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Von Dirk Jung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfahl bisher, nur einen geringen Anteil an Proteinen mit der Nahrung zu sich zu nehmen. Der neuseeländische Insektenforscher David Raubenheimer und sein britischer Kollege Stephen Simpson raten nun das Gegenteil: sie fanden durch Forschung an Heuschrecken einen "Protein-Hebel" (Journal of Experimental Biology, Ed. 206, 1669-1681).

Anfang der neunziger Jahre untersuchten sie bei Heuschrecken die Ernährungsregulation. Nahmen die Kleintiere Nahrung mit geringem Proteingehalt auf, so fraßen sie immer weiter, bis sie ihren Bedarf gedeckt hatten. Nun schlossen die Forscher hiervon auf den Homo sapiens: verzehrt man fett- und kohlenhydratreiche Nahrung, so stellt sich erst ein Sättigungsgefühl ein, wenn der menschliche Proteinbedarf abgedeckt ist.

In 100 Gramm einer ausgewogenen Mahlzeit, so erläutert Raubenheimer, sind 14 Gramm Protein und 60 Gramm Kohlenhydrate und Fette. Befänden sich nur 7 Gramm Protein in dieser Mahlzeit, nehme man weitere 60 Gramm Kohlenhydrate und Fette zu sich, um seinen Appetit zu stillen, so die Forscher. Bei einer ausgewogenen Mahlzeit ist nicht der Kohlenhydrat- und Fettgehalt entscheidend, ob man an Gewicht zulegt. Es scheint das Eiweiß zu sein, das bestimmt, wieviel wir essen.

Aber nicht nur die Menge der Proteine ist ausschlaggebend, sondern auch die Qualität. So sollte viel "mageres" Protein eingenommen werden, wie etwa Fleisch mit geringem Fettanteil oder auch Soja. Wichtig ist zudem die Ausgewogenheit von Kohlenhydraten und Eiweiß. Während erstere eine ermüdenden Nebenwirkung haben, gleicht diese die Eiweißzunahme wieder aus. Eine Kombination von Reis mit Bohnen ist in Mexiko oder Brasilien üblich, hierzulande sind es Kartoffeln mit Quark - bereits ohne weitere Zutaten eine ausgewogene Mahlzeit.

Wird zuviel Eiweiß aufgenommen, scheiden die Nieren es wieder aus. Zur Unterstützung der Nierenfunktion sollte man Getränke mit Zitrone zu sich nehmen. Oder auch Zitrone auf Fisch oder Fleisch träufeln - das Vitamin C hilft, Eiweiß zu verdauen, so dass die Aminosäuren an ihrem Bestimmungsort, der Zelle, ankommen. Tierische Eiweiße sind wertvoller als pflanzliche. Ein Tipp für Vegetarier: viele Hülsenfrüchte in Kombination mit Getreide und Milch. Die absoluten Fat-Burner sind im übrigen Krusten- und Schalentiere. Sie versorgen uns mit viel Eiweiß, enthaltn wenig Fett und haben - praktischer Nebeneffekt - die Wirkung eines Aphrodisiakums.

Die Heuschrecken selbst haben übrigens kein Problem mit Übergewicht. Im Unterschied zum Menschen sind sie in der Lage, ihre Stoffwechselrate bei Bedarf zu erhöhen, ohne sich bewegen zu müssen.

5. August 2004, 18:15



#1 JannyAnonym
  • 06.08.2004, 13:49h
  • Wie proteinreich ist denn das Eiweiß, das ich aus meinem betrunkenen Hetero-Freund melke?
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#2 DeeJayAnonym
  • 08.08.2004, 02:29h
  • Wenn sich Viren in den Eiweißcocktail Deines Hetero-Freundes gemischt haben, dann wird es Dich recht bald nicht mehr interessieren, wieviele Proteine Du da abgezapft hast.
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#3 JürgenAnonym
#4 No SportsAnonym
  • 14.06.2005, 16:27h
  • Da steht: "Die Heuschrecken selbst haben übrigens kein Problem mit Übergewicht. Im Unterschied zum Menschen sind sie in der Lage, ihre Stoffwechselrate bei Bedarf zu erhöhen, ohne sich bewegen zu müssen."
    Ist es nicht beachtlich, dass man seine Gehirnzellen schon arg strapazieren muss, wenn man mal nachdenkt und sich versucht, daran zu erinnern, wann man zuletzt ein übergewichtiges Tier in freier Wildbahn gesehen hat? Irgendwas macht der Mensch falsch...
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