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Die berühmteste schwule Dreierbeziehung der Welt: Fotograf Howard Roffman hat John, Gary und Kris mit dem Bildband "Three" und einen gleichnamigen Film bekannt gemacht. Unser drei Leipziger erzählten zwar sehr offen, wollten aber nicht fotografiert werden.

Szenen einer WG-Ehe aus Leipzig, wie es sie nicht allzu häufig gibt. Seit vier Jahren leben und lieben Kai, Karl und Manfred nun zusammen, bestaunt und manchmal auch beneidet von ihrem Freundeskreis. Alle waren skeptisch, ob das Zusammenleben funktionieren würde, auch wenn das zu Anfang keiner zugegeben hätte. Heute sagt Kai: "Ich kann mir Sex zu zweit fast schon gar nicht mehr vorstellen." Christian Scheuß hat die drei Männer in Leipzig besucht.

Karl flucht. Der Papierfilter der Kaffeemaschine ist wieder einmal umgekippt, die ganze Brühe läuft über die Anrichte. Hund Benno schaut misstrauisch auf das zischende Gerät. Elektrischen Geräten, die Lärm machen, misstraut der Mischling zutiefst. Manfred eilt mit dem Wischtuch herbei, um gemeinsam mit Karl die braunen Fluten einzudämmen. Derweil sitzt Kai seelenruhig rauchend am Küchentisch und grinst sich eins. "Tunten und Technik", lästert er. "Sei bloß still, wer hat denn die falsche Größe bei den Kaffeefiltern eingekauft?", faucht Karl zurück.

Szenen einer Wohngemeinschaft, mitten in Leipzig. Die drei sitzen in der großen Küche einer Altbauwohnung, die 120 Quadratmeter misst. Auch wenn auf den ersten Blick alles wie in einer stinknormalen WG aussieht, ist hier doch etwas entscheidend anders. Die drei sind nämlich eine Lebens- und Liebesgemeinschaft. Seit gut vier Jahren. Was als Experiment begann, ist heute ein stabiles Konstrukt, und irgendwie staunen sie alle darüber. Denn wenn ihnen jemand mal Erfahrungen aus einer Dreierkiste berichtete, dann waren es immer nur Katastrophen.

Ein Lehrer, ein Krankenpfleger, ein Angestellter

Karl (46) ist Lehrer, das merkt man deutlich im Gespräch nach dem Kaffee-Malheur. Er erzählt, was das denn für eine Beziehung ist, die sie da so führen. Jedes seiner Worte ist wohl bedacht: "Zunächst habe ich Manfred kennen gelernt, das war vor sechs Jahren." Der 39-jährige Stationsleiter eines Krankenhauses nickt bestätigend. "Ja, Karl kam völlig betrunken auf einer Party auf mich zu. Das war nicht so prickelnd, da ich gerade nüchtern von meiner Schicht kam." Der Crash der unterschiedlichen Promillelevel führte dann aber doch noch in ein gemeinsames Bett. Irgendwie war der betrunkene Karl doch zu süß. Und er war nicht zu dicht, um nicht noch Spaß in dieser Nacht zu haben. Mehr passierte erst mal nicht. Man traf sich ab und an in der Kneipe, verstand sich gut, und wenn man Lust hatte, ging der eine mit dem anderen nach Hause. Alles ganz locker, alles ganz unverbindlich.

Ungefähr zur selben Zeit trat Kai auf. Der 31-Jährige ist Angestellter in dem Supermarkt, in dem Manfred immer einkaufen geht. Es blieb beim wissenden gegenseitigen Anlächeln an der Scannerkasse, bis man sich mal in der Rosa Linde, dem schwul-lesbischen Zentrum, traf. Man quatschte den ganzen Abend lang und verstand sich prima, auch wenn man über nichts anderes als die Arbeit redete. "Im Supermarkt passieren Storys mit Kunden, ich könnte ein ganzes Buch schreiben." "Das selbe gilt für meine Patienten", grinst Manfred. Sexuell lief zunächst nichts, obwohl sich Beide anziehend fanden. Warum, das ist ihnen heute gar nicht mehr ganz klar. "Vielleicht war einer zu müde, keine Ahnung. Wir hatten uns sozusagen als mögliche Option registriert, und das genügte uns. Das ist wie im Park. Da reicht es manchmal, durchzugehen, und zu erfahren, dass man begehrt wird", meint Kai.

Karl war auf der Suche nach etwas Neuem


Freundschaft, Liebe und gegenseitige Achtung definieren die einzigartige Ménage à trois sowohl zwischen John, Gary und Kris als auch den drei Leipzigern (Bild: Howard Roffman)

Der Sommer nahte, und damit der CSD in Berlin. Kai wollte hin, Manfred wollte mit. Über die Rosa Linde wurden Mitfahrer gesucht, jemand wollte privat mit einem Kleinbus in die Hauptstadt fahren. Die beiden trafen zusammen am verabredeten Abfahrtsort ein, und dort stand inmitten der kleinen Gruppe Karl. Manfred freute sich, Kai war neugierig. Irgendwas an diesem Mann, der 15 Jahre älter war, zog ihn von Anfang an. Vielleicht war es seine ruhige Art, vielleicht auch schlicht die Tatsache, dass er noch wesentlich jünger aussah. Der Job hatte ihm noch keine allzu großen Sorgenfalten ins Gesicht gegraben. Oder es war seine Entschlossenheit, mit der er offensichtlich sein Leben auf die Reihe bekam.

"Ja, auf der Fahrt erzählte ich den beiden, dass ich gerade meinen Freund vor die Tür gesetzt hatte, mit dem ich acht Jahre zusammen war", erinnert sich Karl. "Das war auch der Grund, warum ich dringend raus musste aus Leipzig. Meine Altbauwohnung kam mir auf einmal furchtbar leer vor und mir fiel die Decke auf den Kopf." Ein Chaot sei der Typ gewesen, berichtet Karl über seinen Verflossenen und verliert ein wenig seiner Contenance. Absolut unfähig, seine Finanzen in Ordnung zu halten. Letztlich ein Mensch mit krimineller Energie, der es immer wieder schaffte, sich in Schulden zu stürzen und dabei andere übers Ohr zu hauen. "Ich habe ihm oft aus solchen Miseren geholfen, aber dann hat er versucht, mich über den Tisch zu ziehen, und das konnte ich ihm bei aller Liebe nicht verzeihen." Karl verstummt, mehr will er zu diesem Kapitel jetzt nicht erzählen, die anderen beiden kennen inzwischen die Details dieser Geschichte und nicken mitfühlend. Irgendwann ist es gut mit den alten Storys.

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

"Heute kann man sagen, der Ausflug nach Berlin war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Eigentlich haben wir das komplette Wochenende ohne Punkt und Komma miteinander geredet, zusammen mit der Parade und den Partys war es wie ein Rausch", strahlt Manfred. "Und im Hotel hat sich glücklicherweise niemand darum gekümmert, dass plötzlich drei Männer in einem Bett lagen", grinst Kai. Interessanterweise war es für alle der erste Dreier in ihrem Leben. Kai hatte bislang wenig lang andauernde Beziehungen, Manfreds Liebschaften wollten es eher monogam. Und Karl, bei ihm hätte es sich einfach nicht ergeben, sagt er.

Der Sex zu dritt erhöhte das bereits vorhandene Rauschgefühl. Der Kater folgte mit dem Ausstieg aus dem Bus in Leipzig. "Irgendwie hatten wir wohl das Gefühl, das uns da etwas besonderes widerfahren ist, das man daheim nicht wiederholen kann", beschreibt Karl die Emotionen.

Ganz so pessimistisch musste das Trio allerdings nicht sein. Karl lud beide am darauf folgenden Wochenende zum Broiler-Essen nach Hause ein. Gebratene Hähnchen waren seine Spezialität, nicht gerade Nouvelle Cuisine, aber dafür lecker. Man verbrachte den Abend, die Nacht und den kompletten Sonntag miteinander. Mit Alkohol, mit etwas Gras, mit Sex und sogar mit Rock'n'Roll. Musik, die Karl haufenweise im CD-Regal stehen hatte.

Von Liebe redete zunächst niemand

Das zweite gemeinsame Wochenende verwirrte alle drei noch mehr als das erste in Berlin. Was war das, was sie da hatten, außer dass es lustig war und nett und angenehm und anregend und erregend und überhaupt? Eine Zeitlang war niemanden ganz klar, was sich aus dieser Ménage à trois entwickeln sollte. Man begann mehr Zeit miteinander zu verbringen, da man sich gut verstand, landete ab und an in der Kiste, von Liebe redete niemand. Die kam schleichend. "Wir haben zu dritt eine Woche in Ibiza Urlaub gemacht, Last-Minute für 199 Euro pro Person, da habe ich dann doch gemerkt, dass ich ziemlich verknallt bin", gesteht Kai. "Und zwar in beide." Heute wohnt er mit ihnen zusammen.

Liebe zu dritt, vorbehaltlos, zu gleichen Teilen aufgeteilt - ist das möglich? Scheint so, wenn man die fast prototypartige Beziehung zwischen Manfred, Karl und Kai von außen betrachtet. Psychologen gehen etwas skeptischer an das Phänomen Dreierkiste heran, da sie bezweifeln, dass es auf Dauer möglich ist, seine ganze emotionale Aufmerksamkeit auf zwei Personen zu verteilen. Immer fragen die Analysten menschlichen Verhaltens nach den dahinter liegenden Absichten, die dem Versuch einer polyphonen Verbindung zugrunde liegen. "A und B verbünden sich gegen C. Es ist ein altbewährter demagogischer Trick, dass man unlösbare innenpolitische Spannungen neutralisieren kann, indem man die außenpolitische Lage aufbauscht", warnt zum Beispiel der Schweizer Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Jürg Willi vor der Dreierkiste.

Verteile ich meine Zuneigung zu gleichen Teilen?

Für die drei Leipziger ist der ganze theoretische Überbau unwichtig. Konfrontiert mit der "Warnung" des Psychologen gackern alle drei ganz fürchterlich los. "Bei uns hat sich niemand gegen wen verbündet, zudem waren wir ja alle zunächst Single und sind gleichzeitig aufeinander zugegangen", stellt Manfred klar. Aber in der Tat haben sie häufig über den Punkt geredet, wie sie eine Bevorzugung zu ungunsten des Anderen verhindern können. "Das war die größte Sorge unter uns. Verteile ich meine Zuneigung zu gleichen Teilen? Vernachlässige ich niemanden? Das war manchmal sogar etwas stressig, weil man, wenn man den einen abknutschte, gleich darauf achtete, wie der andere reagiert." Aber je sicherer sie sich ihrer Gefühle füreinander wurden, desto lockerer konnten sie mit Nähe und Berührungen im Alltag umgehen.

Kai war der derjenige, der sich zunächst emotional am weitesten aus dem Fenster gehangen hatte, als die Sympathie wuchs und plötzlich Verliebtheit zu spüren war. Manfred empfand das zwar auch, war jedoch etwas unsicher. Und Karl kam sich plötzlich zu alt vor in dieser Konstellation, er ließ seinen Gefühlen erst zögerlich ihren Lauf. Alles, was er bislang kannte, das waren Zweierkisten, und der Altersunterschied war nie so groß.

Er hat sich aber dann immer öfter bei dem Gedanken ertappt, wie es denn wäre, wenn beide in seine große leere Wohnung zögen, wie schön es wäre, beide täglich bei sich zu haben. "Ich hatte immer schon Kommunen oder Wohngemeinschaften und die Menschen darin bewundert", gibt Karl zu. Auch die Berichte aus Westberlin aus den Siebzigern über die Versuche, in Kommunen und besetzten Häusern gemeinschaftlich zu leben, faszinierten ihn. Und das Miteinander von Manfred, Kai und ihm weckte alte Erinnerungen. "Wir kannten uns sechs Monate, da habe ich sie einfach mal gefragt, ob es eine Option für sie wäre, zusammen zu ziehen."

Gemeinsames Probewohnen zu dritt


Die DVD "Three - Drei sind keiner zuviel" ist im vergangenen Jahr mit deutschen Untertiteln bei cmv-Laservision erschienen

Kai war schnell Feuer und Flamme, nicht nur, weil seine eigene Bude Schrott war. "Ich freute mich auch darüber, dass Karl, der immer etwas skeptisch war, sich auf einmal so öffnete." Manfred schlug erst einmal ein Probewohnen vor, damit man sich einfach mal das Zusammenleben herantasten könne. Sollte es wider Erwarten nicht klappen, hätte man das Experiment jederzeit beenden können.

Ein Dreivierteljahr nach dem Berliner Ausflug rollten also mehrere Koffer und Kisten über das Kopfsteinpflaster hin zu Karls Wohnung, der zur Begrüßung eine dicke Kirschtorte gebacken hatte. Jeder bezog sein eigenes Zimmer, das provisorisch eingerichtet wurde, aber eigentlich spielte sich das Leben gemeinsam im Wohnzimmer und in der Wohnküche ab. Geschlafen wurde gemeinsam in Karls großem Bett. "Das war wie Flitterwochen", grinst Kai. Es wurde nach Möglichkeit zusammen gefrühstückt und gekocht, was wegen Manfreds Schichtarbeit aber nicht immer möglich war. Die Abende verbrachte man gemeinsam, meist daheim, mit nächtelangen Diskussionen am Küchentisch oder einfach faulem Abhängen vor der Glotze. Es waren zwei Wochen Ausnahmezustand.

An deren Ende stand der Entschluss, dauerhaft zusammen zu ziehen. "Wir spürten, dass unsere gegenseitige Liebe wuchs, unser Beisammensein war harmonisch, jetzt wollten wir dieses Besondere und Neue in unseren Alltag einbauen", erklärt Manfred. Zum Alltag gehörte, dass jeder sein eigenes Zimmer einrichtete und sich dort auch ein Bett hinstellte. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen, wenn ihm danach ist. Auch wenn derzeit alle eher den Wunsch hatten, so viel Zeit wie möglich gemeinsam zu verbringen. "Es war eine sinnvolle Entscheidung", weiß Kai heute. "Du musst irgendwann auch mal die Tür zumachen können. Und natürlich gab es irgendwann auch die Phasen, wo man sich auf den Wecker und aus dem Weg ging."

Streit ums Stehpinkeln und das liebe Geld

Streitpunkte? Die üblichen, wie sie in einer WG vorkommen: Der eine futtert den Kühlschrank leer, und sorgt nicht für Nachschub. Der andere pinkelt gern im Stehen, ohne den Sitzdeckel hochzuklappen. Der nächste dreht gern die Stones auf, während die anderen noch versuchen, zu schlafen. Halt der ganze organisatorische Kram, der zwischen Schlampentum und Pingeligkeit zu regeln ist. "Und gerade Karl hatte zwar am meisten WG-Romantik von uns im Kopf, musste sich aber am ehesten an den Umstand gewöhnen, dass er sein Reich mit uns teilt", beschwert sich Manfred grinsend. "Ich bin Lehrer, die sind nun mal schrullig", grinst Karl zurück.

Ein Problem waren tatsächlich die ungleichen Gehaltsniveaus. Während Karl und Manfred beide über recht viel Geld verfügen, konnte Kai mit seinem Verkäufer-Gehalt nicht recht mithalten, was ihn frustrierte: "Mein Beitrag in die gemeinsame Kasse war nicht sehr hoch, und gemeinsame Urlaube oder Ausflüge mussten beide immer für mich mitbezahlen." Auch Geschenke zu Weihnachten oder zum Geburtstag konnten nicht so groß ausfallen. Die gegenseitigen Geschenke haben sie daraufhin aufgegeben und dafür lieber eine gemeinsame Urlaubskasse eingerichtet, in die jeder prozentual seines Gehaltes monatlich einzahlt. "Aber all das sind Probleme, die gibt es in jeder Zweierbeziehung auch", sagt Manfred. "Wir haben sie ja auch gelöst, und an unserer emotionalen Verbundenheit zu dritt hat all das nie gekratzt", pflichtet Karl bei.

Andere Männer sind für die drei tabu. "Wir haben uns in langen Diskussionen auf eine monogame Dreierbeziehung verständigt", berichtet Kai. "Wir haben erkannt, dass wir aufeinander Rücksicht nehmen müssen", pflichtet Karl bei. "Eine Partnerschaft zu dritt erfordert nun mal mehr Aufmerksamkeit und Beziehungsarbeit. Ein achtloser Seitensprung hätte bei uns größere Auswirkungen als in einer Zweierkiste." Hypothetische Probleme, denen die drei aber von vornherein aus dem Weg gehen wollten.

Seit vier Jahren leben die drei nun zusammen, bestaunt und manchmal auch beneidet von ihrem Freundeskreis, sie selbst waren alle etwas skeptisch, ob das Zusammenleben zu dritt funktionieren würde, auch wenn das zu Anfang keiner zugegeben hätte. "Das Schöne ist, dass wir uns nach all dieser Zeit immer noch so viel zu sagen und zu erzählen haben, wie zu Anfang. Wir sind ein richtiger Debattierclub", freut sich Karl. "Und ich kann mir Sex zu zweit fast schon gar nicht mehr vorstellen", grinst Kai.

Wöchentliche Umfrage

» Die Dreierbeziehung - Etwas für Dich?
    Ergebnis der Umfrage vom 27.6.2011 bis 04.7.2011


#1 Lapushka
#2 daVinci6667
  • 26.06.2011, 16:24h

  • Wer kann denn was gegen so eine symphatische Menage à trois haben? Ich glaube, statistisch gesehen haben Dreierbeziehungen noch weniger bestand als "simple" Zweierkisten. Umso mehr freuts mich, wenn doch welche klappen!

    Was mich wundert, wenn sie sich Sex zu zweit gar nicht mehr vorstellen können, heißt das ja, dass immer alle 3 gleichzeitig geil werden und Sex wollen. Wie organisieren sie das?? Neid :))
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#3 Major TomAnonym
  • 26.06.2011, 16:57h
  • Die betreuenden Psychologen der sowjetischen Raumfahrt stellten schon sehr früh fest, dass die 3er-Konstellation stabiler, harmonischer und erfolgreicher ist.

    Noch heute berichten Uropas der Raumfahrt von Geborgenheits- und Glücksgefühlen, die sie so seither nicht mehr erlebt haben. Dieses Aufenthalte dauerten alle länger als 3 Monate.

    »Alle Voraussetzungen für einen Mord sind erfüllt, wenn man zwei Männer in eine sieben Meter lange Kabine sperrt und dort für zwei Monate allein lässt«, formulierte der russische Kosmonaut Walerij Rjumin das Problem schon 1980 in seinem Bordtagebuch auf der Saljut-Station.

    Zur Verbesserung des Bordklimas haben russische Raumfahrtspezialisten bereits damals ein ausgeklügeltes Betreuungsprogramm für ihre Weltraumpioniere zusammengestellt. Vor dem Abflug mussten sich die Crews im Rahmen eines Überlebenstrainings mehrere Tage lang allein durch die einsame Taiga kämpfen und einige Zeit zurückgezogen in einer Nachbildung der Raumstation hausen, damit sie auf die Isolation im All eingestimmt waren. Während der Mission hörte ein Psychologenteam sämtliche Funkgespräche der Kosmonauten ab und erlaubte ihnen, Sonderpausen einzulegen oder Extratelefonate mit der Familie zu führen, wenn sie angespannt klangen."

    "Ob in reinen Männercrews oder in gemischten Teams – um auf engstem Raum dauerhaft miteinander auszukommen, benötigen die Besatzungsmitglieder vor allem »eine Menge Toleranz und Offenheit für alles Mögliche«. »Die Marsfahrer sollten außerdem mindestens zwei oder drei Jahre miteinander auf der Erde verbracht haben, damit sie ihre Revierkämpfe bereits vor dem Start erledigt haben und geübt sind, aufkeimenden Ärger gemeinsam zu meistern«
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#4 herve64Profil
  • 26.06.2011, 17:47hMünchen
  • Auch wenn es mit Sicherheit Leute geben wird, die diese Form der Beziehung ablehnen: eine derartige Konstellation ist sehr interessant und außergewöhnlich. Würde mich persönlich auch reizen.
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#5 Geert.Anonym
  • 26.06.2011, 18:10h
  • Wann kommen die ersten schwulenpolitischen Forderungen nach der Öffnung der Ehe für Dreierbeziehungen?
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#6 jojoAnonym
#7 666Anonym
#8 gatopardo
  • 26.06.2011, 19:36h
  • Oh ja, eine Dreierbeziehung wollte ich mein ganzes Leben und war mitunter auch in zwei Männer gleichzeitig verliebt. Aber dann hatten beide sich zu meiner Enttäuschung gegenseitig überhaupt nichts zu sagen, geschweige denn miteinander zu schlafen. Ich wünsche diesen sympathischen Leipzigern noch viel Ausdauer in ihrem so gar nicht konventionellen Glück und würde es begrüssen, wenn es mehr solcher Beziehungen unter jungen Schwulen gäbe.
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#9 jojoAnonym
#10 4erAnonym