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Eine Teilnehmerin des CSD in Moskau wird abgeführt

Eine Mahnwache vor der Botschaft Russlands erinnert an den CSD in Moskau. Und könnte auch einiges zum gleichzeitigen und bisher nicht erlaubten CSD in St. Petersburg zu sagen haben.

Von Carsten Weidemann

Am 28. Mai fand der sechste CSD in Moskau statt. Die Demonstration von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern war von den russischen Behörden zum sechsten Mal verboten worden, trotz Urteilen des Europäischen Gerichtshofes, dass frühere Verbote gegen die Menschenrechte verstoßen haben. Die Polizei verhaftete 18 Aktivisten, 15 davon aus Russland. Zeitgleich ließ sie Neonazis demonstrieren und diese teilweise auf Teilnehmer einschlagen. Mehrere Aktivisten wurden verletzt, eine Teilnehmerin musste mehrere Tage im Krankenhaus verbringen (queer.de berichtete).

Der Vorfall hat nun ein Nachspiel in Berlin. Am Samstag wollen Teilnehmer und Freunde des CSD in Moskau und die Gruppe Quarteera, eine Vereinigung von russischsprachigen Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern in Deutschland, ab 19 Uhr eine Mahnwache auf dem Mittelstreifen vor der Russischen Botschaft abhalten. Die Botschaft sitzt Unter den Linden und ist damit in nächster Nähe zur Abschlussveranstaltung des Berliner CSD.

"Mit dem Protest vor der russischen Botschaft zum Berliner CSD wollen wir deutlich machen, dass Russland die Menschenrechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern zu achten hat", heißt es in dem Aufruf. "Auch für sie gilt das Recht auf freie Rede und friedliche Versammlung, von zwingend erforderlichen Gesetzen wie beispielsweise Antidiskriminierungsregelungen und einer Homo-Ehe ganz zu schweigen."

From russia with pride

Die Aktivisten marschieren vorher auch bei der Berliner CSD-Parade mit. Unter dem Motto "From russia with pride" werden auch Teilnehmer aus Russland zeigen, wie bunt, lebendig und friedlich Russland sein könnte. Die Jungs und Mädels von Quarteera waren bereits im letzten Jahr bei der Berliner CSD-Parade mit rund 70 Teilnehmern vertreten (Fotos). Der Verein will Homophobie in der russischsprachigen Community in Deutschland bekämpfen und zugleich Schwule und Lesben vernetzen, auch Projekte in Russland und anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR sollen unterstützt werden.

Zu den Aufrufern des Protests gehören der amerikanische Fotograf Charles Meacham, dessen Ausstellung "Walk with pride" mit weltweiten CSD-Fotos derzeit in Berlin und Köln zu sehen ist (queer.de berichtete), der Bielefelder Aktivist Maik Diekmannshemke und Queer.de-Redakteur Norbert Blech - alle drei waren in diesem Jahr in Moskau dabei. Teilnehmer aus anderen Ländern planen ähnliche Demonstrationen in ihren Heimatländern, so ist am 1. Juli ein Protest in London geplant.

Sorge um CSD-Teilnehmer in St. Petersburg

Der Protest vor der Botschaft wird zugleich auf die aktuellen Ereignisse beim CSD in St. Petersburg eingehen, der am gleichen Tag wie der Berliner CSD stattfindet. Angemeldet wurde der dritte "Slavic Gay Pride", also der gemeinsame CSD von Aktivisten aus Russland und Weißrussland. CSD-Teilnehmer aus Moskau könnten damit zum zweiten Mal in diesem Jahr verhaftet werden. Denn die Stadtverwaltung von St. Petersburg hat bisher keine Route in der Innenstadt erlaubt (auf Alternativvorschläge wie ein Waldstück außerhalb der Stadt und rd. 20 Minuten von einer Metrostation entfernt wollen die Aktivisten nicht eingehen).

Der CSD in St. Petersburg war bereits im letzten Jahr verboten worden (was ein Verwaltungsgericht nachträglich als rechtswidrig bezeichnete), fünf Teilnehmer wurden zwischenzeitlich von der Polizei festgenommen (queer.de berichtete). Da die Demostrecke bis zuletzt geheimgehalten wurde, kam es zu keinem Aufeinandertreffen mit Neonazis. Das folgte im November: Bei einer genehmigten LGBT-Demo flogen Eier auf die Demonstranten (queer.de berichtete).

Auch in der Haupstadt Moskau ist keine Entspannung in Sicht: Bürgermeister Sergey Sobyanin äußerte in der letzten Woche gegenüber Reuters, Demonstrationen von Schwulen, Lesben und Transgendern auch weiterhin verbieten zu wollen. "Das sind Fragen der Moral. Wenn die Bevölkerung streng gegen solche Sachen sind, können wir solche Demos nicht unterstützen. Wir müssen auch die Moral der Menschen schützen." (cw)



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#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.06.2011, 18:56h
  • Hoffentlich solidarisieren sich mit den Gästen aus Moskau auch andere CSD-Teilnehmer, damit dieser Protest auch einen bleibenden Eindruck hinterläßt!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 04Anonym