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Bei homophober Gewalt nicht ängstlich aber besonnen reagieren (Bild: jonfeinstein / flickr / by 2.0 & / flickr / by 2.0, Montage: queer)

In Köln haben sich mehrere Übergriffe auf schwule Cruiser ereignet. Täter waren immer Jugendgruppen. Queer.de gibt Tipps, wie man sich schützt.

Von Carsten Weidemann

Toni (46) ist auch Tage danach noch spürbar geschockt: "Am Aachener Weiher ist gerade die Hölle los!" Er wurde am 21. Mai im Cruisinggebiet von einer Gruppe Jugendlicher übel beschimpft, bedrängt und zuletzt von seinem Fahrrad gestoßen. Schon wieder ein schwulenfeindlicher Übergriff in Köln, nach einem Angriff auf einen Mann in der Nacht zum 9. April und einem Raub am 29. April. In allen Fällen sind Gruppen von sechs bis zehn Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren die Täter. Und immer beginnt es mit homophoben Beleidigungen.

Tonis Fahrrad ist Schrott, er selbst ist glücklicherweise unverletzt geblieben. "Eigentlich bin ich ja wegen der zunehmenden Härte aus Berlin weg und zurück ins tolerante Rheinland gezogen", berichtet er. Doch eine solche Begegnung mit aggressiven Kids hat er in der Hauptstadt selbst nie erlebt. Mit Flugblättern und in E-Mails will er jetzt die Kölner Szene über die Geschehnisse informieren. Einen 47-Jährigen, der zuvor am 29. April auf eine Gruppe Jugendlicher stieß, hat es etwas heftiger erwischt. Sie verlangten sein Geld, da er aber keines mit hatte, schlugen sie ihm ins Gesicht. Mit Prellungen und Schürfwunden floh das Opfer. Ein herbeigerufener Streifenwagen konnte kurze Zeit später auch die mutmaßlichen Täter festnehmen. Gegen sie wird jetzt konkret ermittelt, im Fall Toni dagegen zurzeit noch gegen "Unbekannt". Beim Ereignis am 9. April hat die Polizei keine weiteren Informationen vorliegen. Dort hatte ein Augenzeuge in der Nacht eine Gruppe Jugendlicher im Park gesehen, die schwulenfeindliche Beleidigungen in Richtung Cruisinggelände riefen und später gegen einen Cruiser tätlich wurden. Eine herbeigerufene Streife kam leider zu spät, um jemanden dingfest zu machen.

Andreas Jähnke, Pressesprecher der Kölner Polizei, kann beim jetzigen Stand der Dinge noch nicht sagen, ob es sich um verschiedene Tätergruppen handelt, oder um ein und dieselbe. Die Häufung der Vorkommnisse hat seiner Einschätzung nach schlicht saisonale Gründe: "Im Bereich des Aachener Weihers befinden sich, insbesondere bei dem guten Wetter der letzten Wochen, sehr viele Menschen. Dies führt - wie immer bei Menschenansammlungen - zu einem Ansteigen der Delikte der Straßenkriminalität aufgrund der dann vorhandenen Tatgelegenheiten." Gelegenheit macht Diebe. Jähnke verspricht für die kommende Zeit: "Seitens der zuständigen Polizeiinspektion Südwest wird insbesondere zu diesen Zeiten die polizeiliche Präsenz verstärkt, soweit dies das aktuelle Einsatzgeschehen zu lässt."

"Opferklau" statt Tränengas

Die Versuchung, sich für künftige Outdoor-Ausflüge mit Pfefferspray oder sonstigen Waffen auszurüsten, ist nach solchen Geschehnissen besonders groß. Doch die Experten raten davon ab, mit Gewalt gegen mögliche Bedrohungen zu reagieren. Das Risiko, dass die Situation eskaliert oder gar lebensbedrohlich wird, sei zu groß. Auf der anderen Seite ist die Angst von Augenzeugen groß, sich einzumischen und selbst zum Opfer von Gewalt zu werden. Viele wenden sich ab oder erstarren hilflos. Was also tun, wenn ich beim cruisen Opfer oder Zeuge einer Gewalttat werde? Tipps von der Polizei.

- Immer sofort die 110 anrufen (gebührenfrei auch ohne Guthaben auf der Karte).

- Aussehen und Bekleidung des Täters und Fluchtrichtung merken.

- Öffentlichkeit herstellen. Laut werden und die Situation klar benennen, zum Beispiel: "Der wird beraubt, der wird geschlagen".

- Falls andere Zeugen nicht helfen, diese Personen klar benennen und ansprechen, zum Beispiel: "Sie da in dem grünen Pullover, Sie da in dem schwarzen T-Shirt".

- Nie an den Täter gehen! Die Gefahr, dadurch selbst zum Opfer zu werden, ist zu groß.

- Immer versuchen, das Opfer aus der Situation zu ziehen, der sogenannte "Opferklau".



#1 alexMucEhemaliges Profil
  • 11.06.2011, 15:25h
  • Mit 110 ist das nicht so einfach, auch ohne Gebühren. Viele Cruiser wollen anonym bleiben, weil zu Hause die Familie wartet. Und sind die Personalien erst einmal aufgenommen, kann es ganz schnell unangenehm werden.
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#2 Mister_Jackpot
  • 11.06.2011, 15:26h
  • Ich bin aus Köln und ich kenne diese Jugendlichen am Weiher teilweise. Bin selbst schon manchmal so einer Horde begegnet. Mir ist aufgefallen, dass umso männlicher man sich verhält, die kleinen Scheisser ganz unsicher werden. Was ich aber negativ auch erlebt habe ist, dass die anderen Schwuppen alle wegrennen, wenn hart auf hart kommt. Ich bin schonmal von 4 so Jugendlichen umringt gewesen....allerdings hab ich es irgendwie geschafft, denen weiss zu machen, dass ich genauso cool bin wie sie...LOL. Und ganz verlegen wurden die als ich fragte was die denn hier bei den Schwulen so "interessieren" würde. Die waren ganz verwirrt weil die dachten Schwule würden alle wie ängstliche Frauen wegrennen. Also Leute NIEMALS Angst zeigen, immer männlich verhalten, aber doch aus dem Weg gehen. Und nicht zu tief im Wäldchen aufhalten, damit man zur Not raus auf die Wiese am Aachener Weiher laufen kann. UND last but not least, wenn ihr denen nicht mehr aus dem Weg gehen könnt keine Schwäche zeigen...IHR seid die Erwachsenen und das müsst ihr klar zeigen. Deswegen hab ich persönlich keine grosse Angst...ich beachte einfach meine eigenen Sicherheitsvorkehrungen und ich sage meist einem Freund bescheid wo ich mich aufhalte. Übrigens lauten Gangsta Rap übers Handy laufen lassen hält die auch fern....weil die dann denken man könne ja nicht schwul sein, wenn man Rap hört! Auch schon ausprobiert! :-) Alles so meine Tricks....ABER eins noch: Abends und Nachts sollte man grundsätzlich aufpassen am Aachener Weiher. Nicht nur wegen solchen Idioten, sondern auch weil man schlimm hinfallen kann. Also Nachts (am besten auf am Tag) immer in der Nähe zur Wiese aufhalten und nicht zu tief ins Wäldchen gehen. Hoffe ich konnte en bisschen weiterhelfen!
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#3 wakoAnonym
  • 11.06.2011, 15:44h
  • Diese asozialen kleinen Wichser trauen sich eh nur in der Gruppe was zu machen.
    Jetzt nehmen die 16jährigen schon ihre 10jährigen Brüder mit zum Schlagen. Wahnsinn.
    Die Eltern schaffen es nicht sich um ihre Söhne zu sorgen, aber Kinder in die Welt setzen, am besten noch jedes Kind von einem anderen Mann, damit haben die Mütter kein Problem.
    Bei einem 10 jährigen kann man mir nicht sagen das das Kind schuld ist, das kann nur eine verdammt verkorkste, homophobe Erziehung der Eltern sein!
    Wie kann der Staat gegen Adoption von Homosexuellen sein die ein Wunschkind wollen, während Kinder von heterosexuellen Beischlafsunfällen vor die Hunde gehen und kriminell werden weil sie keine Liebe und Aufmerksamkeit kriegen und von Eltern und Staat so vernachlässigt werden?!
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#4 traurigAnonym
#5 Lapushka
  • 11.06.2011, 15:58h
  • 10 - 16 Jährige Kinder? Sry aber den muss man einfach mal was aufs Maul hauen, dann ist da ganz schnell Ruhe.

    Selbstbewusstes Auftreten ist die halbe Miete. Dann kommt es oft garnicht erst zu tatsächlichm Aneinandergeraten, weil bei Jungs sowieso gilt "Hunde die bellen, beissen nicht".

    Grade bei Jugendlichen in der Gruppe ist es zu beobachten, dass nur das (vermeintliche) Gefühl von "Mehrheit" ihnen Sicherheit gibt.
    Den mit der größten Klappe raussuchen, ihm eine verpassen. Dann ist der Rest sofort ganz handzahm.

    Alles schon erlebt und ich bin ne Frau. Und nur 1,64 m groß.

    Dann können Männer das erst Recht. Und wenn man schwul ist, ist man in so einem Fall sowieso immer auf der sicheren Seite wegen des Minderheiten-Bonus. War ja bloß Notwehr.

    Lasst euch nicht immer so schnell und leicht in eine Opferrolle bringen.
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#6 falschAnonym
  • 11.06.2011, 16:17h
  • Antwort auf #5 von Lapushka
  • Lies dir den Beitrag von xmoon durch. Er hat gut erklärt wie man sich verhalten soll: selbstbewußt bleiben.
    das ist was anderes als aufs maul hauen. wenn die wütend sind, schlagen die definitiv zurück. und gegen eine gruppe jugendlicher kommt ein einzelner mensch, egal wie groß und stark, körperlich nicht an.
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#7 ArthasAnonym
#8 anonymusAnonym
  • 11.06.2011, 16:35h
  • Also ich fände Pfefferspray doch recht hilf- und wirkungsvoll. Den Sprüher müßte man eben bereits entsichert und in der Hand haben. Dann nützt´s was. Von Waffen rate ich aber ansonsten auch ab.
    Was die "Verfolgung der Straftäter" angeht... oh je, wenn die halslosen Monster 10 Jahre bzw. unter 14 sind passiert denen ohnehin nix und unser Justizsystem ist ja was das angeht ohnehin mindestens auf einem Auge blind.
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#9 LarsAnonym
  • 11.06.2011, 16:44h
  • Früher wurd den Kindern gesagt geht blos nicht zu den Schwulen die verführen euch. Heute wird gesagt geht hin und haut ihnen in die Fresse.
    Es hat sich nichts verbessert, nur verändert.
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#10 cruiserAnonym
  • 11.06.2011, 16:45h
  • Antwort auf #8 von anonymus
  • Hm, Pfefferspray hat einen nachteil: Was passiert wenn du im gegenwind stehst?

    Trillerpfeifen sind effektiv.

    Auch selbst ein männliches verhalten zeigen hilft. Wie oben bereits beschrieben.
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