Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14449

Punks in Barcelona wissen, wie man richtig feiert. (Bild: Neue Visionen Filmverleih)

Die Doku "Noise and Resistance" zeigt, wie sich die Punkbewegung im Jahr 2011 präsentiert, auch von seiner queeren Seite. Es wird laut im Kino.

Von Carsten Weidemann

Es geht auch anders. Kommerz, Kapital und Konsum sind keine unumstößliche Notwendigkeit unserer Gegenwart. Dass man mit dieser Meinung nicht allein sein muss, zeigen Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag in ihrem wütenden und mitreißenden Dokumentarfilm. Was manchen nur als Lärm und Störung gilt, machen sie als vitale Artikulation des Widerstands deutlich: Punk ist hier weder Modeerscheinung noch verstaubtes Relikt der Vergangenheit, sondern der lebendige Ausdruck eines Lebensgefühls.

Die beiden Regisseurinnen haben sich mitten hinein in eine höchstlebendige und pulsierende Szene begeben, die sie in verschiedenen europäischen Metropolen ausfindig machten. Ob Hausbesetzer aus Barcelona, Antifaschisten in Moskau, niederländische Gewerkschaftskämpfer, die Aktivisten des englischen CRASS - Kollektivs, queere Wagenplatzbewohner aus Berlin oder Punkgirl-Bands aus Schweden. Diese Subkultur ist heute über das Internet weltweit vernetzt und funktioniert über nationale Grenzen hinweg. Neben ihren politischen Aktionen gegen bürgerliches und global-kapitalistisches Establishment eint sie vor allem die Musik. Die kommt nicht zu kurz.

Youtube | OffiziellerTrailer

Wir sind hier, wir sind queer


Eine Bewohnerin der Wagenburg Schwarzer Kanal in Berlin (Bild: Neue Visionen Filmverleih)

Auch nicht beim seit 1990 existierenden queeren Wohn- und Kulturprojekt "Schwarzer Kanal Berlin". Als Wagenplatz am Südufer der Spree errichtet, auf dem etwa 20 Menschen wohnten. Nach einem Umzug im Jahr 2010 befindet sich der Platz in der Nähe des Treptower Parks. Auf einer eigenen Bühne finden regelmäßig kostenlose Veranstaltungen wie Konzerte, Filmvorführungen und Theaterstücke statt. Die Bewohner greifen aufgrund fehlender Anschlüsse für Strom und Wasser auf Alternativen wie Solaranlagen und Regenwassernutzung zurück. Die Gemeinschaft kämpft als selbständiges Kulturprojekt seit jeher um Anerkennung von Politik und Gesellschaft.

Die aus Berlin stammende Regisseurin Francesca Araiza Andrade hat in den vergangenen Jahren einige Dokus zu den Themen Globalisierung, Migration, Gender, Hausbesetzung, Umstrukturierung und Antifaschismus produziert. Julia Ostertag ist Autorin, Regisseurin, Kamerafrau und Cutterin. Ihre Filme setzensich mit sexueller Identität und alternativen Lebensweisen auseinander, sind künstlerisch dem Undergroundfilm und inhaltlich kontroversen und queeren Thematiken verbunden, die im filmischen Mainstream keinen Platz finden. Beim "Berlin Pornfilmfestival 2006 erhielt sie einen Preis für ihren Kurzfilm "Sexjunkie".



#1 ich lebeAnonym
  • 16.06.2011, 16:13h
  • auch - und bin schwul.

    "queer" scheint sowas wie das neue verstecklabel zu werden für alle, die sich nicht mehr trauen, schwul zu sein, oder offenes und ausdrückliches schwulsein wieder aus der öffentlichen wahrnehmung verdrängen wollen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Pipilotta PupsAnonym
  • 16.06.2011, 16:22h
  • In dem Artikel steht über den Punk:

    "Diese Subkultur ist heute über das Internet weltweit vernetzt und funktioniert über nationale Grenzen hinweg. Neben ihren politischen Aktionen gegen bürgerliches und global-kapitalistisches Establishment ..."

    -------------------------------------

    Ja, jetzt fehlt nur noch die gutmenschelnde Aussage, dass Punks (genauso wie Gruftis) doch total lieb und nett seien.

    Im übrigen: Der Dresscode eines Punks ist genauso rigide und "mainstreamig" wie die Kleidung eines "Bürgerlichen". Die sog. "Subkultur" des Punk stellt genauso spießige Regeln darüber auf, was ein Punk anzuziehen und wie er sich zu verhalten habe, wie es das bürgerliche Establishment tut.

    Punks haben alle wilde Haare und tragen dieselben Klamotten. Wow, wie individuell!

    Punks, Bürgerliche, Skins ... letztlich sind es alles dieselben Spießer. Je mehr man sich von anderen abgrenzen muss, um eine Ingroup-Solidarity zu erzeugen, umso spießiger ist man letzten Endes.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 16.06.2011, 17:10h
  • Man verbindet viele Dinge mit Punk: Irokesenfrisur und Bands wie z. B. die Sex Pistols, die Ärzte oder The Cure und natürlich die Grande Dame und eine Szeneikone: Lady Vivienne Westwood mit ihren avantgardistischen Modekreationen. Und natürlich dürfen auch die gefärbten Haare nicht fehlen!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LorenProfil
  • 16.06.2011, 17:28hGreifswald
  • Antwort auf #2 von Pipilotta Pups
  • Punk ist für mich eine Haltung, die sich gegen Fremdbestimmung und Reglementierung wendet und für Autonomie und Selbstbestimmung eintritt.
    Kleidung und Musik ist mittlerweile m.E. Nebensache (selbst Punk-Gruppen integrieren längst andere Musikstile in ihre Lieder wie Metal, Hip Hop oder gar Country - sog. Cowpunk).

    P.S.
    Wer sich für solche Musik-Dokus interessiert, dem empfehle ich auch die auf DVD erschienene mit dem Titel "Global Metal" von Sam Dunn:

    www.youtube.com/watch?v=KiOqGIWlFx8

    Einfach nur gut .
  • Antworten » | Direktlink »
#5 fanAnonym
  • 16.06.2011, 18:03h
  • Antwort auf #4 von Loren
  • stimmt. ein beispiel aus dem jahr des letzten konzertes der boomtown rats.
    der unsägliche wallmann kam in seiner verkleidung als umweltminister überraschend
    zur basf. wie erfuhren davon und wollten ihn am eingang abfangen. was auch gelang.
    mobilisieren, transparent, presse. solche sachen halt. die freunde aus der punker szene standen, trotz kurzer vorlaufzeit, -zwar etwas chaotisch- sofort mit anhang auf der matte. während die üblichen verdächtigen mit diesen drei karbikfarben vermutlich noch irgendwelche brösel unter irgendwelchen matratzen suchten.

    "Wenn es kracht und stinkt, sind Emotionen leicht zu wecken"

    Spiegel Nr. 49, 1986, S. 26

    wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=13519797&aref=i
    mage036/2006/06/12/cq-sp198604900240031.pdf&thumb=false


    ich konnte es mir nicht verkneifen, das wort "Dreck" herrn wallman etwas näher zu bringen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LorenProfil
#7 alexander
  • 16.06.2011, 19:10h
  • Antwort auf #1 von ich lebe
  • punk, da war doch so was, anfang der 80ziger jahre ?
    fand ich damals schon sehr künstlich aufbereitet !
    der rest ist kommerz und geschichte, bis auf wenige gute künstler, die aber mit dem eigentlichen begriff : PUNK, nicht viel zu tun haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 LorenProfil
#9 hauseAnonym
#10 gniwerjProfil
  • 17.06.2011, 01:35hdortmund
  • Antwort auf #3 von FoXXXyness
  • Leider haben eben genau die Dinge die "man" meist mit Punk verbindet so gut wie nichts damit zu tun. Ärzte? NEIN! Vivienne Westwood? Wie kommst du darauf? Gefärbte Haare oder Irokesen? Tragen auch nicht alle.

    Klischeekiste zu, Leute. Bringt nix ;)
  • Antworten » | Direktlink »