie sind dennoch schlecht. Diskriminierung - egal ob viel oder wenig - sollte niemals ein Grund zur Freude sein.

    Ich denke, dass die Existenz von eingetragenen Partnerschaften die Öffnung der Ehe verzögert. Denn wenn gleichgeschlechtliche Paare durch eingetragene Partnerschaften bereits mehr Rechte haben und damit weniger stark diskrimiert werden, dann erscheint den Politikern eine Eheöffnung als weniger dringlich. Sie schieben diese dann hinaus, mit der Begründung, dass es den Homos doch bereits recht gut geht und Deutschland andere, größere Probleme hat, um die sich zuerst gekümmert werden muss. Und so geht es dann immer weiter.

    Ein anderes Problem mit eingetragenen Partnerschaften ist, dass diese von den deutschen Mainstream-Medien häufig als "Heirat", "Homo-Ehe", "gleichgeschlechtliche Ehe" oder nur "Ehe" bezeichnet werden. In den letzten zwei Jahren habe ich mehrere Dokumentationen gesehen, in denen behauptet wurde, dass Deutschland bereits die gleichgeschlechtliche Ehe hat. (Und damit wurde nicht die spezielle Ausnahmeregelung für Transsexuelle gemeint.) Wenn die Heteros so etwas lesen oder hören, nehmen sie natürlich fälschlicherweise an, dass bereits alles in Ordnung ist. Sie wundern sich dann: "Warum sind denn die Homos immer noch so unzufrieden und verlangen mehr Rechte. Die sind doch bereits gleichberechtigt. Was wollen die denn noch? Kriegen die denn niemals genug?"
    Ein Beispiel für Unwissenheit: Als ich letztes Jahr einen Freund von mir über die Verpartnerung von Herrn Westerwelle informiert habe, verlief das Gespräch ungefähr so:
    Ich: "Hast du's schon gehört? Der Westerwelle und sein Freund haben sich verpartnert."
    Er: "Westerwelle hat was?"
    Ich "Sein Freund und er sind eine eingetragene Partnerschaft eingegangen."
    Er: "Was ist denn das?"
    Ich: "Wie? Du weißt nicht, was das ist?"
    Er: "Nö."
    Ich: "Das ist eine Institution ähnlich der Ehe. Nur halt für gleichgeschlechtliche Paare."
    Er: (total überrascht) "Oh. Ich wusste gar nicht, dass es anders heißt, wenn Schwule und Lesben heiraten."
    Und natürlich standen am nächsten Tag in den Zeitungen so Sachen wie "Westerwelle im Eheglück". Woher sollen unsere heterosexuellen Mitmenschen dann wissen, dass wir noch immer nicht gleichberechtigt sind?
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