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Rita Süssmuth gilt als eine der engagiertesten CDU-Politikerinnen der letzten Jahrzehnte (Bild: Wiki Commons / Heinrich-Böll-Stiftung / CC-BY-SA-2.0)

Die Lesben und Schwulen in der Union zeichnen die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth wegen ihres Einsatzes gegen Aids und für Toleranz mit dem LSU-Ehrenpreis aus.

Süssmuth habe sich als Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit in den achtziger Jahren "in besonderer Weise dafür stark gemacht, im Umgang mit der schlagartig vermehrt auftretenden Immunschwächekrankheit AIDS auf Diskriminierung jeder Form zu verzichten", erklärte der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt. "Durch ihr persönliches Engagement – trotz großer Widerstände und Vorbehalte auch im eigenen politischen Lager – ist es ihr früh gelungen, grundlegendes für die HIV/AIDS-Aufklärung in Deutschland zu tun", so Vogt weiter.

Von 1985 bis 1988 war Süssmuth Ministerin im Kabinett von Helmut Kohl, danach bis 1998 Bundestagspräsidentin. Sie galt während der Aids-Krise als Gegenspielerin des CSU-Politikers Peter Gauweiler, der die Grundrechte von Erkrankten nach dem Bundesseuchengesetz einschränken wollte.

Süssmuth setzt sich gegen ihre Partei für die Gleichstellung ein

Für ihren Einsatz erhielt sie bereits 2004 die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW – bei einer Laudatio wurde sie für ihren Einsatz mit der Schauspielerin Elizabeth Taylor verglichen, die sich in den USA für HIV-Positive sowie Schwule und Lesben eingesetzt hatte. Damals setzte sich sich bei der Verleihung sogar für eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht ein – eine Forderung, die in ihrer Partei noch heute mit großen Gesten abgelehnt wird. Die Gleichstellung im Adoptionsrecht stand damals selbst für die Lesben und Schwulen in der Union noch nicht auf der Tagesordnung: So sprach sich 2005 der damalige LSU-Chef im queer.de-Interview noch dagegen aus.

Die Preisverleihung findet im Rahmen des Parlamentarischen Sommerempfangs der LSU am 30. Juni 2011 ab 19 Uhr in der Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin-Tiergarten statt. Die Laudatio hält die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). (dk)



#1 Geert
  • 29.06.2011, 12:04h
  • Wunderbar! Prima! Die Frau hat den Preis verdient!
    Wie keine andere war sie gerade in den schwierigen Anfangszeiten von Aids die Frau, die sich schützend vor die Schwulen und Aidskranken gestellt hat - damals, als die Bevölkerung noch nicht so aufgeklärt und offen war wie heute.
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#2 nachdenkenProfil
  • 29.06.2011, 12:18hBerlin
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Eine Frau, die über Jahre ihrer Linie treu blieb und sich oft auch gegen Parteiinterne Gegner zur Wehr setzen musste. Mit Sicherheit hat sie mehr für die Betroffenen erreicht, als so mancher ideologisch geprägter Aktivist mit Weltverbesserungsanspruch. Danke Frau Süssmuth !!
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 29.06.2011, 12:22h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Na, schön den Ball flach halten. Rita kann man gut in Relation zu ihren Parteikollegen setzen, die damals Quarantäne-Haft für HIV-betroffene forderten. Mehr aber nicht. Viel Wert ist der "Preis" ohnehin nicht. Denn was soll man schon von einer Ehrung halten, die von autoaggressiven Pseudo-Schwulen wie diesem untergeordneten CDU-Grüppchen verliehen wird? Nix!
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#4 linksliberal
  • 29.06.2011, 12:51h
  • Antwort auf #3 von reiserobby
  • Naja, damals, zu Zeiten der AIDS-Hysterie war sie eine der wenigen der großen Parteien (SPD/Union, aber auch in der FDP!), die sich vehement für die Rechte von HIV-Infizierten UND Schwulen einsetzte (denn es ging ja um beide Gruppen damals!). Dafür verdient sie großen Respekt, Deutschland und die damaligen Betroffenen haben ihr einiges zu verdanken.
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#5 jochenProfil
  • 29.06.2011, 15:09hmünchen
  • Absolut verdient!

    Rita Süssmuth war eine sehr wichtige treibende Kraft, in einer Zeit der Unsicherheit wie man mit AIDS-Kranken und HIV-Positiven umgehen soll. Sie hatte gekämpft gegen starke Strömungen in der Politik von Hysterie, diskutierter Ausgrenzung, diskutierten Zwangstests.

    Mit grossem Einsatz , unpathetisch , intelligent und GUTEM WILLEN konnte sie (und mit Hilfe Anderer) das Ruder rumreissen für Aufklärung und Prävention statt Restriktion .
    Im Nachhinein weiss man heute, dass Rita Süssmuths Strategie die bessere war.
    Überall auf der Welt wo AIDS tabuisiert wird , und es keine Aufklärung gibt, kann sich AIDS viel besser ausbreiten.

    Wäre interessant mal zu überlegen , was wäre wenn heute in Europa AIDS als neue "Schwulen"-Krankheit ausbrechen würde. In einer Zeit ,und einem gesellschaftlichem Klima , das heute schon sogar das Rauchen von Seiten der Politik immer neueren Restriktionen ausgesetzt ist . (Rauchverbote sogar unter freiem Himmel, Rauchverbote sogar in abgetrennten Raucherräumen ..usw..) Wenn der oberste EU-Gesundheitskommissar John Dalli von seiner Vorstellung eines rauchfreien Europas schwärmt, und anordnet Schauprozesse gegen Rauchverbotsverstösse zu initiieren und eine Raucherpolizei einzuführen, Aschenbecherverboten...usw..

    www.bild.de/BILD/politik/2010/10/11/eu-plant-angriff-auf-rau
    cher/schaerfere-gesetze-einheitliche-verpackungen-weniger-ni
    kotin.html
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#6 bastapapsta
  • 29.06.2011, 15:10h
  • Antwort auf #3 von reiserobby
  • 1. Was Frau Süssmuth betrifft, so muss ich dir widersprechen, sie hat und setzt sich auch heute noch für Schwule und Menschen mit HIV und ihre Bedürfnisse ein, auch, wenn sie CDU Politikerin ist und ich mit der kapitalistischen Unterdrücker-Politik nicht übereinstimme. Frau Süssmuth hat eine tolerantere Meinung als der restliche Mob der CDU. Dafür ist ihr zu danken.

    2. "Viel Wert ist der "Preis" ohnehin nicht. Denn was soll man schon von einer Ehrung halten, die von autoaggressiven Pseudo-Schwulen wie diesem untergeordneten CDU-Grüppchen verliehen wird? Nix!"

    In dem Punkt kann ich dir allerdings voll und ganz zustimmen.
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 FloAnonym
  • 29.06.2011, 19:26h
  • Rita Süssmuth ist tatsächlich eine von einer Handvoll halbwegs liberaler Unionspolitiker. Nur ist ihre Meinung leider für die Union bedeutungslos.
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#9 chrisProfil
  • 29.06.2011, 19:57h Dortmund

  • Diese Frau hat bei mir schon immer große Fragen aufgeworfen. Wenn man sie in Interviews hört und dazu die Angabe CDU kommt fragt man sich erst, ob sich da jemand verschrieben hat. Rita Süssmuth strahlt etwas aus, was man benötigt wenn man Bundestagspräsidentin oder auch Bundespräsidentin sein will. Im letzteren Amt wäre mir diese Frau auch bei Weitem lieber als der amtierende Hansel da. Auch wenn ich ihre Partei massivst ablehne aber diese Frau hat Integrität.
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#10 SchokiAnonym
  • 30.06.2011, 14:15h

  • Kann mir mal bitte jemand erklären, wie es dazu kommen konnte, dass eine so kompetente und gute Frau in dieser Fascho-Partei gelandet ist?! :p
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