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  • 22. Juni 2011, noch kein Kommentar

(Bild: EmArcy Records / Universal Music)

15 neue Lieder, Gaststar Bill Wyman, die gleiche wunderbare Stimme: Peyroux kehrt zwei Jahre nach "Bare Bones" mit ihrem fünften Album zurück.

Es ist die unverwechselbare Stimme, die den Hörer auf dem neuen Madeleine-Peyroux- Album "Standing on the Rooftop" mit dem Beatles-Klassiker "Martha, My Dear" begrüßt. Und einige der danach folgenden Songs tragen ebenso unverkennbar die Handschrift der US-Amerikanerin. Aber etwas ist dennoch anders und aufregend neu: "Für dieses Projekt wünschte ich mir ein breiteres musikalisches Szenario als auf den vorausgegangenen Alben", erklärt Peyroux. "Ich wollte diesmal härtere, ja sogar hässliche Klänge auszuprobieren..."

Soviel sei gleich verraten: "hässlich" klingt "Standing on the Rooftop" trotzdem keine Sekunde lang, aber es ist mit weitem Abstand Peyrouxs abenteuerlichstes und abwechlungsreichstes Album geworden. Um ihr selbst gesetztes Ziel zu erreichen, suchte sie sich für ihr fünftes Soloalbum "Standing on the Rooftop" neue Partner. Nachdem ihre letzten drei Alben von Larry Klein produziert worden waren, übernahm diesmal mit Craig Street (Norah Jones, k.d. Lang, Cassandra Wilson) ein ebenso profilierter, aber etwas jüngerer, progressiver orientierter Produzent das Ruder.

Youtube | Madeleine Peyroux - The Things I've Seen Today (Live in the Bing Lounge)

Herausforderungen für Peyroux durch neue Songwriting-Partner


(Bild: EmArcy Records / Universal Music)

Auch die Kernband, die Madeleine bei der Einspielung dieses Albums unterstützte, hatte merklich Einfluss auf den musikalischen Wandel. Besetzt ist das hochkarätige Ensemble mit dem Gitarristen und Banjospieler Marc Ribot (Tom Waits, Elvis Costello), der Bassistin Me'Shell Ndegeocello (Santana, Rolling Stones), Schlagzeuger Charley Drayton (Neil Young, Johnny Cash), Keyboarder John Kirby (Mike Doughty Band, Norah Jones) und Gitarrist Chris Bruce (Seal, John Legend). Während Ribot hier mal einen Hauch von Avantgarde einbringt, mal "rootsiger" Töne anschlägt, sorgen Me'Shell, Drayton und Bruce dafür, dass die Musik gelegentlich funky wird und groovt. Als Gast tritt außerdem der Pate der New Orleanser Rhythm'n'Blues-Szene in Erscheinung: Pianist Allen Toussaint.

Vor unbekannte Herausforderungen stellten Peyroux auch neue Songwriting- Partner. Lediglich mit David Batteau, mit dem sie das Titelstück und "Ophelia" schrieb, hatte Peyroux zuvor schon zusammengearbeitet. Heraus sticht vor allem die Kooperation mit dem früheren Rolling-Stones-Bassisten Bill Wyman. Die beiden lernten sich vor zwei Jahren beim Jazzfestival in Nizza kennen, als sie gemeinsam auf den Auftritt von B.B. King warteten. "Er kam auf mich zu und sagte: 'Ich bin ein großer Fan von dir. Ich habe all deine Platten.' Und das machte mich erst einmal ziemlich sprachlos." Nachdem sie ihre Stimme wiedergefunden hatte, verabredete sich Peyxroux mit Wyman in London.

Youtube | Madeleine Peyroux - Martha, My Dear (Live in the Bing Lounge)

Gaststar Bill Wyman (Rolling Stones) outet sich als Fan


(Bild: EmArcy Records / Universal Music)

"Ich verbrachte dort eine Woche und sah ihn jeden Tag, um mit ihm an gemeinsamen Songs zu arbeiten. Es gab Momente, in denen er mir alte Geschichten erzählte, da dachte ich nur: 'Wow, ich sitze hier mit einem ehemaligen Rolling Stone zusammen!' Aber er ist ein unglaublich unprätentiöser, bescheidener und super netter Typ." Zum Repertoire von "Standing On The Rooftop" steuerte das Gespann (dessen Konstellation an das "ungleiche Paar" Alison Krauss und Robert Plant erinnert) "The Kind You Can't Afford" und "Leaving Home Again" bei, zwei der stärksten Nummern des ganzen Albums.

Zwei weitere Songs, "The Things I've Seen Today" und "Fickle Dove", entstanden in Kollaboration mit der Violinistin Jenny Scheinman (Norah Jones, Ani DiFranco). "Superhero" schrieb Peyroux mit ihrer Singer/Songwriter-Kollegin Jonatha Brooke. Und aus dem Great American Songbook wählte Madeleine diesmal zwei Klassiker von Blueslegende Robert Johnson ("Love In Vain") und Bob Dylan ("I Threw It All Away"), die sie in aufregender Weise neu interpretierte. (cw/pm)