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David Norris tritt bei der Präsidentschaftswahl im Oktober an.

Der offen schwule irische Präsidentschaftskandidat David Norris muss sich wegen neun Jahre alten Pädophilie-Bemerkungen rechtfertigen.

Die Äußerungen des Senators aus dem Jahr 2002 sind am Montag in der irischen Presse aufgetaucht und haben zu großen Diskussionen geführt. Norris, der als einer der Favoriten für die Nachfolge von Präsidentin Mary McAleese gilt, hält die Diskussion jedoch als eine "Sabotage" seines Wahlkampfes.

In dem betreffenden Interview hat Norris über Pädophilie und das alte Griechenland gesprochen. So erklärte er: "Ich kann nicht verstehen, wie irgend jemand Kinder sexuell attraktiv finden kann..., aber die klassische Pädophilie, wie sie zum Beispiel von den Griechen praktiziert wurde - ein älterer Mann führt einem jüngeren Mann ins Erwachsenenleben ein - das hat etwas. Ich möchte aber betonen, dass das etwas ist, das mich nicht reizt." Er erzählte weiter, dass er sich in jüngeren Jahren einen reiferen Mann gewünscht habe: "Mir hätte es gefallen, wenn mich ein älterer, attraktiver Mann unter seine Fittiche genommen und mich in die sexuelle Wirklichkeit eingeführt hätte."

Die Äußerungen wurden von Helen Lucy Burke in Umlauf gebracht, die 2002 für das Magazin "Magill" das Interview geführt hatte. Burke erklärte, dass sie wegen dieser Äußerungen Norris nicht als Präsident für tragbar halte.

"Akademische Debatte"

Norris glaubt, dass mit der Veröffentlichung seine bislang erfolgreiche Präsidentschaftskampagne untergraben werden soll: "Das ist ein zehn Jahre alter Artikel, in dem nichts Neues steht. Warum wird das gerade jetzt öffentlich gemacht?", fragte er im irisichen Radiosender RTE. Das Interview sei eine "akademische Debatte" gewesen. Er erklärte, dass er das Wort "Pädophilie" nicht hätte verwenden sollen, da er von "Paiderastia" - wie die griechische Praxis genannt wird - gesprochen habe. Er versicherte, dass er sexuelle Gewalt gegen Kinder verabscheue und dies in seiner politischen Tätigkeit stets gezeigt habe.

Norris ist seit 1987 Mitglied des Senats. Er gilt als erster offen Schwuler, der in Irland in ein politisches Amt gewählt wurde. Bereits 1983 hatte er mit seiner Klage gegen das irische Homo-Verbot für Aufsehen gesorgt. Schließlich legalisierte das Land schwulen Sex zehn Jahre später. Die Präsidentschaftswahl findet im Oktober dieses Jahres statt. Das Amt ist - wie in Deutschland - nicht mit politischer Macht verbunden, dennoch wird der Präsident dort in einer nationalen Wahl bestimmt. Norris gilt laut dem Wettanbieter "Paddypower" als Favorit mit dem Kurs 1:2,75. (dk)



#1 Timm JohannesAnonym
  • 01.06.2011, 12:47h
  • Mittlerweile müßte JEDER Politiker ("egal ob hetero oder homo") wissen, das

    1. Pädophilie strafbar ist.
    ---> Das ist auch richtig und gut so und wird aus ganzer und tiefster Überzeugung von mir unterstützt. Wer Kindesmissbrauch gut findet, der bekommt meine ganze Verachtung.

    2. Päderastie ein sehr schwieriges Thema ist.
    ---> Sex mit Jugendlichen oberhalb der Schutzaltersgrenze ist nicht strafbar, aber es ist in den verschiedenen Ländern der Welt sehr strittig, wo die Schutzaltersgrenze liegt. Bei diesem Thema, das echt schwer in paar Sätzen darstellbar ist, sollten Politiker besser sich nicht äußern, da Missverständnisse garantiert sind und es der politische Gegner als Angriffsmittel ausspielt. Daher besser dieses Thema als Politiker nicht öffentlich in den Medien behandeln.
    ---> Jeder Politiker ist gut beraten, wenn er zu dem Thema "Päderastie" in der Öffentlichkeit keine Stellung bezieht, da die Festlegung der Schutzaltersgrenze sehr umstritten ist (14 Jahre oder 15 Jahre oder 16 Jahre). Besser wäre es gewesen, wenn Norris vor 9 Jahren zu diesem Thema sich nicht gegenüber den Medien geäußert hätte.

    *
    de.wikipedia.org/wiki/Schutzalter
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#2 HeinAnonym
  • 01.06.2011, 13:02h
  • Antwort auf #1 von Timm Johannes
  • Pädophilie ist nicht strafbar. Es handelt sich dabei um eine Anlage die sich diejenigen die sich damit herumschlagen müssen auch nicht ausgesucht haben.

    Etwas anderes ist das Ausleben der Pädophilie. Dies ist strafbar.

    Ich allerdings grenze mich nicht von diesen Menschen ab, da es diese unendlich schwer haben und auf Solidarität angewiesen sind.

    Immerhin wird erwartet, dass sie auf Sexualität verzichten. Und wem Kinderschutz wirklich etwas bedeutet, der sollte Pädophile nicht ausgrenzen sondern sie dabei unterstützen ein straffreies und trotzdem lebenswertes Leben führen zu können.

    Welche fatalen Folgen es haben kann wenn man Menschen Sexualität verbietet und sie gleichzeitig ausgrenzt haben wir in der Katholischen Kirche erlebt.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.06.2011, 13:23h
  • So ist das meistens im Wahlkampf: irgendjemand will sich immer wichtigmachen und an alle diesen Vorwürfen nichts dran ist.
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#4 schwulenaktivist
  • 01.06.2011, 13:50h
  • Die Frage ist, ob mann sich zum Thema Kindersexualität äussern darf - ja, und zum Thema Sex mit Kindern gibt es das Strafgesetzbuch. Alles andere ist Moralin!
    Die besorgten KinderschützerInnen sind nirgendwo engangiert, wenn es um schwule Kinder geht, um Mobbing, sexuell motivierte Gewalt und Selbstmorde schwuler Kinder. Niemand stellt die Frage nach der Zwangsheterosexualisierung!
    Die allererste Frage muss immer sein: Ist Homosexualität an sich schon sexueller Missbrauch?! Dann erst kann diskutiert werden.

    Ich empfinde ich jegliche Verteufelung von "Tätern" als Selbstrechtfertigung und sonst nix! Oder habt Ihr schon mal Heteros gehört, die ihre heterosexuellen TäterInnen so diffamieren wie das hier Schwule mit Pädophilen tun?

    Der Sexismus muss endlich aufhören! Ich erinnere deutsch Schwule daran, dass Homosexualität als solche schon mal strafbar war - sogar ohne "Tatbeweis"! Alles vergessen!
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#5 heinAnonym
  • 01.06.2011, 14:04h
  • Antwort auf #4 von schwulenaktivist
  • Ich stimme Dir vollkommen zu.

    Noch nie habe ich gesehen, dass es für ein Thema ein solchen Denk und Diskussionsverbot gibt wie für Pädophilie.

    Die Menschen die sich damit herumschlagen werden von vornherein abgelehnt, ausgegrenzt und diffamiert. Auf übelste Art und Weise.

    Dabei spielt es gar keine Rolle ob sie tatsächlich ihre "Anlage" ausleben oder nicht.

    Insbesondere wenn Schwule auf Pädophilen her umhacken bin ich regelmäßig entsetzt. Dabei sollten doch gerade Schwule wissen wie es ist für etwas "verdächtigt" zu werden was man gar nicht begangen hat. Genau so wie es ist, wenn man sich verstecken und seine Sexualität leugnen muss.

    Ich erwarte keine Solidarität mit Straftätern, aber mit Menschen die es so schwer haben wie kaum andere, eigentlich schon. Und Pädophile haben keine Fürspreche, Lobby, Anlaufstellen, etc.

    Und wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass viele diese "Anlage" durch eigene Misshandlungen erhalten haben, dann wird es erst recht bitter. Die Ausgrenzung und Verurteilung trifft dann nämlich Opfer. Das trifft nicht auf alle Pädophilen zu, aber auf sehr viele. Das sollte man bei Äußerungen zum Thema bedenken.
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#6 Timm JohannesAnonym
  • 01.06.2011, 14:09h
  • Antwort auf #2 von Hein
  • @Hein
    Natürlich ist es das Ausleben der Pädophilie, das strafbar ist. Da stimme ich Dir natürlich vollkommen zu und so ist auch mein erster Artikel gemeint.

    ---

    Für Politiker ist es insgesamt ratsamer, zum Thema Päderastie nicht in den Medien Stellung zu beziehen. Das Thema ist schwierig und die Bestimmung der Schutzaltersgrenze ist in den Ländern der Welt sehr unterschiedlich und umstritten. Da geraten Politiker, die bei diesem Thema sich äußern, schnell in die Schusslinie der Medien.

    Wo ist die Grenze beim Schutzalter: 14 Jahre oder 15 Jahre oder 16 Jahre...
    Da prallen sehr schnell die Meinungen aufeinander und nur sich dazu zu äußern, kann einen den ungerechtfertigten Vorwurf einbringen, man schütze Kinderschänder.

    Daher ein sehr konfliktbeladenes Thema, wenn es um die Schutzaltersgrenze geht.
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#7 Timm JohannesAnonym
  • 01.06.2011, 14:17h
  • Antwort auf #5 von hein
  • @Hein

    "Dabei spielt es gar keine Rolle ob sie tatsächlich ihre "Anlage" ausleben oder nicht."

    --> Da fängt es schon an, wo ich Dir nicht mehr zustimme. Vielleicht ist dieser Satz von Dir auch von mir falsch verstanden.

    NATÜRLICH spielt es eine GROSSE und ZENTRALE Rolle, ob ein Pädophiler seine Anlage auslebt.

    Wer eine sexuelle Handlung an oder vor Kindern begeht, der gehört bestraft und das hat meine ganze Verachtung, wenn jemand dies auslebt. Kinder gehören vor sexuellen Handlungen Erwachsener geschützt, das ist ein ganz ZENTRALER ethischer Grundsatz in meinem Leben und auch ich bin da sehr empfindlich, wenn hier an den Grenzen des Kinderschutzes gerüttelt wird.

    Das Thema "Schutzaltersgrenze" ist daher auch sehr schwierig und damit einhergehend das Thema "Päderastie" ebenso.

    Wo ist die Schutzaltersgrenze ? Eine schwierige Frage, die von Land zu Land unterschiedlich beantwortet wird.

    Ist es 14 Jahre oder ist es 15 Jahre oder ist es 16 Jahre ?

    Besser man hält sich bei diesem Thema als Politiker heraus, das gibt in der Regel viel Ärger in den Medien.
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#8 KathiGr
#9 heinAnonym
  • 01.06.2011, 14:23h
  • Antwort auf #6 von Timm Johannes
  • Für einen Politiker ist es ein Aus. Volker Beck hat auch bis heute viel mit Äußerungen zu tun die er mal in dieser Hinsicht gemacht hat.

    Letztlich las ich in der Taz sogar, wie Ralf König sich - für mich künstlich - von seinen frühen Werken distanzierte um ja nicht in die "böse" Ecke gestellt zu werden.

    Eine sehr gefährliche Tendenz die sich hier entwickelt. Denk und Redeverbote.

    Tatsächlich wird in Fachkreisen anders darüber diskutiert. Aber die Stimmung zu diesem Thema ist so aufgeladen, dass darüber eine sachliche Diskussion kaum noch möglich ist.

    Übrigens sehr zum Nachteil der Kinder. Es gibt nämlich kaum noch Ärzte, Psychiater, etc. die sich mit "solchen Monstern" beschäftigen wollen. Mit dem Ergebnis, dass diese Leute kaum in der Lage sind mit ihrer Anlage klar zu kommen. Resultat ist dann eine extrem hohe Suizidrate oder Straftaten.

    In Bezug auf diesen Politiker ist aber auch seine Abgrenzung nach hinten los gegangen. Pädophilie ist böse, aber das "einreiten" von Jugendlichen ist nicht schlecht. Das kann nur nach hinten losgehen.
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#10 Lapushka
  • 01.06.2011, 14:24h
  • Antwort auf #4 von schwulenaktivist
  • Ich habe Angst vor Pädophilie weil ich schon mal mit Kindern gearbeitet habe die sexuell mißbraucht worden waren.
    Das war einfach schrecklich.

    Rational weiss ich, dass Pädophilie nicht automatisch ausgelebte Sexualität mit Kindern bedeutet und ich versuche auch (unbekannterweise) Respekt vor Betroffenen zu haben, die um ihre Situation wissen und sich deshalb Hilfe holen.

    Aber wenn ich so jemanden kennen würde, wäre die Angst immer unterschwellig mit dabei.

    Mir fällt es offen gesagt sehr schwer, obwohl ich mich sonst als relativ "aufgeklärt" und zugänglich für Argumente halte, nicht in den Chor der "Sperrt die alle weg"-Schreier mit einzufallen.

    Allerdings, je mehr man das Thema tabuisiert, stigmatisiert usw. desto mehr verstecken sie wahrscheinlich die Betroffenen und desto mehr kann sich da irgendwas im Verborgenen entwickeln.

    Sehr schwer das alles.
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