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Außenminister Guido Westerwelle (rechts) mit Lebenspartner Michael Mronz

Laut einer Allensbach-Umfrage glauben nur wenige Deutsche, dass die Homosexualität von Politikern öffentlich gemacht werden muss - viele wollen es auch gar nicht so genau wissen.

Das konservative Meinungsforschungsinstitut fragte, auf welche Informationen die deutsche Öffentlichkeit einen Anspruch hat. Lediglich 22 Prozent gaben an, dass die Homosexualität eines Politikers dazu gehört. Auch andere private Themen gehören nach Ansicht vieler Deutscher nicht zur Grundversorgung, so der Besuch von Prostituierten (26 Prozent), außereheliche Affären (24 Prozent) oder uneheliche Kinder (18 Prozent). Viel größer ist das Interesse an Interessenkonflikten der Politiker: So wollen 90 Prozent über Nebentätigkeiten von Politikern in Unternehmen und Verbänden informiert werden und 82 Prozent über Nebeneinkünfte. Jeder Zweite interessiert sich zudem für ernsthafte Krankheiten.

Allensbach ging genauer auf das Thema Homosexualität ein: Demnach wird die gleichgeschlechtliche Liebe immer noch von elf Prozent der Bevölkerung generell abgelehnt. 14 Prozent plädieren dafür, Schwule und Lesben rechtlich nicht anzuerkennen. Dennoch sprechen sich nur 36 Prozent für ein "demonstratives Bekenntnis zu Homosexualität in Ausübung eines Amtes" aus.

Renate Köcher, die Geschäftsführerin des Meinungsforschungsinstituts, nennt als Beispiel für dieses unbeliebte Bekenntnis Guido Westerwelle, weil er "auf Dienstreisen seinen Lebensgefährten mitnahm und sich damit demonstrativ zu seiner Homosexualität bekannte". In einem ausführlichen FAZ-Artikel erwähnt sie aber nicht, dass Westerwelle vor allem dafür kritisiert worden war, seinem Partner geschäftliche Vorteile aus den Dienstreisen zu gewähren (queer.de berichtete). Sie erklärte, dass Homosexualität zur Privatsphäre eines Politikers gerechnet werde - und daher für den Wähler unwichtig sei.

Einen Seitenhieb auf Schwule und Lesben konnte sich die Chefin des konservativen Instituts nicht verkneifen. So behauptet sie in dem Artikel - ohne Zahlen zu nennen - dass die meisten Deutschen Homosexualität genauso ablehnen würden wie Ehebruch: "Diese [Bereitschaft, rigide gesellschaftliche Normen der Sexualmoral nicht zu akzeptieren] bedeutet jedoch nicht, dass Prostitution in der Breite gesellschaftsfähig geworden wäre, außereheliche Beziehungen als unproblematisch gelten oder Homosexualität von den meisten als eine mit der heterosexuellen Beziehung gleichwertige sexuelle Orientierung angesehen würde". (dk)



30 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.06.2011, 16:32h
  • Allensbach ist eines der bekanntesten und auch renommiertesten Forschungsinstitute bei uns in Deutschland nach Forsa, Infratest-dimap, Emnid und der Forschungsgruppe Wahlen. Wie schon im Artikel erwähnt, ist es den meisten egal, welcher sexuellen Orientierung ein Politiker angehört, Hauptsache er macht "gute Arbeit" (das ist wie immer Ansichtssache)!
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#2 PseudotoleranzAnonym
  • 24.06.2011, 16:32h
  • Lediglich 22 Prozent gaben an, dass die "Homosexualität eines Politikers dazu gehört. Auch andere private Themen gehören nach Ansicht vieler Deutscher nicht zur Grundversorgung, so der Besuch von Prostituierten (26 Prozent), außereheliche Affären (24 Prozent) oder uneheliche Kinder (18 Prozent)"

    Was ist das für ein dummer Vergleich in der Befragung?
    Homosexualität ist nicht mit Affären zu vergleichen und beschränkt sich nicht auf das rein sexuelle, sondern auf die Identität als Schwuler/ Lesbe und ist als eine Orientierung so vielfältig wie Heterosexualität.
    Affären und Besuche bei ( weiblichen wie männlichen Prostituierten) sind etwas ganz anderes als wenn sich jemand als heterosexuell oder homosexuell erklärt, weil es bei der sex.Orientierung mehr geht als nur um den Sex.

    Das habe ich schon oft gehört das Heteros sagen sie haben nichts gegen Schwule solange sie ihre Neigung nicht öffentlich machen, aber Heteros machen ihre Neigung ständig öffentlich!

    Heterosexuelle Politiker gehen auch offen mit ihren Ehefrauen auf Pressebälle und nehmen sie mit zu Veranstaltungen, warum sollten das homosexuelle Politiker nicht machen dürfen und ihre Neigung verschweigen?
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#3 goddamn. liberalAnonym
  • 24.06.2011, 16:42h
  • Ach, Allensbach halt...

    Die 'Deutung' ist schlimmer als die Zahlen...

    Frau Noelle-Neumann, die Gründer dieses eigenartiges Instituts, bewegte sich auch nachdem sie dem braunen Sumpf entstiegen war, zeitlebens gerne am rechten Rand (Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis 2006)...

    Mediokre deutsche Pseudo-Elite halt...
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#4 spontiAnonym
  • 24.06.2011, 16:43h
  • ich habe auf einer fortbildung ebenso selbstverständlich wie meine heterosexuellen kollegen von meinem mann und meinem privatleben erzählt, nicht mehr und nicht weniger.

    abschließend wurde gesagt, dass ich sie mit dem reden über mein schwulsein überfordert hätte.

    was da von vielen gefordert wird, bedeutet, dass mein gesamtes leben zum tabu erklärt wird. ich denke doch nicht darüber nach, wenn jemand von seiner frau erzählt, wie sie es miteinander treiben.

    warum ist das bloß bei den heten so, wenn ich von meinem mann erzähle???
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#5 BrassicaAnonym
  • 24.06.2011, 16:49h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Orakel vom Bodensee

    Für öffentliche Kritik sorgte eine Umfrage zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 1996, bei der das Institut der Partei Die Republikaner 4,5 Prozent Stimmenanteil vorhersagte.

    Das tatsächliche Wahlergebnis der Republikaner lag bei 9,1 Prozent. In einem Interview zu dem Vorfall räumte Renate Köcher ein, dass sie der Partei keine Plattform bieten wolle und daher im Vorfeld der Wahl nicht von dem ihr bekannten höheren Wert berichtet hatte.

    Dieses Vorgehen stieß in der Publizistik und Wissenschaft auf Kritik.[2]

    Auch die Nähe zwischen Elisabeth Noelle-Neumann und Helmut Kohl führte zu negativen Kritiken.[3]

    Hans Magnus Enzensberger bezeichnete 1965 das Institut als Orakel vom Bodensee, da er eine „strukturelle Ähnlichkeit mit den mantischen Praktiken der Alten Welt“ sah. „Demoskopische Befragungen werden im allgemeinen in Auftrag gegeben: Der Unwissende bringt den Priestern von Allensbach seine Opfergaben dar und stellt seine Fragen.

    Die Pythia antwortet nicht auf eigene Faust, sie gibt die Fragen an eine höhere Instanz weiter, an die Stimme Gottes, die im Jargon der Demoskopen „repräsentativer Querschnitt“ heißt.“

    ____________________
    Mama Pythia †

    de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Noelle-Neumann#Ehrungen
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#6 goddamn. liberalAnonym
  • 24.06.2011, 16:58h
  • Antwort auf #4 von sponti
  • Alter tiefenpsycholgischer Hut:

    Diese Heten sind gar keine. Das ist eigentlich ihr Problem, das aber zu unserem werden kann...

    Ich habe solche negativen Erfahrungen nicht gemacht, aber es ist stressig, dass man sie jederzeit machen kann.
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#7 chrisProfil
  • 24.06.2011, 16:59hDortmund
  • Antwort auf #4 von sponti
  • Zumal die Heten oft genug weit aus detaillierteres und mehr von sich geben als Unsereins. Ich freue mich schon tierisch. Geht gleich zum abendlichen Aqua Cycling ins Freizeitbad. Da darf ich dann wieder zwei stunden den Hetenpärchen beim Knutschen zusehen. Ich empfinde das als Belästigung. Die anderen Besucher, die Bademeister und die Betreiber offenbar nicht. Ich habe sogar mal in der gemischten Sauna erlebt, wie eine Tussi im Ruheraum 30 Minuten lang in Reiterstellung auf ihrem Macker saß und ihn die ganze Zeit geküsst hat. Sowas überfordert mich auch. Aber wehe man sagt was dagegen!
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#8 LorenProfil
  • 24.06.2011, 17:00hGreifswald
  • Antwort auf #4 von sponti
  • "abschließend wurde gesagt, dass ich sie mit dem reden über mein schwulsein überfordert hätte."

    Diese Umfrage zeigt mir -wie auch das von dir geschilderte Erlebnis-, dass eine Mehrheit Lesben und Schwule sehr gern, wenn überhaupt, wieder im Schrank sehen möchte. Diesen Gefallen sollten wir ihnen aber keinesfalls tun, sonst können wir eine vollständige rechtliche Gleichstellung für alle Zeiten vergessen.
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#9 AlexAnonym
  • 24.06.2011, 17:07h
  • Ich weiß gar nicht, warum überhaupt noch jemand was auf Allensbach gibt. Damals bei der Bundestagswahl 2002 lagen sie ja so dermaßen daneben, dass sie ehrlicherweise sofort die Selbstauflösung hätten beschließen müssen. Lustig war, dass sich die Union bei ihrer Strategie allein auf Allensbach gestützt hatten.

    Aber davon abgesehen: Die Menschen sind intollerant, traurig aber wahr. Hätten sie mal die political correctness vergessen und gefragt "Sind alle Juden böse?", "Sind Farbige weniger wert?". Da wäre auch nichts Schönes bei rumgekommen...
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#10 goddamn. liberalAnonym
  • 24.06.2011, 17:08h
  • Antwort auf #5 von Brassica
  • Allensbach ist ja ein verstaubter Laden, der seine (für ihn) besten Zeiten längst hinter sich hat, ich finde eigentlich die Frage viel interessanter, was Herrn Güllner und FORSA so antreibt, wenn die Grünen in den Himmel gepusht werden....
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