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Premiere in Magdeburg: Zum CSD am 20. August wird zum ersten Mal die Regenbogenfahne am Rathaus wehen

Niederlage für Oberbürgermeister Lutz Trümper: Zum diesjährigen CSD in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt wird am Rathaus zum ersten Mal die Regenbogenfahne gehisst.

Von Carsten Weidemann

Am Magdeburger Rathaus wird in diesem Jahr anlässlich des Christopher Street Days zum ersten Mal die Regenbogenfahne gehisst. Dies beschloss der Stadtrat am Donnerstag mit großer Mehrheit - inklusive der Stimme von Oberbürgermeister Lutz Trümper.

Die Landeshauptstadt unterstützt damit erstmals seit zehn Jahren offiziell den CSD. In einer Erklärung sprachen sich die Stadträte gegen jede Diskriminierung von Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung aus. Darüber hinaus wird eine bessere Zusammenarbeit mit dem CSD in den kommenden Jahren angestrebt.

Entsprechende Anträge hatten die Linkspartei sowie Grüne, FDP und die Fraktionsgemeinschaft aus SPD, Jugendpartei future! und Tierschutzpartei gestellt. Die Abgeordneten von CDU und Bündnis für Magdeburg (BfM) enthielten sich überwiegend oder stimmten dagegen. Union und BfM hatten sich zu Beginn der Stadtratssitzung sogar geweigert, entsprechende Eilanträge überhaupt auf die Tagesordnung zu setzen.

CDU-Stadtrat sorgt mit Tiersex-Vergleich für Eklat


Fühlt sich von den CSD-Organisatoren erpresst: Magdeburgs OB Lutz Trümper (Bild: Thomas Opp)

In der von den Grünen beantragten Debatte unter dem Motto "Rechte von Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen in Magdeburg stärken" verwiesen die Redner von Ökopartei, SPD und Linken auf die noch immer vorherrschende Homophobie in der Gesellschaft, die eine symbolische Geste der Stadt erfordere. Linkspartei-Stadtrat Oliver Müller schlug sogar vor, die Regenbogenfahne aus der Fraktionskasse zu bezahlen.

Dagegen sorgte CDU-Stadtrat Jens Ansorge für einen Eklat, als er in seiner Rede Schwule und Lesben mit Menschen verglich, die Sex mit Tieren oder Kindern haben: "Wie sollen wir uns als Fraktion verhalten, wenn wir die Rechte von Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen gar nicht stärken wollen? Denken Sie an Menschen, die sich sexuell auf Tiere orientieren. (...) Oder was ist mit denen, die ihre sexuelle Orientierung an Kindern auslassen?" Den Grünen warf Ansorge "Gutmenschentum" und Selbstdarstellungsdrang vor. Zwiegespalten präsentierte sich FDP-Fraktionschef Hans-Jörg Schuster: Er warnte in seiner Rede vor "blindem Aktionismus".

Überraschend meldete sich im Stadtrat auch Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) zu Wort, der sich seit zehn Jahren weigert, die Schirmherrschaft über den CSD zu übernehmen. Trümper nannte die Debatte "richtig und wichtig" und stellte klar, dass er niemanden in Magdeburg für seine sexuelle Lebensweise diskriminieren werde. Den Jusos und CSD-Organisatoren warf er jedoch im Gegenzug "Erpressung zur Schirmherrschaft via Öffentlichkeit" vor. Nach einem Bericht der Volksstimme habe das Stadtoberhaupt hinter vorgehaltener jede Menge Zuspruch für seine "Standhaftigkeit" erhalten.

Meinungsumschwung bei den Sozialdemokraten


Schirmfrau und Schirmherr des CSD Magdeburg 2011: Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Koln (SPD), Grünen-Vizefraktionschef Christoph Erdmenger

Mit seiner latent homophoben Ignoranz und seiner jüngsten Schirmherr-Absage via Tageszeitung hat Trümper jedoch selbst die Welle der Empörung ausgelöst, die nun zur Beflaggung des Magdeburger Rathauses geführt hat. Möglich wurde sie durch den Meinungsumschwung bei den Sozialdemokraten, die sich im Vorjahr noch mit großer Mehrheit dagegen ausgesprochen hatte. Erst "aus den Gesprächen der letzten Tage" habe die Fraktion die Erkenntnis gewonnen, dass das Hissen der Regenbogenfahne am Rathaus für die CSD-Organisatoren "offensichtlich wichtig" sei, erklärte SPD-Fraktionschef Hans-Dieter Bromberg vor der Stadtratsdebatte in einer Pressemitteilung.

Damit hat die Initiative "Let's make Magdeburg support the CSD", die auf Facebook bereits rund 1.200 Unterstützer hat, ihr Ziel erreicht. Während der Debatte und Abstimmung im Stadtrat waren Aktivisten in regenbogenbunten T-Shirts auf der Tribüne präsent.

Das Hissen der Fahne bleibt Oberbürgermeister Lutz Trümper übrigens erspart. Diese Aufgabe werden die Vorsitzende des Stadtrates Beate Wübbenhorst (SPD) und ihr zweiter Stellvertreter Andreas Schumann (CDU) übernehmen.

Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb ist CSD-Schirmfrau

Unterdessen hat der CSD Magdeburg auch eine Schirmfrau und einen Schirmherrn gefunden: Sachsens-Anhalts Ministerin für Justiz und Gleichstellung, Dr. Angela Kolb (SPD), und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der grünen Landtagsfraktion, Christoph Erdmenger, nahmen eine Anfrage des LSVD-Landesverbands "gern" an. Die beiden Politiker werden am 20. August 2011, dem Tag der Parade und des schwul-lesbischen Liebigstraßenfestes, in Magdeburg dabei sein.

ergänzt am 25. Juni, 11:17 Uhr



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#1 alexander
  • 23.06.2011, 17:08h
  • herrlich, es amüsiert kollosal das RUMGETÜMPERE aller protagonisten !
    lutziputzi ist jetzt traumatisiert, ob der erpressung zur schirmherrschaft, ist doch zum heulen.....
    also können die medien auch positiven einfluss haben und etwas bewirken ! völlig ohne eigennutz.

    natürlich geht das der fdp alles wieder zu schnell, bleibt ja keine zeit noch eigennutz aus dem "schildbürgerstreich" zu ziehen ?

    aber unser jens ansorge, aus der c-partei hat nun ein echtes problem und macht mir bauchgrimmen ? da ja in dieser partei nur fachleute und experten sitzen, frage ich mich, woher er seine kenntnisse bezieht ????

    wieviel tiere und kinder leben in dieser schützeswerten familie ??? (er muss ja eine haben !)

    dududududududu jensi, das mir keine klagen von den kindern und schon garnicht von den tieren kommen, weil du schlecht im bett bist ?????
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.06.2011, 17:09h
  • Mit seiner menschenverachtenden und primitiven Aussage hat sich Jens Ansorge als idealer Kandidat für das nächste Geglitter und die nächste Tortung wärmstens empfohlen!

    Endlich wird in Magdeburg die Regenbogenflagge anläßlich des CSD gehißt und Herr Ansorge kann glücklicherweise nichts dagegen machen! Bevor jedoch Frau Wübbenhorst die Regenbogenflagge hißt, sollte Herr Andreas Schumann von der CDU sich öffentlich von den Aussagen seines Kollegen Herrn Ansorge distanzieren und sich dafür in aller Öffentlichkeit im Namen seiner Partei für diese Entgleisung entschuldigen!
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#3 rhizomAnonym
#4 die mitteAnonym
  • 23.06.2011, 17:49h
  • In der CDU gibt es eine Parteigliederung mit Leuten, die man mit Menschen vergleichen kann, die Sex mit Tieren oder Kindern haben ?

    www.lsu-online.de/

    Jetzt übertreiben sie aber. Man sollte denen im Adenauer-Haus die Sache mit den städtischen Milieus und Modernität noch mal genauer erklären.
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#5 Iceman
  • 23.06.2011, 17:49h
  • Wenn selbst der Stadtrat für den CSD ist, sollte sich der OB (verdienter Träger der Homo-Gurke) fragen, warum er über 10 Jahre ein solches Fehlverhalten an den Tag gelegt hat.

    Er hat sich mit sowas nur selbst geschadet.
    Aber es dürfte ihn blamieren, dass die Fahne jetzt doch am Rathaus hängen wird.

    Vielleicht sieht man sein Gesicht auch bald auf der letzten Seite des Stern: "Was macht eigentlich.. Lutz Trümper?"
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#6 Jörg HendrikAnonym
  • 23.06.2011, 18:02h
  • Ich erwarte eine zügige Distanzierung der Bundes-CDU von den christlamistischen Äußerungen
    des Magdeburger Mandatsträgers.

    "Dagegen sorgte CDU-Stadtrat Jens Ansorge für einen Eklat, als er in seiner Rede Schwule und Lesben mit Menschen verglich, die Sex mit Tieren oder Kindern haben. "

    Wenn keine Distanzierung erfolgt, ist es das stillschweigende Signal, dass solche Menschenbilder
    in der Provinz wohlwollend und berechnend gebilligt werden.
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#7 rwg5hAnonym
#8 HinnerkAnonym
  • 23.06.2011, 18:47h
  • "CDU-Stadtrat sorgt mit Tiersex-Vergleich für Eklat"

    Nee, schon klar:
    für die CDU/CSU sind Homosexualität und Sodomie dasselbe.

    Das zeigt deren faschistisches Menschenbild...
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#9 LorenProfil
  • 23.06.2011, 19:23hGreifswald
  • Der Magdeburger Stadtrat hat eine sehr erfreuliche Entscheidung getroffen. Dass die SPD in den letzten Jahren immer mal etwas länger braucht, ist ja nichts Neues. Und dass ausgerechnet die FDP vor "blindem Aktionismus" warnt - nun ja, sollte da, allerdings nicht was die Gleichstellungspolitik angeht, endlich ein wenig Einsicht einkehren. Ich glaubs kaum.

    Skandalös scheinen allerdings die Einlassungen des CDUlers Ansorge zu sein. Hier würde mich der Wortlaut doch sehr interessieren, damit man ihm dann mal einheizen kann:

    www.cdu-magdeburg.de/front_content.php?idart=1910

    Dass der Mitglied des Ausschusses für Familie und Gleichstellung (!) ist - ohne Worte.
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#10 alexander
  • 23.06.2011, 19:32h
  • Antwort auf #8 von Hinnerk
  • was heisst hier weltbild ???
    ich finde es einfach ungeheuerlich, dass solche ansichten, im sinne der "meinungsfreiheit" möglich sind !
    abgesehen davon, dass man von einem volksvertreter eine gewisse bildung (hauptschulniveau) erwarten darf, auch in der biologie, sind solche äusserungen, absolut nicht folgenlos hinnehmbar !!!
    dieser herr ansorge muss auf das schnellste entsorgt werden !
    wer heute noch solche ansichten vertritt und verbreitet und das mit 45 jahren, von beruf pharmazeut, ist mehr als untragbar !
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