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Ein einschneidendes Jahr für Bruno Gmünder: Im Mai starb sein geliebter Hund Eryx Zepherus Elder von Helle Berge, nun verkaufte er die Mehrheit an seinem Verlag

Der Bruno Gmünder Verlag wechselt nach 30 Jahren den Besitzer: Die Unternehmer Tino Henn und Nik Reis (beide München) sowie der bisherige Mitgeschäftsführer Michael Taubenheim (Berlin) haben die Mehrheit an der Mediengruppe übernommen.

Am 3. Juni wurden in Berlin die Verkaufsverträge unterschrieben. Bruno Gmünder bleibt den Unternehmen als Minderheitsgesellschafter erhalten.

"Ich freue mich sehr, auf 30 Jahre erfolgreiche Medien- und Handelstätigkeit für die schwule Community aufbauen zu können", erklärte Tino Henn als Vorsitzender der neuen Geschäftsführung in einer Pressemitteilung. "Bruno Gmünder ist in seinem Segment einer der wertvollsten schwulen Dachmarken der Welt. In den kommenden Jahren wollen wir unsere Submarken im Bereich Medien und Handel (z.B. Männer, Spartacus, Bruno's) noch stärker auf das Internet ausrichten, unser Dienstleistungsportfolio erweitern und neue Geschäftsfelder erschließen."

Tino Henn, der Betriebswirtschaft und Medizin studierte, ist seit dem Jahr 2000 geschäftsführend im Aufbau und der Weiterentwicklung ambulanter Pflegedienste tätig. Im Jahr 2006 gründete er die "Ihr Pflegeteam"-Gruppe, zu der heute vier ambulante Pflegedienste gehören. Seit 2005 ist er ehrenamtlich im Vorstand der AIDS-Hilfe Köln und seit 2007 im Bundesvorstand der Deutschen AIDS-Hilfe aktiv. Mit seinem Freund Nik Reis will er in Kürze eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen.

Bruno Gmünder: "Bin eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht geworden"


Die nun vier Eigentümer der schwulen Mediengruppe (v.l.n.r.): Bruno Gmünder, Tino Henn, Michael Taubenheim, Nik Reis (Bild: Brigitte Dummer/Bruno Gmünder Verlag)

In einer Abschieds-Mail an "Mitarbeiter und Freunde" des Verlags versuchte Bruno Gmünder seinen überraschenden Rückzug zu erklären: "In den letzten Jahren bedrängte mich immer mehr das Gefühl, dass ich meinen eigenen Ansprüchen und Erwartungen nicht mehr gerecht werde. Dass ich Platz machen müsste für jemand anderen, der mit großer, frischer Energie und Neugierde durchs schwule Leben geht." Er werde der neuen Geschäftsführung jedoch mit Rat und Tat beiseite stehen.

Der Bruno Gmünder Verlag wurde 1981 von Bruno Gmünder und dem 1997 an den Folgen von Aids gestorbenen Christian von Maltzahn in Berlin gegründet. Heute gehört die Unternehmensgruppe mit ca. 80 festen und zahlreichen freien Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 9 Millionen Euro zu den weltweiten Marktführern im Bereich schwuler Medien und agiert international mit einer breit gefächerten Produktpalette von bis zu 150 neuen Titeln pro Jahr: Mit zahlreichen Veröffentlichungen aus den Bereichen Magazine (z.B. Männer), Film, Fotografie, Reise, Comic, Belletristik und Sachbuch bietet der Bruno Gmünder Verlag eine große thematische Vielfalt für die schwule Community weltweit. Der internationale Reiseführer Spartacus gehört zu den wichtigsten Büchern des Hauses - mit derzeit über 65.000 Exemplaren pro Ausgabe ist er nach Verlagangaben das auflagenstärkste schwule Reisebuch der Welt. (cw/pm)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.06.2011, 13:42h
  • Sowas nennt man "Generationenwechsel", aber ich bin froh, daß Herr Gmünder seinem eigenen Verlag weiterhin erhalten bleibt. Am besten gefallen mir auf dem Foto der Typ im weißen Hemd und der im grauen T-Shirt! Beide sehen zum Anbeißen aus!
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 07.06.2011, 13:44h
  • Dankeschön für diesen Artikel

    Wer Bruno Gmüder ist und wie er aussieht, wollte ich schon lange wissen; habe aber immer wieder vergessen, mich über diese Person zu informieren.

    ---

    Da wünsche ich den neuen Geschäftsführern viel Erfolg, denn die homosexuelle Community und Medienlandschaft ist mit dem Internet in einem totalen Umbruch seit über einem Jahrzehnt. Wenn ich daran denke, wie es 1990 zu Wendezeiten ohne Internet ausschaute und wie es jetzt ausschaut, so hat sich die Medienlandschaft und mit ihr auch die Kommunikationslandschaft der homosexuellen Community total verändert. Mittlerweile kenne ich eine ganze Reihe homosexueller Paare, die sich über das Internet per Chat kennengelernt haben.

    Gayromeo und Chatprogramme zur Kontaktanbahnung/zum Quatschen und Bildertausch, usw. beispielsweise hat der Bruno Gmünder Verlag bisher nach meiner Meinung "verschlafen" .

    Was das Internet mittlerweile alles auslösen kann, zeigt "allein" die Party bei Thessa in Hamburg.

    Aber das Internet "zerstört" zugleich auch einige Kommunikationszentren /Treffmöglichkeiten homosexueller Menschen. Insbesondere für schwule Saunen, schwule Kneipen und Bücher mit homosexuellen Inhalten hat die Wirkung des Internets auch eine Kehrseite. Man/Frau ist nicht mehr darauf angewiesen, zur Kontaktaufnahme und Informationssuche in eine schwule Kneipe oder für Sex in eine schwule Sauna zu gehen, das geht über das Internet viel leichter und die Auswahl ist viel größer. Schwule Partys hingegen sind kaum vom Internet negativ "betroffen", da immer noch gerne mit schwulen Freunden gefeiert und getanzt wird.

    Bei Kneipensterben finde ich dies schade, bei schwulen Saunen ist mir dies egal ("wobei Ausbau des Wellnessbereiches durchaus ein Option für schwule Saunen bleibt"), aber wirklich bedauerlich empfinde ich es, das das Internet verheerende Folgen für das Medium "Buch" hat. Meine Kindheit und Schulzeit sowie Studentenzeit ist halt noch vorrangig von Büchern geprägt und erst mit Ende 20 hatte das Internet immer größere Auswirkungen auf mein Berufs- und Privatleben.

    Ich würde es schade finden, wenn immer weniger gedruckte Bücher und gedruckte Zeitschriften verkauft werden. Doch ich befürchte, das dies so kommen wird, wenn ich mir die jüngere Generation um die 20 anschaue und wie Sie an Informationen gelangen. Und das gilt für Heteros wie Homos in gleichem Maße.
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#3 Timm JohannesAnonym
#4 schwulenaktivist
  • 07.06.2011, 15:06h
  • Mann muss sein Geschäft verkaufen, solange es noch etwas einbringt für den Lebensabend! Ob der oder die Inhaber "zum Anbeissen" sind, spielt nun wirklich keine Rolle!
    Es ist auch nicht einzusehen, warum alle anderen Bereiche wie Chats und Plattformen in derselben Hand zu sein brauchen.
    Bei der Gelegenheit möchte ich daran erinnern, dass es noch andere schwule Verlage und Geschäftsbereiche gibt...
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#5 BurgerBerlinProfil
  • 07.06.2011, 16:05hBerlin
  • Wahrscheinlich ist Bruno Gmünder einer derjenigen, der die schwule Szene am Ende des letzten Jahrhunderts am stärksten geprägt hat. Natürlich ist er nicht der einzige aber einer derjenigen der frühzeitig den Bereich des netten kleinen Buchladens im schwulen Viertel verlassen hat. Vielen sind ja noch die kleinen netten Heftchen im „diskreten Umschlag“ bekannt. Da war das Bild noch auf Papier gedruckt und nicht als Suchanfrage bei Google zu bekommen. Selbst die Versorgung mit den „schmutzigen“ Videofilmen war eher dürftig. Zu der Zeit gehörte der Gmünder Verlag zu den Hauptversorgern der Schwulen – sowohl in der Stadt – und noch mehr in den ländlichen Gebieten. Zwischenzeitlich haben die Zeiten sich geändert und die Verfügbarkeit von Bildern und Filmen ist keine Sache mehr von Tagen - sondern Sekundenbruchteilen mit einem Mausklick. Ob dies als Positiv oder Negativ zu bewerten ist, bleibt jedem selber überlassen. Was allerdings immer im Auge behalten werden muss, ist die Frage ob man seinen gehabten Erfolg frühzeitig an andere weiter gibt und die Früchte des gemachten Erfolges natürlich auch genießen kann. Dann dem manchmal „kleinen Giftzwerg“ ein spannendes genießen der neu gewonnenen Freizeit mit allem was dazu gehört. Natürlich auch viel Erfolg für die Nachfolger.
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#6 klareuluAnonym
  • 07.06.2011, 22:41h
  • aber wir können doch trotzdem davon ausgehen, dass auch in zukunft informative produktwerkung hier erscheint-oder??? below the line versteht sich!
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#7 tetickaProfil
  • 08.06.2011, 12:08hja auch
  • Ob sich nach dem Eigentümerwechsel der bisher m.E. miserable Kundendienst gegenüber Einzelhändlern ändern wird?
    Ich will es mal hoffen.
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#8 Knueppel
#9 saltgay
  • 19.06.2011, 21:36h
  • Es ist doch immerhin schon einmal sehr erfreulich, wie sehr den queer-Diskutanten das unternehmerische Wohlergehen eines Bruno Gmünder am Herzen liegt. Es gibt in der Tat wohl nichts wichtigeres auf der Welt.

    Da mögen in Ungarn CSD-Teilnehmer verprügelt werden, Hauptsache der Verlag bleibt erhalten, weil es ja so schöne Bilderbücher und DVDs dort gibt. Dieser Verleger ist ja immerhin ein Leistungsträger, der als Geschäftsmann unermüdlich zum Wohl dieses Landes beigetragen hat. Und wenn er dann noch zum Anbeißen aussieht, dann ist die rosarote schwule Welt noch in Ordnung.

    Es braucht eben kein Hirn, solange noch genügend Schwanz für den Geschlechtstrieb vorhanden ist.
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#10 JustusAnonym