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Bauer Philipp will schnackseln (Bild: RTL)

Erstmals will ein schwuler Kandidat in der siebten Staffel der Fernsehshow "Bauer sucht Frau" einen Mann fürs Leben finden - Interessenten können sich bei RTL bewerben.

Von Dennis Klein

"Liebe Männer, wenn Sie sich ein Leben mit Philipp vorstellen können, dann melden Sie sich. Und vielleicht lädt er Sie schon bald zur gemeinsamen Hofwoche ein", fordert Moderatorin Inka Bause mit sanfter Stimme. Ihr Sender RTL, der bereits in eigenproduzierten Sendungen wie "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" oder "Deutschland sucht den Superstar" das Liebesleben des unbekannten schwulen Mannes ausleuchtete, will nun den "fleißigen Pferdewirt" Philipp verkuppeln.

In 70 Sendeminuten hat RTL am Pfingstmontag nicht nur in den Höhepunkten der vergangenen sechs Staffeln geschwelgt, sondern gleich 14 neue Kandidaten vorgestellt. Sie sollen ab Herbst den Quotenerfolg fortsetzen: Immerhin gehört die schmalztriefende Reality-Show mit bis zu zehn Millionen Zuschauern zu den meistgesehenen Sendungen im deutschen Fernsehen. Die Sondersendung erreichte zwar "nur" 5,5 Millionen Menschen - nach "Tatort" und "Tagesschau" war sie aber trotzdem das dritterfolgreichste TV-Angebot des Tages. Dabei sind Kritiker reservierter als der 08/15-Zuschauer: Im Feuilleton wird darauf hingewiesen, dass die Bauern in der Show meist als "einsame Trottel" ("Spiegel") dargestellt werden und die Zuschauer sich bloß am wohligen Fremdschämfaktor ergötzen können.

Traummann gesucht


"Bauer sucht Frau" läuft seit 2005 auf RTL - die Show beruht auf dem britischen Format "Farmer Wants a Wife"

Den ersten schwulen Bauern stellt die Sendung jedoch als selbstbewussten, sympathischen Mann vor, der im Unterschied zu vielen anderen Bewerbern auch ganze Sätze sprechen kann und sich nicht wie eine bäuerliche Karikatur gibt. Immerhin hat RTL seit Jahren nach einem homosexuellen Kandidaten gesucht, aber ist erst jetzt am Rande des Ruhrgebiets fündig geworden: Der 27-jährige Philipp wurde nach mehreren Ankündigungen ("Einer unserer Landwirte sucht keine Frau, sondern einen Mann fürs Leben") in den letzten zehn Minuten der Show vorgestellt, um die Zuschauer durch mehrere Werbeunterbrechungen vor dem Flimmerkasten zu halten. Der kurze Einspielfilm beschreibt Philipp als gut integrierten Landwirt, auf dessen Bauernhof vier Generationen harmonisch miteinander leben. Philipp betreibt mit seiner Familie einen 84 Hektar großen Milchviehbetrieb mit Pferdepension - und ist auf der Suche nach einem "attraktiven Mann", der "offen und ehrlich" ist. Auch Mami Elke macht sich große Hoffnungen: "Ich will, dass er den Traummann findet". Statt nur mit Hausschwein Pumba zu kuscheln, will Philipp "eine starke Schulter zum Anlehnen".

Moderatorin, Schlagersängerin und Hobbypsychologin Inka Bause glaubt, dass der schwule Bauer die Zuschauer für das Thema Homosexualität sensibilisieren kann: "Philipps Teilnahme ist ein Statement für Toleranz - gerade auf dem Land", erklärte die 42-Jährige. Außerdem hofft sie auf einschaltquotenträchtiges privates Glück: "Ich würde mich freuen, ihm bei der Suche nach seinem Traummann helfen zu können". Wer sich auf Anhieb in Bauer Philipp verguckt hat, kann sich unter der (gebührenpflichtigen) Nummer 01805/330303 bei RTL melden - wenn man nichts dagegen hat, dass die ersten Annäherungsversuche mit schmalzigen Bause-Kommentaren unterlegt von Millionen Menschen beobachtet werden.



#1 CarstenFfm
  • 14.06.2011, 12:00h
  • Angenehm, wie RTL mit dem Thema umgeht und uns weder einen tumben Landmann noch eine schrille Tucke präsentiert.

    Sogesehen hättet Ihr Eich die Bildunterschrift "Bauer Philipp will schnackseln" auch besser verkneifen können.
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#2 nachdenkenProfil
  • 14.06.2011, 12:09hBerlin
  • Woher bekommt RTL eigentlich diese Script-Schreiber für diese unsägliche Moderatorin. Soviel Schleim, Schmalz und Müll kann man doch eigentlich nur unter Zuhilfenahme von Drogen produzieren. Was reizt eigentlich die Menschen an dieser unsäglichen Inka Bause, die dreimal hintereinander den Nachwuchspreis der DDR-Jugendzeitschrift „neues Leben“ erhielt. Scheinbar ist ihre Anpassungsfähigkeit so groß, dass sie alles Moderiert was man von ihr verlangt.
    Bei einigen Kandidaten kommt man sofort ins Fremdschämen und möchte diese Menschen eigentlich vor ihrem zu erwartenden Schicksal bewahren. Hoffentlich ist der schwule Kandidat so stark, dass er keine dauerhaften Schädigungen zurückbehält !!
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#3 BurgerBerlinProfil
  • 14.06.2011, 12:41hBerlin
  • Ob dieses schmuckvolle Kreuz ein Zeichen von Gläubigkeit ist – oder doch einfach nur ein Modeaccessoires ? Falls das erstgenannte stimmt, dann ist der Bauer mit seinem Schweinchen für viele ja ein No-Go oder ist man da Tolerant ?
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#4 TommAnonym
  • 14.06.2011, 13:03h
  • Also - ich finde den Philipp süß !! :-)

    Würde ich ihm irgendwo in der Fußgängerzone oder in einem Club begegnen, würde ich mich gerne auf seine "Ponderosa" einladen lassen :-)

    Aber sich auf RTL zu "prostituieren" - nee näh !?

    Ich finde es schon sehr "mutig" das sich Philipp der Fernsehnation öffentlich "outet" !! Auch gut finde ich, das es mit der "Omma" wohl keine Probleme geben dürfte, wenn vielleicht demnächst ein Kerl auf dem Hof mit einzieht !? :-)

    Ich bin da wirklich mal skeptisch, wer sich "traut", bei RTL zu bewerben, und sich nicht "scheut", von heute auf morgen .... eben :-)

    Zur Format der Sendung würde passen, wenn sich z.B. "Olivia" einmal wieder medienwirksam in Szene setzen würde ?! :-))
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#5 AlexAnonym
  • 14.06.2011, 13:08h
  • Da guckt man sich aus Neugier einmal diese Sendung auf Proll-TL an, und was da? Die Bause labert doch tatsächlich so dämlich wie bei Switch dargestellt. Unfassbar!

    Die sehr klischeefreie Darstellung des Homo-Bauern ist dagegen sehr erfreulich. Allerdings befürchte ich, dass es in den heimischen Wohnzimmern in Gelsenkirchen und Görlitz doch eher unschöne Kommentare gab. Das Hausschwein Pumba... War da nicht was? Schwule treiben es doch auch mit Tieren?
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#6 Peter B.Anonym
  • 14.06.2011, 14:24h
  • Man kann vom Format halten was man will, aber der Beitrag über Philipp war ohne großen Tamtam. Einfach ein Bauer der einen Mann sucht. Gut gemacht...

    Schlamm wird aber sicher in der Staffel gewälzt, und das eine oder andere Klischee bedient. Aber das liegt am Format, das versucht das bei jedem Kandidaten, jeder Kandidatin. Also nicht gleich Homophobie schreien, wenns soweit ist, sondern das Format an sich kritisieren ;)
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#7 AlterSack1980Anonym
#8 jojoAnonym
#9 KathiGr
  • 14.06.2011, 16:06h
  • Antwort auf #3 von BurgerBerlin
  • Das Kreuz um den Hals ist mir auch gleich (unangenehm) aufgefallen. Abgesehen davon konnte ich aber nichts feststellen, dass mich gestört hat. Der Typ ist sehr ansprechend und hat noch alle Gehirnzellen beisammen, im Gegensatz zu manch anderem Kandidaten. Ich fand auch super, dass die Wörter "schwul" und "homosexuell" nicht vorgekommen sind. Es wurde sich darauf beschränkt, zu sagen: "Bauer X sucht eine Frau." und "Bauer Y sucht einen Mann." Ganz selbstverständlich, wertneutral und gleichberechtigt. So lobe ich mir das! Bei den Hetero-Bauern wird schließlich auch nicht extra erwähnt, dass sie hetero sind und wann sie das denn gemerkt haben. Die Pärchen aus den früheren Staffeln haben wieder extrem viel geknutscht. Das geht mir irgendwie auf den Senkel. Müssen diese Heteros denn ihre Orientierung immer so zur Schau stellen!?
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#10 Timm JohannesAnonym
  • 14.06.2011, 16:48h
  • Das Kreuz ist mir sehr positiv aufgefallen und als lutherischer homosexueller Christ freut mich dies sehr.

    Wie bereits im Forum geschrieben, sind in den Landeskirchen der EKD offen homosexuelle verpartnerte Pfarrer in den Pfarrhäusern erlaubt und homosexuelle Paare erhalten in den meisten Landeskirchen der EKD einen öffentlichen Segnungsgottesdienst. Ein Sakrament Ehe kennen wir evangelischen Christen bereits seit Martin Luther nicht mehr und sehen die Segnung vor Gott als Kern an, die jedes homosexuelle, verpartnerte Paar bei uns in den lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen der EKD erhalten kann. Und in Schweden haben wir sogar eine offen homosexuelle Bischöfin mit Eva Brunne.

    -------

    Da ich vom Lande gebürtig stamme, finde ich eine solche Fernsehsendung generell gut, wenn sie denn seriös und nicht effektheischend, bemitleidend und belustigend initiiert wird.

    Auf den Dörfern, wo ich herkomme, finden viele heterosexuelle Landwirte heutzutage keine Frau mehr. Während vor 50 Jahren der Bauernhof sehr attraktiv war und Frauen dort sehr gern einheirateten, hat sich dies massiv in ländlicher Region auf den Dörfern verändert. Viele Landwirte finden keine Ehefrau.

    Auf den landwirtschaftlichen Betrieben fällt viel Arbeit an und da muss man sich gut überlegen, ob man für diesen Tagesablauf/Tagesrhytmus auch geeignet ist und dies möchte.

    In meiner Kindheit/Jugendzeit auf dem Lande habe ich manch einen Großsstädter kommen und gehen sehen, der "auf dem Lande" leben wollte und dann festgestellt hat, das es ihm zu langweilig in der Natur ist und dort "Nichts" los ist.

    Für das Landleben muss man/frau geeignet sein und das sind gebürtige Grosstädter in der Regel oftmals nicht.

    Ich selbst bin froh einen liebenden Partner seit vielen Jahren an der Seite zu haben, der Natur verbunden ist und die landschaftliche Weite mit Wald und Wiesen liebt. Zwar besuchen wir immer wieder gute Freunde in Berlin, Hamburg und in Köln. besuchen Museen und Partys; aber im beruflichen Alltag dort leben mit dem täglichen Stadtverkehr, der täglichen Parkplatzsuche, der Anonymität, dem Gedrängel an der U-Bahn/S-Bahn, dem täglichen Angeschnorre um paar Euros an der Strasse, den pöbelnden Jugendbanden türkisch/arabischer Herkunft, usw. möchte ich nicht.

    Nein auch ich lebe gerne auf dem Lande mit meinem Mann und wünsche dem Kandidaten viel Glück auf seiner Suche.
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