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Halil Ibrahim Dincdag wirft dem türkischen Fußballverband Homophobie vor

Ein früherer Schiedsrichter hat den türkischen Fußballverband (TFF) auf Schadensersatz verklagt, weil er vor zwei Jahren geoutet und anschließend entlassen wurde.

Der Profiverband hatte Halil Ibrahim Dincdag 2009 gefeuert, nachdem er nur zwei Monate als Referee aktiv war (queer.de berichtete). Die Fußball-Funktionäre beriefen sich dabei auf die eigene Satzung, die besagt, dass niemand Schiedsrichter sein darf, der aus gesundheitlichen Gründen keinen Wehrdienst geleistet hat. Allerdings stuft die türkische Armee Homo- und Bisexualität generell als "psychische Störung" ein und verweigert damit allen Schwulen, deren sexuelle Orientierung bekannt wird, den Dienst an der Waffe.

Dincdag hat am Dienstag in Istanbul Klage gegen den TFF eingereicht. Das Gericht setzte als ersten Verhandlungstermin den 20. Oktober fest. Der 35-Jährige wirft dem Verband vor, ihn unrechtmäßig entlassen und ihn gegenüber den Medien geoutet zu haben. Damit sei unter anderem sein Recht auf Privatsphäre verletzt worden - er habe deshalb mehrere Morddrohungen erhalten. Dincdag verlangt deshalb 110.000 Lira (48.000 Euro) Entschädigung von der TFF. Außerdem klagt er auf Wiedereinstellung.

Vor seiner Berufung durch den Profiverband hatte Dincdag 14 Jahre lang ohne Probleme als Schiedsrichter in Amateurligen gepfiffen. Er wirft dem TFF vor, ihn einzig aus Homophobie gefeuert zu haben: "Der wirkliche Grund hinter meiner Entlassung ist meine sexuelle Orientierung", erklärte Dincdag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Menschenrechtsorganisationen haben immer wieder Diskriminierung von Schwulen und Lesben in der Türkei beklagt. Das Land legalisierte Homosexualität zwar bereits 1858, mehr als 100 Jahre vor der Entschärfung des Paragrafen 175 in Deutschland. Dennoch führt ein Outing im gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu großen Schwierigkeiten. Zuletzt sorgte eine türkische Behörde mit der Zensur von schwulen und lesbischen Internetdomains für Aufregung (queer.de berichtete). Im Januar hat ein Gericht in Bursa in erster Instanz außerdem eine Homo-Gruppe verboten (queer.de berichtete). (dk)



#1 SchokiAnonym
  • 01.06.2011, 18:20h

  • Da sieht man es mal wieder: Ein Gesetz kann jahrhunderte lang gelten, aber leider sieht die Realität oft anders aus. Solange nicht genug Menschen etwas dafür tun und zu viele Menschen intolerant sind, nützen Gesetze einen Dreck. :-( man sieht es ja in Deutschland, man muss immer weiterkämpfen, damit man eine reelle Chance erhält, anerkannt zu werden, aber es ist und wird auch niemals zwecklos sein, für seine Rechte zu kämpfen!:-)
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 xapplexAnonym
  • 02.06.2011, 16:36h
  • Nur zwei Wortmeldungen? Was wäre hier wohl los wenn sich die Sache, na, sagen wir mal in Polen abgespielt hätte
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#4 tondarProfil
#5 alexander
#6 SchokiAnonym
  • 02.06.2011, 18:30h

  • Das mit Polen muss jetzt nicht sein, aber es ist wirklich Schon etwas komisch, dass so gut wie keiner was zum Thema beiträgt. Sogar von insg. Nur 6 Beiträgen beziehen sich sage und schreibe 2 aufs Thema -.-
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#7 tondarProfil
#8 moccaböhnchenAnonym
#9 seb1983
  • 02.06.2011, 20:28h
  • Antwort auf #6 von Schoki
  • Was soll man dazu sagen? Ist ja nicht überraschend.

    Der Vergleich mit Polen hinkt etwas. Polen hat erstens keine Wehrpflicht und ist zweites nicht so militärvernarrt wie die Türkei. Nachdem in Deutschland endlich die Vernunft gesiegst hat nicht nur eines der letzten Nato-Länder mit Wehrpflicht, sondern auch ohne die Möglichkeit zu verweigern, und wenn dann nur über die Homokarte, aber bitte mit Bildern und Video als Beweismaterial.
    Ohne abgeleisteten Wehrpflicht ist aber weder eine Beamtenkarriere möglich noch viele andere Jobs, scheinbar so wie der hier.
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