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Was hier gleich passiert, das läuft in 73 von 100 Fällen safe ab. (Bild: Tawny Rockerazzi / flickr / by-sa 2.0)

Die große Mehrheit der schwulen Männer praktiziert nach wie vor Safer Sex. Erste Ergebnisse der EMIS-Studie.

Von Carsten Weidemann

Das Schutzverhalten der schwulen Männer in Deutschland ist im Wesentlichen weiter stabil. Das geht aus Ergebnissen der EMIS-Befragung hervor, die der Soziologe Michael Bochow in der vergangenen Woche beim Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress präsentiert hat. 73 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den zwölf Monaten vor der Befragung keine Risikokontakte hatten. 14 Prozent berichteten, sie hätten gelegentlich ungeschützten Sex gehabt, 13 Prozent berichteten von häufigeren Risiken. Risiko war dabei definiert als ungeschützter Analverkehr mit einem Partner, dessen HIV-Testergebnis der jeweilige Befragte nicht kannte oder mit einem anderen Testergebnis. Die Ergebnisse entsprechen in etwa denen der Befragung von 2007. Die so vielfach beschworene oder befürchtete neue Leichtsinnigkeit unter schwulen Männern, sie existiert nicht.

"Die Befragung zeigt erneut, dass die große Mehrheit der schwulen Männer nach wie vor Safer Sex praktiziert", kommentiert Michael Bochow. "Manche Männer versuchen allerdings abzuschätzen, ob der Partner HIV-negativ ist, um auf Kondome zu verzichten. Da man sich dabei irren kann, gehen sie also möglicherweise Risiken ein, ohne es zu wissen."

Und auf noch einen wichtigen Aspekt weist Bochow hin: Männer mit geringerem "sozioökonomischen Status" (geringes Einkommen, niedriges Bildungsniveau) gehen häufiger Risiken ein und gaben bei der Befragung zu einem höheren Anteil an, HIV-positiv zu sein. "Die Prävention muss dieser Gruppe weiterhin besondere Aufmerksamkeit schenken", folgert Michael Bochow.

EMIS, die größte schwule Sexbefragung aller Zeiten

Die Ergebnisse der EMIS-Befragung und einem deutschen Zusatzfragebogen von Michael Bochow sind bislang nicht publiziert. Die komplette Auswertung soll im Laufe des Jahres veröffentlicht werden. An der Online-Umfrage zahlreicher Organisationen aus ganz Europa hatten sich 2010 mehr als 54.000 Männer beteiligt, Bochows Zusatzfragen beantworteten 40.000. Über queer.de konnte man ebenfalls teilnehmen.

Auch die Deutsche AIDS-Hilfe war am EMIS-Projekt beteiligt. Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der Kampagne ICH WEISS WAS ICH TU ein, die seit dem Jahr 2008 den individuellen Umgang mit Risiken beim Sex und verschiedene Schutzstrategien thematisiert.



#1 BurgerBerlinProfil
  • 19.06.2011, 12:56hBerlin
  • Liegt darin vielleicht der Ursprung des Satzes von Herrn Wowereit „Arm aber Sexy“ - da müsste es ja eigentlich heißen - „Arm aber Sexy und Dumm“.

    "sozioökonomischen Status" (geringes Einkommen, niedriges Bildungsniveau) gehen häufiger Risiken ein und gaben bei der Befragung zu einem höheren Anteil an, HIV-positiv zu sein.

    Vielleicht ein interessanter Ansatz für eine „gezielte Aufklärung“. Nicht der Satz „Dumm fickt gut“ sondern - „Dumm fickt sich zu Tode“.
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#2 goddamn. liberalAnonym
  • 19.06.2011, 13:04h
  • Risikoverhalten - ob beim Sex oder anderswo - ist oft ein Symptom von verstecktem Selbsthass. Gut, dass der Selbsterhaltungstrieb bei den meisten von uns stärker ist.

    Auf dass wir unseren frommen und unfrommen Feinden und ihren infamen Auslöschungsfantasien noch lange pumperlgesund und schamlos entgegen treten können!!!
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#3 mbfmbflbmfbklfmkAnonym
  • 19.06.2011, 13:46h
  • Antwort auf #1 von BurgerBerlin
  • hm, vielleicht wäre es asinnvoller diesen bevölkerungsgruppen eine bessere bildung und einen bessweren sozialen stand zu ermöglichen anstatt sie weiterhin nur zu beschimpfen?

    Es ist doch inzwischen erwiesen, das ein gesetzlicher mindestlohn in höhe von 10€ /stunde nicht nur dazu führt, das es den menschen insgesamt besser geht, sondern auch dazu das der binnenmarkt floriert und die altersarmut rapide sinken wird.

    wer gut verdient und gut gebildet ist ist weniger bereit sich risiken auszusetzen.

    Wer jahrelang von hartz-iv leben muss, ist eher bereit solche risiken einzugehen.

    Im übrigen ist es ohnehin irgendwie quatsch, denn die, die immer safer poppen, qualmen wie die schlote und saufen bis zum abwinken. also leutz, denn verreckt ihr net an aids sondern an lungenkrebs und/oder leberversagen...
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#4 gzmuzzgmnuzmuhmAnonym
#5 salmasAnonym
  • 19.06.2011, 14:05h

  • die minusbewertung von kommentar 1 & 2 kann ich nicht nqchvollziehen. vermutlich jemand mit schwachem sozioökonomischen hintergrund oder jemand, der sich barebacking zur religion gemacht hat...
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#6 xxrenjexxAnonym
  • 19.06.2011, 14:18h
  • Solange die Mehrheit der HIV Infizierten in Deutschland durch schwulen Sex zustande kommen halte ich das Beschwichtigen der Tatsachen für dumm. Von einem stabilen Schutzverhalten kann nur relativ die Rede sein, die meisten können das bestätigen wenn sie ehrlich sind.
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#7 CarstenFfm
  • 19.06.2011, 14:25h
  • Naja, die Ergebnisse einer BEFRAGUNG sollte man skeptisch sehen.

    Wir wissen, wie auf Gayromeo gelogen wird - nicht nur bei Schwanzgröße, Alter und Gewicht - auch beim Safer Sex Status.
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#8 h. kurtAnonym
  • 19.06.2011, 14:26h
  • Antwort auf #3 von mbfmbflbmfbklfmk
  • @ mbfmbflbmfbklfmk: "Im übrigen ist es ohnehin irgendwie quatsch, denn die, die immer safer poppen, qualmen wie die schlote und saufen bis zum abwinken. also leutz, denn verreckt ihr net an aids sondern an lungenkrebs und/oder leberversagen..."

    "aids ist eine vermeidbare komplikation einer hiv-infektion".
    wenn man also im rahmen von vorsorge regelmäßig kontollieren lässt ob man hiv-infiziert ist, kann bei rechtzeitigem therapiebeginn ein ausbruch von aids dauerhaft vermieden werden.

    man wird also nicht zwangsläufig an aids sterben, wenn man hiv-infiziert ist! viel wahrscheinlicher ist heutzutage auch eher der lungenkrebs, verkehrsunfall oder andere übliche todesursachen.

    natürlich ersetzt der regelmäßige hiv-test das praktizieren von "safer sex" nicht!
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#9 MatainaAnonym
  • 19.06.2011, 14:27h
  • Die insgesamt erfreulichen Ergebnisse können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in Berlin eine gigantische Bareback-Szene entwickelt hat, die Menschen aus ganz Deutschland, Europa und darüber hinaus anzieht. Das ist ein komplettes Paralleluniversum, über das wenig geredet wird, dass aber großen Zulauf hat. In Läden wie dem Lab oder Bull und den vielen Sex-Parties ist es doch so, dass jeder davon ausgeht, dass der andere sowieso HIV+ ist. Da wird dann meist nicht weiter gefragt. Das ist o.k. für Leute, die wissen, was sie tun und die das Risiko von Krankheiten auf sich nehmen wollen. Problematisch ist es allerdings dann, wenn Touristen in diese Läden gehen und sich im Rausch ihrer Gefühle zu ungeschütztem Verkehr hinreißen lassen, in der Annahme, dass der Andere, wenn er es auch will, schon sagen würde, wenn er was hat. Die ziehen dann die Arschkarte.
    Dank EKAF ist es ja glücklicherweise heute so, dass Positive, wenn sie durch Medikamenteinnahme unter der Nachweisgrenze sind, eigentlich nicht mehr ansteckend sind. Insofern kann man ihnen hier auch keinen Vorwurf machen. Bei ihnen geht es eigentlich nur um das Risiko anderer Geschlechtskrankheiten (HEP C, Syphilis...), wenngleich auch hier gilt, dass die Entscheidung, dass ohne Gummi gefickt wird, bei dem liegen soll, der das größere Risiko trägt. Und das ist in diesem Fall der HIV-Negative.
    Anders ist es bei frisch infizierten, die extrem ansteckend sind.
    Unterm Strich muss deshalb jeder wissen - die Verantwortung für Safer Sex liegt bei beiden Seiten zu gleichen Teilen. Wer vorher nicht fragt und sich dann bei jemand ansteckt, ist selbst dafür verantwortlich. Er kann nicht erwarten, dass der HIV-Positive ihn vorher aufklären muss.
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#10 goddamn. liberalAnonym
  • 19.06.2011, 14:45h
  • Antwort auf #5 von salmas
  • Ich-Schwäche und mangelnde Selbsterhaltung müssen nicht mit 'schwachem sozioökonomischen Hintergrund' einhergehen. Sie werden bei Schwulen und Lesben, aber auch bei anderen Minderheiten, systematisch durch Unwerturteile produziert, die sich von Oben (Ratzinger, Alt-Bischof Wilckens, Kuby etc. etc.) bis Unten (der Schulhof-Bully von nebenan) streuen und die Betroffenen deformieren. Selbstverleugnung und Selbstauslöschung sind die Folgen - das kann von Besuch einer Papstmesse bis zu risikobehaftetem Freizeitverhalten gehen.

    Und beides einschließen: Mir sind barebackende Betschwestern nicht unbekannt...

    Das Gegenteil von Ich-Schwäche bei Menschen mit 'schwachem sozioöknomischen Hintergrund' nennt man übrigens Klassenbewußtsein. Auch das wird heute den Betroffenen durch entsprechende Entmutigungsstrategien systematisch ausgetrieben.
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