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Schwuler Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld: Die Nazis zerstörten 1933 sein Institut (Bild: Magnus Hirschfeld Gesellschaft)

Berlin müsse die Forschung zur Pluralität der sexuellen Identitäten wieder etablieren, fordert der schwule Kommunikationsberater Jörg Litwinschuh. Der 43-jährige hat deshalb die Unterschriftenaktion "Berlin muss wieder Heimat eines Magnus-Hirschfeld-Instituts werden" gestartet.

"Die Stadt Berlin ist heute eine Vorreiterin im Kampf um Gleichberechtigung und Akzeptanz sexueller Vielfalt", heißt es in dem Aufruf der Privatinitiative. "Aber neben der Vielzahl an Initiativen sozialarbeiterischer und gesellschaftspädagogischer Prägung fehlt etwas Entscheidendes: Bis zum 30. Januar 1933 war Berlin mit Magnus Hirschfelds 'Institut für Sexualwissenschaft' ein international anerkanntes Zentrum der Forschung und Wissenschaft für die Herausbildung sexueller Vielfalt. Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde 1933 das Institut von Magnus Hirschfeld geplündert. Berlin war einer großen Errungenschaft beraubt."

Brutal abgeschnittene Tradition der Stadtgeschichte


Will an die besten Traditionen der Weimarer Republik anknüpfen: Jörg Litwinschuh (Bild: Burghard Mannhöfer)

Litwinschus Initiative will an diese "brutal abgeschnittene Tradition der Stadtgeschichte" anknüpfen: "Die weltoffene und bunte Metropole, die Wissenschaftsstadt Berlin muss sich erneut zu einem Zentrum moderner Forschung entwickeln, die sich mit homosexuellem Leben und Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart beschäftigt."

Diskutiert werde über die Wiedererrichtung des Magnus-Hirschfeld-Instituts seit vielen Jahren, er wolle jedoch nicht mehr warten, stellt Jörg Litwinschuh klar: "Es wird höchste Zeit, an die besten Traditionen der Weimarer Republik anzuknüpfen!" Die Wiedererrichtung verstehe er auch "ein Akt kollektiver Übernahme von Verantwortung für die Verfolgung von Homosexuellen über 1945 hinaus".

Zu den Erstunterzeichnern seines Aufrufs gehören u.a. die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Petra Pau (Linke), die grünen Landesabgeordneten Thomas Birk und Anja Kofbinger, die Wissenschaftler Dr. Claudia Schoppmann und Prof. Dr. Martin Dannecker, Ex-Verleger Bruno Gmünder und Neu-Verleger Tino Henn, Schauspielerin Maren Kroymann sowie die Berliner Dragqueen Gloria Viagra. (cw)



MdBs in Hirschfeld-Stiftung gewählt

Der Bundestag hat am Donnerstag die neun Abgeordneten für das Kuratorium der neu gegründeten Magnus-Hirschfeld-Stiftung bestimmt.
Weiter LGBT-Kritik an Regierung

Die Magnus-Hirschfeld-Stiftung bleibt umstritten. Auch die Kürzungen bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sorgen weiterhin für Wirbel.
#1 GeorgFalkenhagenProfil
  • 09.06.2011, 17:37hBremen
  • Ich schließe mich der Forderung nach (auch finanzieller, staatlicher) Förderung der Initiative ohne Vorbehalte an.

    Und zwar ausdrücklich und weil ich auch genau weiß, dass sich hinter so manchem Interesse an Staatsknete welche befinden, die die "Homo-Ehe" eigentlich (?) ablehnen ...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 GeorgFalkenhagenProfil
#4 goddamn. liberalAnonym
  • 09.06.2011, 21:00h
  • Unter den Erstunterzeichern: Lala Süsskind und Andrej Hermlin. Ja, that's what friends are for....

    Ob in Berlin oder in New York oder anderswo...
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#5 Berliner_1979Anonym
  • 10.06.2011, 00:10h
  • Was für eine sinnlose Meldung! Litwinschuh ist seit Jahren für Queer Nations aktiv. Diese Initiative ringt mit dem LSVD um die in den Bundeshaushalt eingestellten Mittel für eine entsprechende Stiftung. Einige ältere Herren wollen sich damit den Ruhestand vergolden oder ein Denkmal errichten.
    Ein alter Hut also - lediglich vorm Stadtfest und CSD ein letztes Mal aufgewärmt.
    Die Stiftung wird bald kommen. Das linke/linksextreme Bündnis wird die Mittel nicht erhalten, Sang- und Klanglos untergehen und kein Mensch wird darüber eine Träne vergießen.
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#6 eMANcipation*Anonym
#7 vingtans
  • 10.06.2011, 02:22h
  • dem kann ich absolut zusprechen...es gibt noch so viele fragen bezüglich der sexuellen identitäten zu klären..

    was ich mich besp heute gefragt hatte,
    "warum agieren viele schwule feminin, oder haben einen femininentouch. bzl femininer rollenerwartung,gestik,mimik,sprache...."

    spielt da ein genom eine rolle? seit ich denken kann agier ich femininer in meiner gestik...das würde dafür sprechen. andererseits hat man nie so ein genom gefunden. oder ist es eine sozialisation an die schwule subkultur...oder an klischees die mir eine gesellschaft aufgedrückt hat?...fragen über fragen,

    ein institut muss her!
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#8 stromboliProfil
  • 10.06.2011, 10:27hberlin
  • Antwort auf #7 von vingtans
  • schatzerl,
    weil man beim beine breit machen unmöglich den macho spielen kann ohne selbst sich lächerlich zu machen...
    es ist eben EINE (!) möglichkleit schwul/lesbischer phantasien, rollenidentitäten des anderen geschlechtes mit zu übernehmen, dass uns auch im alltäglichen "andere" reaktionsmöglichkeiten zulässt.
    Zudem ist das aneignen femininer eigenheiten für einen schwulen mann eine möglichkeit, "stille" signale des andersseins zu senden ; was auch im umgekehrten für lesben gelten kann.

    also mach dir keine gedanken darüber, ob irgend ein genom bei dir verrückt spielt, du machst nur das ,was andere auch tun, du suchst zu KOMMUNIZIEREN!

    Aber weil beim thema :
    solche fragen implizieren eine verborgen/offene unsicherheit, die ständig sich (nur?)die frage stellt: warum bin ich so wie ich bin und nicht "ANDERS"!
    Der moderne homo, weiterhin wie der altvordere auf der suche nach antworten ,die er sich selbst stellt anstatt die fragen in frage zu stellen!

    Erst mal gestellt, brauchts auch der "wissenschaftlichen einordnung" , die erklärt, was ansonsten von der anderen seite als selbstverständlich angenommen wird, weil ja mehrheitsgebrauch: heterosexualität ein rein kulturell erworbenes phänomen darstellt, dass in der zeitgemäßen definition auch abweichungen enthält, und homosexualität dessen spiegelbild ist!

    Die forschung in der frühzeit der modernen homosexualität sich auf den medizinischen aspekt des nachweises oder gegenbeweises der "gesunden" herkunft sexuellen triebes konzentirierte um so die "abweichung zu begründen als quasi "angeborenes" , dass uns von der "verpflichtung der selbstheilung" entlasstet.
    Ein damals nicht unüblicher versuch, medizinisch-wissenschaftlich zu belegen, dass homosexualität unheilbar, weil angeboren und so zum duldbaren wird , wenn die homos sich nur entsprechend einfügen ins gesamtgeschehen! .
    Erst mit kinsey , reiche/dannecker, sigusch und ebenso foucault ,konnte ein zugang zum gesellschaftlichen konstrukt der sexualität im allgemeinen und der homosexualität im besonderen erarbeitet werden.

    Nicht umsonst der treffende titel: "Nicht der homosexuelle ist pervers, sondern die gesellschaft in der er lebt"!
    Dem steht hirchfeld diametral entgegen, der mit eugenik zudem in einem wertesystem den neuen homo einzuordnen suchte; eine entgleisung, dass seinesgleichen sucht.
    So selbst wegbereiter der rassenlehre, er selbst opfer eben dieser "lehre" wird!
    Eine der nicht unüblichen tragischen szenarien, unter denen sich anpolitisierte schwule/lesben immer wieder finden: beim suchen nach selbsterklärungen, ein konstrukt erschaffend, dass sie am ende sprichwörtlich erschlagen wird!

    Das historische verdienst hirchfelds als gründer eines institutes, dass sich der sexualität und uns aussenseitern verpflichtet fühlte, sei gewürdigt; ihm eine renaissance seiner "untersuchungen" in form der "weiterführung" seines projektes, sollte unter weglassung seines namens, neutral mit dem von ihm bestimmten begriffs vom "Institut für Sexualwissenschaft" erfolgen.
    Insgesamt ist der name belastet, auch wenn aus heutiger sicht opfer seiner zeit, war er mitgestalter von ideen, die unhaltbar sind.

    Da würde ich eigentlich von Martin Dannecker ein klärendes wort erwarten!
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#9 goddamn. liberalAnonym
  • 10.06.2011, 11:55h
  • Antwort auf #8 von stromboli
  • Foucault hat sich in Teheran 1979, als er noch die Revolte bejubelte und die ersten verkohlten Leichen (von ihren Ex-Kunden) gelynchter Sexarbeiterinnen schon triumphierend durch die Strassen getragen wurden, hundert mal mehr politisch blamiert als das Faschismusopfer Hirschfeld mit seinen eugenischen Anwandlungen...

    Das fromme Schwulenmassaker ließ nicht lange auf sich warten...

    Tja, die allerdümmsten Kälber...

    Am Ende war Foucault neoliberal und Hirschfeld schon vor '33 ein braver Sozi-Exilant, den man aber auch in der Sowjetunion schätzte...
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#10 yomenAnonym
  • 10.06.2011, 12:12h

  • @stromboli

    ich weiss, du bist selbstbewusst genug, als das du aussenstehende meinungen benötigst.

    trotz allem:

    dein beitrag ist einer der intelligwntesten, die ich hier gelesen habe!

    danke!
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