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Käthe Kruse: Ballkleid

Das Schwule Museum Berlin zeigt in der neuen Ausstellung "andererseits" künstlerische Einwürfe zur Frauenfußball-WM.

Von Anne-K. Jung

Anlässlich der Frauenfußball-Weltmeisterschaft, die in diesem Jahr in Deutschland stattfindet, hat das Schwule Museum Berlin Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die interessante Gemengelage zwischen Geschlecht, (Homo-)Sexualität und Fußball mit ihren Mitteln zu erforschen. Die Ausstellung "andererseits" will "Flagge" zeigen und den Fußball als ein Feld des "doing gender" thematisieren - als einen sozialen und kulturellen Spielraum, in dem es auch und durchaus konflikthaft um die gesellschaftliche Geschlechterordnung geht.

Gefördert von der DFB-Kulturstiftung und der Europäischen Kommission, zeigt das Schwule Museum insgesamt 23 Beiträge aus den Bereichen Malerei, Foto, Video- und Objektkunst, Plastik, Installation und Dokumentation. Das Spektrum der Fragen an die Thematik ist vielfältig - ebenso sind es die Positionen der Künstlerinnen und Künstler, die aus ganz Deutschland stammen: Spielen die Männer wirklich so viel schneller und deshalb attraktiver als ihre weiblichen Kolleginnen? Und spielen diese aber dafür schöner oder warum wird das so betont? Was ist denn die schönste Seite von 2011? Ein Hinweis auf ein Spannungsfeld, in dem die Körper der Spielerinnen stehen zwischen fortwährender Optimierung der Leistungsfähigkeit,die immer wieder die Grenzen der eigenen Verletzbarkeit stößt und den Strategien der Vermarktung, in dem der athletische, eher männliche Körper wieder als von anderen männlichen Körpern begehrenswerte Frau erscheinen muss?

Ist Fußball ein klassisches Feld für lesbische Frauen?


Franziska Vollborn: Ohne Titel, gehäkeltes Lederobjekt, 2006

Wie politisch ist Fußball und wie lesbisch? Ein klassisches Spielfeld für die Entwicklung femininer Maskulinität und nicht heteronormativer Weiblichkeit, also ein klassisches Feld für lesbische Frauen? Aber warum wird eigentlich die Leistung der vielen lesbischen Spielerinnen für die Entwicklung des Frauenfußballs nicht gefeiert? Warum überhaupt die gereizten Reaktionen auf das Thema Homosexualität im Fußball?

Welche erotischen Subtexte spielen mit und wird das vielleicht klar, wenn der klassische Männersport Fußball mit weiblichen Kulturtechniken wie nähen, häkeln oder kochen und wenn Fußballszenen mit altmeisterlichen Maltechniken konfrontiert werden? Und last not least: Wo ist eigentlich das Kaffeeservice, das die National-Spielerinnen als Prämie für ihren Sieg bei der EM 1989 erhalten haben? (Letzteres ist in der Ausstellung als Leihgabe zu sehen).

Folgende Künstlerinnen und Künstler nehmen teil: Marion Denis, Risk Hazekamp, Christian Romed Holthaus, Linda Horn, Gudrun Knapp, Maria Kossak, Käthe Kruse, Julia Lazarus, Soo-San Lee, Jenny Löbert, Albert Markert, Robert Lange, Christine Olderdissen, Monika Ortmann, Susken Rosenthal, Toni Schmale, Katja M. Schneider, Siobhan Tarr, Maik Teriete, Franziska Vollborn, Tom Weller.

Eröffnung: Donnerstag, 23. Juni 2011, 19.00 Uhr, Ort: Schwules Museum, EG und 2. OG (Eingang 1. Hof), Mehringdamm 61, 10961 Berlin, Laufzeit: 24. Juni bis 25. September 2011



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 22.06.2011, 11:40h
  • sehr schade, dass sich viele Frauen dafür schämen, offen zu ihrem Lesbischsein zu stehen, die Entwicklung im Frauenfußball zeigt auf, dass dort noch immer, besser: schon wieder, ein heterodominierter Ton Oberhand gewinnt, verpackt in Sätzen wie: "Nur weil Frauen Fußball spielen, müssen sie doch nicht lesbisch sein." Aber natürlich waren es lesbische Frauen, die überhaupt dafür sorgten, dass Frauenfußball nicht mehr verboten ist, das war nämlich bis in die 70er so. Schlimm ist: Heute müssen sich die Lesben im Nationalteam "zurückhalten", damit das Image nicht beschädigt wird. Sehr traurig!
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#2 Peter BAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.06.2011, 13:50h
  • Hoffentlich wird die Ausstellung gut besucht und Deutschlands Frauen Fußballweltmeister.
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#4 LorenProfil
#5 henkAnonym