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Hach, huch, tschuldigung! Ich bin manchmal sooo ungefiltert!

"Wäre mein Sohn schwul, würde ich ihn abstechen". Für diesen miesen Scherz muss der US-Schauspieler bluten.

Von Carsten Weidemann

Als Medien-Star kann man mit seinen Witzen relativ schnell in Fettnäpfchen treten, je nach politischer Wetterlage oder je nachdem, vor welchem Publikum man auftritt. Ein Prominenter, der besonders talentiert zu sein scheint, in ganz tiefe Fettnäpfchen zu springen, ist der US-Schauspieler und Comedian Tracy Morgan. Er machte einen üblen homophoben Scherz und ist jetzt bereit, dafür einen umfangreichen Bußgang anzutreten.

Tracy Morgan hatte Anfang des Monats einen Liveauftritt in Nashville, bei dem er dem geschockten Publikum diesen als Witz gemeinten Satz unterjubelte: "Wenn mein Sohn schwul wäre, wäre es besser zu für ihn, er würde nach Hause kommen und zu mir wie ein Mann reden. Ansonsten müsste ich ein Messer zücken und den kleinen Nichtsnutz abstechen." Der schwul-lesbische US-Verband GLAAD protestierte umgehend und lautstark, was Morgan zunächst nur dazu veranlasste über einen Sprecher eine offizielle aber halbherzige Entschuldigung an die Medien zu schicken.

"Einen schwulen Sohn würde ich noch mehr lieben"

In einem folgenden Interview, versuchte er seinen Fehler zu erklären: "Ich denke, ich bin so erfolgreich, weil ich so ungefiltert bin. Da passiert es eben mal, dass ich wirklich dummen Mist erzähle. Die Wahrheit ist: Wenn ich einen schwulen Sohn hätte, würde ich ihn ganz genauso lieben wie einen heterosexuellen. Vielleicht würde ich sogar versuchen, ihn mehr zu lieben, weil ich weiß, wie schwer er es in dieser Gesellschaft hätte."

Neben dem Anlegen des verbalen Büßer-Gewandes hat sich Morgan nach Gesprächen mit GLAAD nun auch dazu bereit erklärt, einen Bußgang anzutreten. Er wird in Kürze eine schwul-lesbische Jugendgruppe besuchen und an einer Kampagne gegen homophobes Mobbing an Schulen teilnehmen.



#1 Lapushka
  • 18.06.2011, 18:35h
  • Gibt mit Sicherheit viele Eltern die sowas sogar im Ernst sagen oder denken.
    Und das finde ich ehrlichgesagt am aller Kränksten, unmenschlichsten und unnatürlichsten von allen kranken Sachen die es so auf der Welt gibt (und auch nicht religiös begründbar), wenn Eltern ihr Kind töten oder schlecht behandeln. Eben z.B aufgrund von Homosexualität.
    Das heisst, einem ist der Hass auf Homosexuelle größer als die Liebe zum eigenen Kind.
    Das so etwas überhaupt möglich ist, erschreckt mich mehr als alles andere.
    Wenn es etwas gibt auf das man sich als Kind verlassen können muss, dann sind das die eigenen Eltern.
    Zumindest sollte das so sein.
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#2 daVinci6667
  • 18.06.2011, 20:23h

  • Antwort an #1 Lapushka
    100% Zustimmung. Leider können viele LGBT-Jugendliche eben nicht auf ihre Eltern zählen, oder sie glauben zumindest nicht daran. Darin liegt ja der Grund, warum viele sich ha eben nicht als erstes Mutter oder Vater anvertrauen. Kein Wunder wenn man als Kind oder Jugendlicher genau solche Sprüche gehört hat. Solche graben sich tief in der jungen Seele ein. Auch wenn die Eltern heutzutage dann meist schlussendlich zu ihrem Nachwuchs stehen, verkomplizieren und verzögern sie damit das Coming-out.
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#3 geidinixanAnonym
  • 19.06.2011, 07:56h
  • "abstechen ... muss er bluten"? Liebe Redaktion, noch näher an den Aufruf zur Körperverletzung seid ihr nicht rangekommen?
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#4 SchokiAnonym
  • 19.06.2011, 11:01h

  • Ungefiltert? Ich glaub der ist sehr wohl gefiltert! Die Intelligenz ist rausgefiltert und übrig geblieben ist die Homophobie! Und der Entschuldigungsversuch ist auch nur eine erbärmlich gelungene Fassade!
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.06.2011, 12:37h
  • Eigentlich ist Tracy ja ein Frauenvorname und ich hätte nicht gedacht, daß es ein Mann ist. Dennoch finde ich es gut, daß er an dieser Aktion gegen das homophobe Mobbing an Schulen, welches er ja mit der schwul-lesbischen Jugendgruppe durchführt, für richtig. Allerdings gilt auch für Comedians in der Zukunft: auf die Wortwahl achten!
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#7 olblueye
  • 19.06.2011, 23:41h
  • Für Eltern und Angehörige Homosexueller, die Rat und Antworten brauchen, gibt es doch was:

    Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen
    BEFAH e.V.

    www.befah.de

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