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Liechtenstein schließt in der Frage der Homo-Rechte zu seinen Nachbarn auf

In einer Volksabstimmung haben zwei Drittel der Liechtensteiner für die Einführung von eingetragenen Partnerschaften gestimmt.

68,8 Prozent votierten für das Gesetz, das im März einstimmig vom Landtag in Vaduz beschlossen worden war (queer.de berichtete). Insgesamt nahmen 9.239 Liechtensteiner am Referendum teil, die Wahlbeteiligung lag damit bei 74,2 Prozent. Zustimmung gab es in allen elf Gemeinde des Landes. Damit ist Liechtenstein seinen Nachbarländern Schweiz und Österreich gefolgt, die bereits 2007 bzw. 2010 eingetragene Partnerschaften eingeführt haben.

Das Referendum war von Homo-Gegnern erzwungen worden, die nach dem Beschluss des Landtags mehr als 1.000 Unterschriften gesammelt hatten. Sie kritisierten, dass die Bevölkerung bei der Diskussion um Homo-Rechte "ausgeblendet" worden sei. Unterstützung erhielten sie vor allem von der katholischen Kirche, die sich lautstark gegen das Partnerschaftsgesetz ausgesprochen hatte. Der Vaduzer Erzbischof Wolfgang Haas bezeichnete Homosexualität in diesem Zusammenhang als "schwere Sünde", deren Anerkennung einen "Skandal" darstellen würde.


Regierungschef Klaus Tschütscher freut sich über das "Zeichen für mehr Gerechtigkeit und Toleranz"

Die liechtensteinische Regierung sieht sich nach der Volksabstimmung in ihrer Politik bestätigt: "Mit dem deutlichen Ja zum Partnerschaftsgesetz setzt Liechtenstein ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit und Toleranz, weil wir mit diesem Schritt die heutige Benachteiligung gleichgeschlechtlicher Paare aufheben", erklärte der konservative Regierungschef Klaus Tschütscher nach der Abstimmung. Die größte Tageszeitung des Landes, das "Liechtensteiner Vaterland" nannte die Entscheidung "ein klares Signal für eine offene und liberale Gesellschaft".

Ehe Light mit eingeschränkten Rechten

Mit dem Partnerschaftsgesetz erhalten gleichgeschlechtliche Paare weitgehend die gleichen Rechte und Pflichte wie Heterosexuelle. Ausgenommen ist - wie in Österreich und Deutschland - das Adoptionsrecht. Auch dürfen Schwule und Lesben nicht den Namen ihres Partners annehmen; sie dürfen lediglich im Alltag einen Doppelnamen führen oder einen "Künstlernamen" verwenden. Das Gesetz kann nun zum 1. September in Kraft treten.

In Sachen Homo-Rechte hat sich in Liechtenstein in den letzten zwei Jahrzehnten viel getan: Erst 1989 wurde das Totalverbot für homosexuelle Handlungen aufgehoben, seit 2001 gibt es ein einheitliches Schutzalter von Hetero- und Homosexuellen. (dk)



Sechs Verpartnerungen in Liechtenstein

Rund ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Partnerschaftsgesetzes haben sich drei schwule und drei lesbische Paare im Fürstentum Liechtenstein verpartnern lassen.
Liechtenstein: Stoppt das Volk die Homo-Ehe?

Homo-Gegner haben in Liechtenstein eine Volksabstimmung über die Einführung von eingetragenen Partnerschaften durchgesetzt.
#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.06.2011, 10:27h
  • Das ist die beste Nachricht des Tages! Da sieht man einmal wieder, was der gesunde Menschenverstand so alles bewältigen kann! Gegen die Hetzkampagne der Katholischen Kirche und ihre erzkonservativen und fundamentalistischen Häscher haben sie mit zwei Dritteln aller Stimmen für die eingetragenen Partnerschaften gestimmt! Von mir gibt es an die Liechtensteiner tausend Grüße und Küsse! Ihr habt richtig entschieden und das ist auch gut so!
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#2 marc33ffm
#3 AlexAnonym
  • 20.06.2011, 11:42h
  • "Das Referendum war von Homo-Gegnern erzwungen worden, die nach dem Beschluss des Landtags mehr als 1.000 Unterschriften gesammelt hatten. Sie kritisierten, dass die Bevölkerung bei der Diskussion um Homo-Rechte 'ausgeblendet' worden sei."

    --> Ausgeblendet wurde da wohl wirklich was. Nämlich dass die Bevölkerung offenbar schon viel weiter als die Kirche ist. Weil die dem ach so herzenguten Erzbischof nicht folgen wollten, der seine Landsleute ja nur vor dieser furchtbaren Sünde beschützen wollte, kommen die jetzt wohl alle in die Hölle. - Naja, dann ist er wenigstens nicht der einzige Lichtensteiner da unten.
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#4 Timm JohannesAnonym
  • 20.06.2011, 11:46h
  • Ich freue mich über diese schöne Meldung.

    Damit hat es Liechtenstein geschafft und überholt sogar Deutschland, da auch das gesamte Steuerrecht gleichgestellt wird, was bekanntlich bei uns im Einkommenssteuerrecht immer noch nach 10 Jahren Lebenspartnerschaft fehlt.

    Das von den Gegnern ergriffene Referendum wurde übrigens von einem Herrn Johannes Schraner gestartet, der der Cousin des katholischen Erzbischofs Wolfgang Haas ist. Daran läßt sich erkennen, mit wieviel Energie sich der katholische Klerus in seiner Führungsleitung gegen die staatlichen Anerkennung homosexueller Paare wendet. Und Wolfgang Haas hatte unter anderem damit gedroht, eine traditonelle jährliche katholische Messe ausfallen zu lassen, wenn das Partnerschaftsgesetz in Liechtenstein kommt.

    *
    www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/liechtenstein_spricht
    _sich_fuer_homo-ehe_aus_1.10975734.html


    Als Lutheraner kann ich vor den Machenschaften des katholischen Klerus nur warnen, wie dort versucht wird, die Rechte homosexueller Paare zu behindern und wie sie mit Hasspredigten gegen die Anerkennung in den einzelnen Staaten ankämpfen. Gleiches mieses Vorgehen ist derzeit in New York City zu erkennen, wo der katholische Erzbischof Timothy Dolan gegen die geplante Eheöffnung eine Hasspredigt nach der nächsten hält.

    RAUS aus der katholischen Kirche, denn es gibt bessere Kirchen für Christen: bei Lutheranern, Reformierten, Unierten aber auch Altkatholiken und Anglikanern sind Christen besser aufgehoben. Als Christ sollte man seine Kirchensteuer nicht dem Vatikan geben. Und dort in den anderen Kirchen werden auch keine Frauen ausgegrenzt, sondern sie können diese Kirchen sogar leiten.

    *
    www.epd.de/bild_index_60083.html
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#5 JohannAnonym
  • 20.06.2011, 12:12h
  • Antwort auf #4 von Timm Johannes
  • FALSCH!

    Die beste Alternative wäre es, das Konzept einer Kirche vollkommen aufzugeben. Mich für meinen Teil bin auch ganz klar Atheist. Aber ich habe nichts dagegen, wenn jemand glauben möchte. Nur bedarf es dazu nicht einer Institution wie der Kirche. Die kostet nur Geld und hat kaum etwas mit der Bibel zu tun. Und nein, die Kirchen selbst bezahlen so gut wie gar nichts im karitativen Bereich. Das tun die jeweiligen Aufgabenträger und Nutzer (Krankenkasse bei Krankenhäusern, die Eltern bei Kindergärten usw.).
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#6 CarstenFfm
  • 20.06.2011, 12:17h
  • Gratulation an die Liechtnesteiner.

    Und ein sabbernder echauffierter Pfaffe gehört ja irgenwie zu Folklore bei sowas.
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#7 eMANcipation*Anonym
  • 20.06.2011, 12:33h
  • Trotzdem ein Verbrechen gegen die Grundsätze einer wahrhaft demokratischen Gesellschaft:

    "Das Fürstenhaus hat sich nicht in die Abstimmung eingemischt. Anders das Erzbistum Vaduz: Erzbischof Wolfgang Haas äusserte sich in der aktuellen Diskussion zwar nicht, hat aber schon früher seinen Standpunkt bekanntgegeben.

    «Praktizierte Homosexualität ist objektiv eine schwere Sünde, deren rechtliche Anerkennung geradezu einen Skandal darstellen würde», sagte der katholische Oberhirte in einem Zeitungsinterview. Generalvikar Markus Walser bezeichnete homosexuelle Handlungen bezugnehmend auf die Bibel als «schlimme Abirrung»."

    www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/liechtenstein_spricht
    _sich_fuer_homo-ehe_aus_1.10975734.html
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#8 stromboliProfil
  • 20.06.2011, 13:03hberlin
  • Antwort auf #3 von Alex
  • ein dreifach erfolg der kompromisse:
    von homogegnern initiierte abstimmung umgedreht und gewonnen, das ist ein trost angesichts der europäischen entwicklungen;
    bevölkerung in die diskussion um homorechte einbezogen, ein sieg des demokratischen prozesses der mitarbeit der bevölkerungen an ihren ureigenen problemen;
    der erzbischof lässt zukünftig laut unserer hauseigenen betschwester eine traditionelle predigt ausfallen,
    ein wahrer gewinn für die betroffene bevölkerung..., wie mir scheint, eine verdiente belohnung!
    Leider wird der heilige mann sein versprechen, wie gehabt, nicht halten... &

    fehlt nur noch die abschaffung des christentums als staatsreligion in europa und alle haben von lichtenstein etwas gelernt!

    Was allerdings den wein zu essig macht, ist die "weitgehende" angleichung...
    wir bleiben wenigsten so sichtbares beispiel für unsere zweitrangigkeit im gesamten wertegefüge.
    Man muss halt lernen, um zu wissen wo man hingestellt wird, wenn man nicht in der lage ist, sich selbst aufzustellen!

    ps. die idee mit dem "künstlernamen" finde ich orginell.
    will man die person auslöschen, lässt man sie verschwinden...
    aber leben wir nicht täglich mit unseren gloria viagras, edith schröders, jurassica parkas , als dass ein namenswechsel nur zeigt, wie erfinderisch schwule innere-emigration uns gemacht hat... vorsichtig grübel-grübel
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#9 stromboliProfil
  • 20.06.2011, 13:21hberlin
  • Antwort auf #7 von eMANcipation*
  • «Praktizierte Homosexualität ist objektiv eine schwere Sünde, deren rechtliche Anerkennung geradezu einen Skandal darstellen würde», sagte der katholische Oberhirte in einem Zeitungsinterview. Generalvikar Markus Walser bezeichnete homosexuelle Handlungen bezugnehmend auf die Bibel als «schlimme Abirrung»."

    mein lieber,
    wären ich nicht das was ich bin, jener vor denen unsere eltern uns gewarnt haben, wäre ich nicht das, auf dass ich heute stolz bin!

    Mir ist es lieber, eine schlimme abirrung und sünder zu sein, als in einen dialog mit den gesegneten monotheistischen götzenanbetern
    treten zu wollen, um deren paradiesangebot für mich nebenbei mitzunehmen.

    Mich lässt diese heuchelei kalt!
    Eher bestärkt es mich in der entscheidung, gegen jegliche religions "angebote" stellung zu beziehen; wer lebt schon im gemeinsamen haus mit gewohnheitsmässigen lügnern?!
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#10 eMANcipation*Anonym
  • 20.06.2011, 13:34h
  • Antwort auf #9 von stromboli
  • Na klar, mein lieber @stromboli. Du weißt ja, dass ich mich ebenso wenig als Kirchen- und/oder Religionsaktivist betätige. Mir geht es im Gegenteil darum, Faschismus und Menschenfeindlichkeit auch und gerade in "religiöser" Verpackung als solche zu benennen und dafür zu sorgen, dass sie gesellschaftlich, politisch, rechtlich geächtet werden! Soviel Aufklärung muss dringend sein.
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