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Der UMP-Abgeordnete Christian Vanneste fürchtet um den Fortbestand des französischen Volkes, sollten Schwule und Lesben heiraten dürfen.

Das französische Parlament hat mit der konservativen Regierungsmehrheit den Antrag auf Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben abgelehnt.

293 Abgeordnete der Nationalversammlung stimmten am Dienstag gegen die Homo-Ehe, 222 dafür. Dabei votierten die Parlamentarier zum großen Teil entlang der Parteilinien: Die regierende konservative UMP und deren verbündete Partei Neues Zentrum votierten zum größten Teil gegen die Gleichstellung, während sich Sozialisten, Grüne und Kommunisten dafür aussprachen.

In der Debatte sorgte besonders der UMP-Politiker Christian Vanneste für Aufregung, als er die Homo-Ehe als "anthropologischen Irrweg" bezeichnete. Er erklärte, er sorge sich um die Gebärfreudigkeit seiner heterosexuellen Landsleute, sollten Schwule und Lesben gleichgestellt werden: "Die Gesellschaft muss den Fortbestand der Ehe zwischen Mann und Frau sicherstellen". Alle anderen Formen des Zusammenlebens seien nur eine "Mode, die von starken Lobbys beeinflusst wird".

Vanneste ist wegen seiner homofeindlichen Äußerungen bereits mit dem Gesetz in Konflikt gekommen: So wurde er 2007 zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro verurteilt, weil er Schwule und Lesben als "minderwertig" und "Gefahr für die Menschheit" bezeichnet hatte (queer.de berichtete).


Der Sozialist Patrick Bloche brachte den Antrag auf Gleichstellung ein (Bild: Wiki Commons / LaurentParis11 / CC-BY-3.0GFDL)

Der Antrag auf Ehe-Öffnung war vom sozialistischen Abgeordneten Patrick Bloche eingebracht worden. Er warf der regierenden UMP vor, dass homophobe Politiker in den eigenen Reihen die schwul-lesbische Politik der Regierung bestimmten. Er wies auf Nachbarländer wie Belgien und Spanien hin, die trotz der katholischen Tradition die Ehe für Schwule und Lesben öffneten - und das Leben dort wie gewohnt weiter gelaufen ist.

In der UMP gibt es auch offenere Stimmen - immerhin stimmten neun Abgeordnete für den Gesetzentwurf der Opposition, neun weitere enthielten sich. Der UMP-Abgeordnete Jean-François Copé kündigte an, eine innerparteiliche Arbeitsgruppe für die Frage der Gleichstellung von Schwulen und Lesben einzurichten. Haushaltsminister François Baroin zeigte sich aber uneinsichtig. Dem französischen Radiosender RTL sagte der geschiedene 45-Jährige: "Ich habe viele schwule Freunde, aber ich kenne keinen, der heiraten möchte."

Seit 1999 gibt es in Frankreich die Möglichkeit für Schwule und Lesben (sowie nicht heiratswillige Heterosexuelle), einen "Pacte civil de solidarité" einzugehen. Diese Art von eingetragener Partnerschaft ist eine Art "Ehe light" mit eingeschränkten Rechten und Pflichten. (dk)



#1 Linu86Profil
  • 15.06.2011, 10:56hAachen
  • Frankreich hat eine gewisse Vorbildfunktion. Wenn unser größter Nachbar die Ehe öffnet, dann hat auch die CDU hierzulande Probleme, die Öffnung der Ehe als "verfassungswidrig" abzustempeln.
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#2 alexander
#3 GolemProfil
  • 15.06.2011, 11:29h-
  • Schwule und Lesben als minderwertig und als Gefahr für die Menschheit bezeichnen: 3000.- Euro. Höchststrafe für Raubkopierer in Frankreich: 300.000.- Euro und drei Jahre Gefängnis.
    Schöne Prioritäten...
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#4 MorailsAnonym
#5 goddamn. liberalAnonym
  • 15.06.2011, 12:19h
  • Antwort auf #2 von alexander
  • so langsam wirkt's...

    Die 'anthropologische' 'Argumentation' stammt u.a. von Ratzingers Hausphilozopfen Robert Spaemann, der in Bezug auf gleichgeschlechtliche Liebe gerne vom 'antrophologischen Manko' schwafelt (hat der nie den 'Phaedros' gelesen?) und natürlich auch von unserem lieben Staatsgast Ratzinger ('Die Güte selbst'- M. Mattusek) selbst, dessen infame Liebestöter-Ideologie so langsam in die europäischen Gesellschaften hineinwirkt...
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.06.2011, 12:33h
  • Wann sind in Frankreich denn die nächsten Wahlen zur Nationalversammlung? Diese Regierung gehört abgewählt! Das kann nämlich in Belgien überhaupt nicht passieren, da der Staat hat seit einem Jahr gar keine hat und ist damit der einzige in der EU!
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#7 Timm JohannesAnonym
  • 15.06.2011, 14:04h
  • Antwort auf #6 von FoXXXyness
  • @Foxxxynews:

    Die naächsten Präsidentschaftswahlen in Frankreich finden nächsten Frühjahr statt.

    Am 22. April erfolgt die Wahl des Präsidenten, wenn notwendig gibt es am 6. Mai in Frankreich eine Stichwahl.

    Hoffentlich verliert Sarkozy dann die Wahlen.

    Aber erstmal muss sich im Herbst bei den Sozialisten herausstellen, wer dort der Kandidat wird. Im Rennen sind derzeit mit den meisten Aussichten bei den Linken:

    * François Hollande, hat hohe Chancen Präsidentschaftskandidat der Linken zu werden
    * Arnaud Montebourg
    * Ségolène Royal, die hat letztesmal 2007 gegen Sarkozy verloren
    * Manuel Valls

    --> Die Eheöffnung in Frankreich gibt es nur, wenn Sarkozy fällt. Und eine Abkehr von der französischen Atompolitik und die Wende zu den Erneuerbaren Energien gibt es in Frankreich auch nur wenn Sarkozy fällt.

    Daher bin ich auf JEDEN Fall für eine Abwahl von Sarkozy, der Mann ist über. Schlimmer aber noch empfinde ich Berlusconi in Italien.
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#8 yomenAnonym
  • 15.06.2011, 14:27h

  • kommt eigentlich mal jmd drauf das zwanghafte vermehrungsdogma zu hinterfragen? da wird von liebe als motivation gefaselt. doch ists in den meisten fällen doch purer egoiismus!
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#9 ClaudiaAnonym
  • 15.06.2011, 15:06h
  • Dieser argumentative Schwachsinn sollte einfach ignoriert werden, Idioten, die sowas von sich geben, sollte man nicht zu Wort kommen lassen und gar nicht erst ernst nehmen.
    Widerwärtiger, homophober Mist!
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#10 seb1983
  • 15.06.2011, 15:44h
  • Als ich klein war gabs immer diese "Liebe ist..." Comics mit dem kleinen nackigen Jung und dem Mädel.
    Wie wäre es mal mit ner Neuauflage "Homosexualität ist...." oder "Homoehe ist..."
    entweder mit 2 nackigen Jungs, oder Papst und Patriarch.
    Inzwischen sollte es genügend Vergleiche geben um die Serie dann einige Jahre laufen zu lassen...
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