Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14424

Stolzer Schirmherr der "Betonkanu-Regatta der Deutschen Zement- und Betonindustrie": Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) (Bild: Thomas Opp)

Der SPD-Politiker hat zum zehnten Mal die Schirmherrschaft für den CSD abgelehnt. Für diese hartnäckige Ignoranz hat er die Homogurke mehr als verdient.

Von Micha Schulze

Mit Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), so dachten wir, sei im Mai der allerletzte erklärte CSD-Gegner in der deutschen Politik abgetreten. Selbst sein Parteifreund Wolfgang Schuster, Oberbürgermeister von Stuttgart, hatte überhaupt keine Probleme mehr, in diesem Jahr die Schirmherrschaft über den Gay Pride in der baden-württembergischen Landeshauptstadt zu übernehmen.

Was in der gesamten Republik mittlerweile selbstverständlich ist, scheint jedoch noch lange nicht für Magdeburg zu gelten: In der sachsen-anhaltinischen Stadt mit 230.000 Einwohnern weigert sich Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) seit genau zehn Jahren, seinen schwul-lesbischen Mitbürgern auch nur ein paar warme Worte zu spenden. "Ich habe die Schirmherrschaft neunmal abgelehnt und werde es wieder tun", sagte der Basta-Politiker gegenüber der Tageszeitung Volksstimme: Nicht nur, dass er in der CSD-Woche vom 13. bis 21. August im Urlaub weile: "Ich respektiere die Aktion, aber ich bitte mir auch Respekt dafür aus, dass ich die Schirmherrschaft ablehne."

Nun, in anderen Fällen gab sich Sozialdemokrat Trümper weniger wählerisch. So war er Schirmherr für den "Malwettbewerb der Magdeburger Verkehrsbetriebe", das "Große Waldfest", die "Kleingartenanlage Reichsbahnsparte Buckau", das "Festjahr des Heimatvereins Ottersleben" und selbst für die "Betonkanu-Regatta der Deutschen Zement- und Betonindustrie".

Ein Stadtoberhaupt sollte sich für alle Bürger einsetzen


Auf Facebook hat sich bereits die Initiative "Let´s make Magdeburg support the CSD" gegründet

Natürlich kann der Magdeburger CSD auf die Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters verzichten, vor allem auf die eines derart hartnäckig-peinlichen Fossils wie Trümper. Diesen Mann wollen wir auf unser stolzen Demonstration nun wirklich nicht auch noch reden hören!

Doch eine Schirmherrschaft ist ein Symbol, eine Geste, die nichts kostet - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vom Oberhaupt der zweitgrößten Stadt Sachsen-Anhalts sollte man erwarten, dass es sich für alle Bürger einsetzt - vor allem für diejenigen, die noch immer Diskriminierung erfahren. Es ist die verdammte Pflicht eines Oberbürgermeisters, sich aktiv für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen, Religionen und sexuellen Orientierungen wie Identitäten einzusetzen.

Wer die Schirmherrschaft über einen CSD verweigert, zumal seit zehn Jahren in einer Reihe, setzt ein fatales Signal an diejenigen, die uns weiterhin Rechte verweigern oder uns sogar zusammenschlagen wollen. Was Lutz Trümper vermutlich sehr wohl bewusst ist, sonst hätte er beispielsweise kaum die vorbildliche Schirmherrschaft über die viel kleinere Feier des vietnamesischen Tết-Festes im Großen Saal des Rathauses übernommen.

Doch gegenüber Lesben und Schwulen schaltet der Magdeburger Oberbürgermeister auf stur - trotz zunehmenden Drucks aus der eigenen Partei. Statt endlich nachzugeben, stilisiert er sich gar als Opfer: "Ich bin gegen Diskriminierung, aber ich wünsche auch selbst nicht diskriminiert zu werden, weil ich dazu meine eigene Meinung habe", sagte Lutz Trümper der Volksstimme.

Dafür hat er nach zehn Jahren die Homogurke mehr als verdient. Und weil seine Amtszeit leider erst im Frühjahr 2015 endet, haben wir bereits drei weitere für ihn reserviert.



Online-Abstimmung über Potsdamer CSD-Motto

Auf der Homepage des CSD Potsdam können User aus elf Motto-Vorschlägen ihren Favoriten auswählen.
Serbien: Homophober Politiker verurteilt

Ein Gericht in Belgrad hat einen nationalistischen Politiker wegen diskriminierender Äußerungen gegen Homosexuelle schuldig gesprochen.
Der innere Kampf gegen Konfuzius

In Taipeh fand am Samstag Asiens größte Schwulen- und Lesbenparade statt. Viele Teilnehmer leiden unter den traditionellen Wertvorstellungen in Taiwan.
#1 yomenAnonym
  • 13.06.2011, 13:52h

  • herr trümper ist halt noch nicht in seiner eigenen sexuellen identität gefestigt...das zeigt sich ja ganz deutlich!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 yomenAnonym
  • 13.06.2011, 14:07h
  • und noch was:

    es ist mir inzwischen eine große genugtuung, dass diese typen mit solchen äußerungen ein 1A-coming out hinlegen!!! grade weil sie keine ahnung von ihrer psychologie haben!

  • Antworten » | Direktlink »
#3 MinkAnonym
#4 alexMucEhemaliges Profil
  • 13.06.2011, 14:54h
  • Vollkommen richtige Entscheidung. Nur frage ich mich, warum diese Ehre, dem Tübinger OB (Grüne), Herrn Palme, wegen äußerst zweifelhafter Bemerkungen zum uneingeschränkten Adoptionsrecht , diese Ehre verwehrt wurde, so etwa vor 2 Wochen. Hat hier vielleicht das Parteibuch die falsche Farbe? Er ist von seiner Parteiführung dafür stark kritisiert wurden und seine Rechtfertigungsversuche waren mehr als kläglich.Typischer Standardsatz aller Politiker:" Aus dem Zusammenhang gerissen."
  • Antworten » | Direktlink »
#5 alexander
#6 LorenProfil
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 daVinci6667
  • 13.06.2011, 15:47h
  • Wie der Fall Trümper zeigt, gibt es leider auch in der SPD immer noch Politiker die uns eben nicht gut gesonnen sind. Zwar sind unsere Hauptgegner natürlich CDU/CSU und FDP aber es gibt auch in der SPD Betonköpfe.
    Die Grünen oder die Linkspartei sind halt schon eher unsere Freunde....
  • Antworten » | Direktlink »
#9 vwl ssAnonym
  • 13.06.2011, 15:54h
  • "Und weil seine Amtszeit leider erst im Frühjahr 2015 endet, haben wir bereits drei weitere für ihn reserviert."

    ist das im keim (non-sprosse) schon planwirtschaft ?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 EvaAnonym