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  • 15. Juni 2011, noch kein Kommentar

(Bild: Sony Music Jazz)

Das kongeniale Eherpaar bietet Gitarrenchords mit filigranen Soli und feinem Slide-Spiel, in Moll getränkte Hammondorgel und an Mardi Gras geschulte Bläsersätze.

Blues-Enthusiasten dürften aufhochen: Das Ehepaar-Tandem Susan Tedeschi und Derek Trucks hat es unabhängig voneinander zu beachtlichen Karrieren in der American-Roots-Szene gebracht. Beide wurden in den letzten Jahren mehrfach für Grammys nominiert, 2010 gewann Trucks dann eine der begehrten Trophären für "Already Free" (Bestes Blues Album). Nichtsdestotrotz beschlossen die beiden Musiker, ihre Bands aufzulösen und eine neue - elfköpfige - Besetzung zu gründen. Trucks, der es als jüngster Musiker in die Top 100 der vom Rolling Stone gekürten Gitarristen gebracht hat, ist mit seinen 32 Jahren einer der weltbesten Slidegitarristen. Als Trucks 2006 mit Clapton tourte, schrieb die Süddeutsche Zeitung: "...der junge Derek Trucks eine so zartbittere Slidegitarre spielen darf, dass klar wird: Clapton möchte hier womöglich den Pokal weitergeben.").

Kennen und lieben gelernt haben sich Susan und Derek 1999 auf einer Tournee mit den Allman Brothers, bei denen Gitarrist Trucks nach wie vor Mitglied ist. 2001 heiratete er die von Blueslegenden inspirierte Sängerin Susan Tedeschi - mittlerweile haben die Beiden zwei Kinder im Grundschulalter. Derek Trucks hat es sich nicht nehmen lassen, an allen zwölf Kompositionen auf "Revelator" mitzuwirken, während Tedeschi immerhin neun Songs mitschrieb. Toningenieur Jim Scott, auch vielfach mit Grammys ausgezeichnet (Johnny Cash, Dixie Chicks, Red Hot Chili Peppers), wurde zur Umsetzung in "Swamp Raga", dem Studio des kreativen Musikerpärchens in Jacksonville, Florida, als Co-Produzent hinzugezogen.

´´Revelator´´ ist eine musikalische Delikatesse mit besonders hohem Fettgehalt


(Bild: Promo)

Tedeschi, die die Songs mit so viel Klarheit und Grandezza interpretiert werden, dass man sie in einem Atemzug mit Emmylou Harris, Alison Krauss und Stevie Nicks nennen möchte, stolziert gekonnt und beseelt durch ein weites Feld aus Delta Blues und Memphis Soul, aus Sixties-Rock und Seventies-Funk. Für den eingangs erwähnten Abwechslungsreichtum dieses Musik-Juwels sorgt die Tedeschi Trucks Band, die die Gelassenheit von "Midnight In Harlem" ebenso leicht schultert wie den Swing von "Bound For Glory". Mal liegt New Orleans gleich um die Ecke ("Until You Remember"), mal wähnt man sich in fernen Ländern ("These Walls").

Bei "Revelator" hat man oft den Eindruck, dass in dieser Band Unglaubliches steckt, so variabel und möglicherweise noch viele weitere Früchte tragend wirkt dieses satte Dutzend Songs, das auf eine geschlagene Stunde kommt. Nachdem sie bei der letzten Grammy-Verleihung noch als "Konkurrenten" antraten, gehen Susan Tedeschi und Derek Trucks nun gemeinsam ins Rennen um Glanz und Gloria und dürften mit "Revelator" allerorten beste Siegeschancen haben. (cw/pm)