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"D´Schwuhplattler" lassen es krachen in der preisgekrönten Doku (Bild: BFS)

Der schwul-lesbische Journalistenverband BLSJ hat den Felix-Rexhausen-Preis in Berlin vergeben.

Von Carsten Weidemann

Sie heißen Sepp oder Schorsch, sie sind bodenständig und urbayerisch. Sie pflegen das Brauchtum, die Tradition und den bayerischen Dialekt. Einige unter ihnen sind tief gläubig. Sie tragen Schnauzbart, Haferlschuhe und Hirschlederne und verehren Ludwig II, ihren "Kini". Ihre Heimat geht ihnen über alles. Und sie sind homosexuell, "D'Schwuhplattler", die erste schwule bayerische Volkstanzgruppe. Ob "Watschentanz", "Holzhacker" oder "Mühlradl", die zünftigen Münchner Plattler-Burschen studieren ausdauernd, diszipliniert und mit Hingabe alpenländische Volkstänze ein. Eine Fernsehdokumentation über diese ungewöhnliche Gruppe im konservativen Bayern hat am vergangenen Sonntag auf dem schwul-lesbischen Straßenfest in Berlin den Felix-Rexhausen-Preis des Bundesverbandes lesbisch-schwuler JournalistInnen (BLSJ) abräumen können.

Die Autorin Steffi Illinger hat das Thema für den Bayerischen Rundfunk aufgegriffen, im Rahmen der Reihe "Vor Ort - Die Reportage" wurde er ausgestrahlt. Die Jury, die unter allen eingesendeten Beiträgen der vergangenen zwölf Monate zu entscheiden hatte, lobte das Feature: "Fast beiläufig und ohne erhobenen Zeigefinger macht die BR-Autorin deutlich, wie schwer es ist, Vorurteile abzubauen." Denn vielerorts sei es in Bayern offensichtlich immer noch alles andere als normal, als schwuler Schuhplattler aufzutreten. Über die insgesamt hohe Qualität der Berichterstattung über lesbische, schwule und bisexuelle Themen hat sich die Jury auf jeden Fall sehr gefreut. Das zeige sich beispielhaft an den beiden anderen nominierten Beiträgen, erläutert Jury-Mitglied Arnd Riekmann.

Journalistische Beiträge über Schwule und Lesben auf hohem Niveau


Namensgeber Felix Rexhausen (Bild: BLSJ)

So erzählt zum Beispiel Cedric Rehman im Beitrag "Mein geliebter Feind - Schwules Leben in der Westbank" (Schweizer Magazin Mannschaft, Januar 2011) über eine verbotene Liebe zwischen einem Israeli und einem Palästinenser. Sportjournalist Ronny Blaschke zeigt in seiner Reportage "Kurze Reise in die Freiheit" (Berliner Zeitung, 5. August 2010), wie eine südafrikanische Fußballspielerin bei den Gay Games in Köln für einige Tage Diskriminierung und Gewalt gegen Lesben in ihrer Heimat hinter sich lassen kann.

Felix Rexhausen (1932-1992), der Namenspatron des seit 1998 existierenden Preises, war gemeinsam mit Gerd Ruge und Carola Stern Mitbegründer der deutschen Sektion von Amnesty International und arbeitete für den Rundfunk sowie für Zeitungen und Zeitschriften. Schon zu Zeiten, als noch der alten Paragraf 175 galt, trat Rexhausen selbstbewusst als schwuler Journalist in Erscheinung und thematisierte eindringlich die Lebensumstände homosexueller Männer.

Was die Doku-Autorin Steffi Illinger mit den 500 Euro Preisgeld anstellen wird, ist nicht bekannt. Aber die Schwuhplattler tanzen auf jeden Fall nochmal einen Freudentanz im TV. Die Reportage wird am 25. Juni um 22.00 Uhr auf Eins Extra und am 28. Juni um 21.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen wiederholt.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.06.2011, 10:16h
  • Es gab auch schon einmal eine Doku über diese Schwuhplattler und daß die jetzt diesen Preis erhalten haben, ist zu beglückwünschen!
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#2 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 20.06.2011, 11:15h
  • Der ehemals homophob-schwarze Kanal bekommt lesbisch-schwulen Medienpreis - sehr schöne Entwicklung.
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