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Allzeit bereit: das männliche Realdoll-Modell "Michael" (Bild: Realdoll.com)

Aufblasbare Gummipuppen sind von gestern. Die neue Generation der männlichen Sex Dolls imitiert nicht nur Hauterwärmung und Atmung, sondern auch anschwellende Erektion und Orgasmus

Von Carsten Weidemann

Wer es je einmal mit einer klassischen aufblasbaren Sexpuppe für 9,99 Euro probiert hat, wird "Big John", "Construction Man" oder "Jason Lover Boy" schnell zurück in die Verpackung gestopft haben. Geil ist anders.

Doch die neueste Generation der Sex Dolls hat mit den quietschenden Gummi-Varianten nur noch wenig gemein: Sie wirken weitaus realistischer, sind dafür auch sperriger - und vor allem deutlich teurer. Je nach Ausstattung können Real Dolls mehrere tausend Euro kosten. Der Aufwand bei derartigen Puppen wird inzwischen so weit getrieben, dass manche Hersteller versuchen, sogar Atmung, Hauterwärmung und Orgasmus zu imitieren.

Sechs verschiedene Schwanzgrößen zur Auswahl


Modell "Nate" ohne Höschen im Bett: Beim weichen Analschlauch hat sich Realdoll viel Mühe gegeben (Bild: Realdoll.com)

Wer einen künstlichen Freund beim US-Marktführer Realdoll bestellt, hat die Qual der Wahl. Nicht nur seine Haut-, Haar- und Augenfarbe kann man sich für 5.499 US-Dollar aussuchen, sondern auch ob seine Beine gespreizt sein sollen oder nicht.

Drei verschiedene Gesichtstypen ("Michael", "Nick" und "Nate") stehen zur Auswahl - und sechs verschiedene Schwanzgrößen. Gegen Aufpreis gibt es Schamhaar in allen Farben und Formen, realistische Augen oder Perücken.

Sex mit einer Real Doll ist eine zweischneidige Sache. Auf der einen Seite fühlt sich das neuartige Cyberskin fast an wie echte Haut, das "Vögel-Gefühl" ist ziemlich echt. Der Hersteller hat sich beim weichen Analschlauch und vor allem beim Mund mit Silikonzunge und -zähnen größte Mühe gegeben: Beim Oralsex entsteht ein leichtes Vakuum, was die Lust erhöht - auch Deep Throat ist möglich, ohne dass die Puppe würgt. Auf der anderen Seite reagiert die Puppe dann eben doch nicht wie ein echter Mann - und man kann schnell das Gefühl bekommen, es mit einer Leiche zu treiben.

Wer immun gegen solche Horrorvorstellungen ist und zudem Geld sparen will, kann bei Realdolls auch einen Flat Back Torso für 1.299 Dollar bestellen - die Rumpfpuppe hat Brust, Schwanz und Arsch - aber keinen Kopf und keine Beine.

Die deutsche Sexpuppe Nax ist mit 1,98 Meter ein Hüne


Sexpuppe made in Germany: Nax (Bild: First Androids)

Auch in Deutschland werden synthetische Humanoiden hergestellt. So kann man sich bei der Firma First Androids für 7.460 Euro die männliche Version Nax bestellen. Der 1,98 Meter große Hüne wiegt zwar nur 45 Kilo, seine Arme, Beine, Kopf und Oberkörper lassen sich jedoch automatisch in fast jede gewünschte Position bringen. Vor allem ist Nax recht einfach zu verführen: Berührt man seinen Schwanz, schwillt dieser automatisch an. Nach einiger Zeit folgt eine "automatische Ejakulation mit künstlichem Ejakulat", wie es auf der Webseite heißt. Besonders viel Mühe hat sich der Hersteller bei Nax' Sack gegeben: Sein künstlicher Intimbeutel hat eine dünne, weiche Haut und zwei getrennte Kammern, in denen sich an einem nachgebauten Samenstrang auch zwei fette Eier befinden. Genauso wie beim Menschen können seine Hoden frei bewegt werden.

Sexpuppen können ein geiles Hilfsmittel sein, um Spaß zu haben oder auch um vorübergehende Einsamkeit zu überbrücken, sie können aber auch zum Fetisch werden - und psychisch abhängig machen. Kein Wunder, dass Sexpuppen bereits als Hauptdarsteller in Spielfilmen mitwirken. Zu den bekanntesten zählt der kanadische Spielfilm "Lars und die Frauen", der die Geschichte eines Mannes erzählt, der sich eine Sexpuppe kauft und diese wie einen Menschen behandelt, was ihm zum Gespött seine Freunde und Kollegen macht. Der japanische Regisseur Hirokazu Koreeda wiederum lässt in "Air Doll" eine Sexpuppe zum Leben erwachen und menschliche Gefühle entwickeln.



#1 Sex 2.0Anonym
  • 19.06.2011, 14:28h
  • "man kann schnell das Gefühl bekommen, es mit einer Leiche zu treiben."

    das wärmt das herz des modernen nekrophilen.
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#2 EnyyoAnonym
  • 19.06.2011, 15:07h
  • Passt ja wunderbar in die Cyberwelt voller zwischenmenschlicher Krüppel...

    Aber dass der (indianisch anmutende) Europäer fast 3700,- Euro mehr kostet (wenn man den Umrechnungskurs berücksichtigt), ist nur durch die genannten Vorteile (Eier + Selbsthärtung) m.E. nicht gerechtfertigt, hier sollen wohl die Europäer wieder mal abgezockt werden, wie es ja auch gern im Technikbereich gemacht wird, wo die europäischen Versionen meist auch den Dollarpreis in Euro kosten, was alleine die unterschiedlichen MWSt nicht ausmachen.
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#3 Lapushka
  • 19.06.2011, 15:51h
  • Bei mir erzeugt das eher Grusel.
    Das kann man ja schon nicht mehr Sexspielzeug nennen, das ist ja ein Menschen-Ersatz.

    Naja, passt aber in unsere vernetzte Facebook Zeit wo man im Grunde überhaupt nicht mehr miteinander reden und interagieren muss, weils alles online geht...
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#4 vingtans
  • 19.06.2011, 16:00h
  • also das ist wirklich gruselig!!!

    ich bevorzuge bei weitem meinen mann, und das ändert kein anderer typ..geschweige denn ne gruselpuppe.
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#5 VolumeProProfil
  • 19.06.2011, 17:21hMönchengladbach
  • Das erinnert mich irgendwie an Commander Data von Raumschiff Enterprise.

    Nichts gegen Data, aber Sex mit einem Androiden ist wirklich widerlich.
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#6 Audi5000Anonym
#7 Benedictus
  • 19.06.2011, 18:12h
  • Tja, wenn die Verfügbarkeit von sexwilligen und kompatiblen Personen konstant abnimmt, Internet-Datingportale nur noch zu einem Tummelplatz für sexuell Inkompatible, Selbstdarsteller, Faker, Bilderschnorrer oder Cyberwichser verkommt, ist der Schritt zum "Menschenersatz" wirklich kein großer mehr, insbesondere wenn Wichsportale, Videos und Dildos im Grunde genommen ja schon heute reale Sexkontakte ersetzen bzw. das Entstehen dieser immer öfter verhindern. Es ist bequem, man muss nicht nach draußen auf die Jagd gehen und dumme Schwulenrituale über sich ergehen lassen und Angst vor AIDS und Co. braucht man auch nicht mehr haben. Für diejenigen, die sich dran gewöhnt haben, von einem Präservativ umhüllten Schwanz penetriert zu werden, wird es wohl vom Feeling her keinen Unterschied machen, denn der Puppenschwanz dürfte genauso "steril" sein.

    Mir persönlich würde nicht im Traum einfallen, 5.499 USD = 3.850 EUR für eine Puppe auszugeben. Selbst wenn Datingplattformen und Cruising keinen Erfolg bringen würden, was schon häufiger mal vorkommt, so fänd ich diesen Betrag in 38,5 Callboys/Stricher à max 100,- wesentlich besser investiert. Damit kann man zwar nicht jeden Tag, und auch nicht jede Woche, sein sexuelles Verlangen stillen, aber mein Gott...

    Apropos Commander Data und Raumschiff Entenscheiss... wenn sie das Holodeck erfunden haben sollten, das wäre schon eher etwas, womit ich etwas anfangen könnte... oh ja...
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#8 marley
  • 19.06.2011, 19:45h
  • Die Dinger werden irgendwann noch ein richtiger Erfolg,wenn die Technik weiter ist und man sich so ein Teil auch leihen könnte statt es zu kaufen wäre es auch bezahlbar und vermutlich viel billiger als ein Prostituirter.Ich denke da an den Sexroboter von "A.I Künstliche Intelligenz"
    Wenn die Technik irgendwann soweit ist....wearum nicht?
    Aber mit solchen leblosen Plastikleichen wie jetzt?Ne danke
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#9 alexander
#10 Lapushka
  • 19.06.2011, 19:50h
  • Ich hätte da immer Angst, wenn ich im Dunkeln nach Hause komme und weiss, dass so ein Teil in meiner Wohnung "wartet".
    Und schlafen könnte ich auch nicht, weil ich befürchten würde, dass das irgendwie zum Leben erwacht und mich erwürgt lol
    Hab zuviele Horrorfilme gesehen, ich hab eh etwas Angst vor Puppen.

    Ausserdem empfinde ich momentan dass es eine Entwicklung gibt, dass der Mensch sich systematisch irgendwie selbst abschafft.
    Mit den Händen arbeiten tun wir eh fast nicht mehr, machen ja alles Maschinen.
    Richtig denken brauchen wir auch nicht mehr, künstliche Intelligenz ist ja im Kommen.
    Kommunizieren müssen wir auch nicht mehr richtig, geht ja online. Und jetzt müssen wir nicht einmal mehr miteinander vögeln.
    In dem Punkt bin ich dann wohl doch etwas "ewig gestrig".
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