Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14548

Was ist eigentlich eine Provokation? Wenn der Papst Homosexualität als "moralisch nicht richtig" bezeichnet und Partnerschaften von Schwulen und Lesben als "subversiven Anschlag auf die Schöpfung" verdammt, der Kinder "bestraft" und die Familie "schwächt"? Oder wenn am Bezirksrathaus von Berlin-Lichtenberg eine kleine Regenbogenfahne weht, während Benedikt XVI. einen großen Auftritt im Deutschen Bundestag hat?



Nun, in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Berlin-Lichtenberg hat sich eine groß-grüne Koalition aus SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen bekanntlich für das Letztere entschieden und den mehr als kreativen Beflaggungs-Antrag der Linken abgelehnt (queer.de berichtete). Wer hätte gedacht, dass die Regenbogenfahne als friedliches Zeichen von Demokratie, Toleranz und Vielfalt die Lokalpolitiker mehr erregen kann als Hass-Predigten aus dem Vatikan.

In einer Pressemitteilung vom Dienstag legen die Bezirks-Sozis nun noch einmal nach. Seine Partei habe Lichtenberg vor einer "peinlichen Beschlussfassung bewahrt", rühmt sich SPD-Fraktionschef Manfred Becker und argumentiert ausgerechnet mit der "dem Staat gebotenen Neutralität in Religions- und Weltanschauungsangelegenheiten":

Dass die Linke den provozierenden Charakter eines solchen Antrags nicht zu erkennen vermag, zeugt von bemerkenswerter politischer Verblendung, die offenbar auch nach ihrer Abstimmungsniederlage anhält. Wieder einmal erweist sich, dass die Linke nicht in der Lage ist, zwischen Gesellschaft und Staat, zwischen Partei und Staat zu unterscheiden und zwischen dem, was den Akteuren der Gesellschaft, also z.B. den Parteien, erlaubt ist und auch gängige Praxis ist, dem Staat Bundesrepublik Deutschland, hier in Gestalt des Bezirks Lichtenberg, nach seinem Selbstverständnis aber nicht zusteht.

Ob sich der Lichtenberger SPD-Fraktionschef mit derselben holprigen Argumentation auch zur Papst-Rede im Deutschen Bundestag äußern wird? Nun ja, vielleicht kann der geschätzte Genosse Rolf Schwanitz (queer.de berichtete) den Bezirksverordneten Becker einmal aufklären, was tatsächlich mit der Pflicht des Staates zur religiösen Neutralität gemeint ist...

(Provokatives Foto oben: bastique / flickr / cc by-sa 2.0)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 chrisProfil
  • 29.06.2011, 14:40hDortmund
  • Finde die inkorrekten Wörter und streiche sie:

    Einigkeit und Recht und Freiheit
    für das deutsche Vaterland!
    Danach lasst uns alle streben
    brüderlich mit Herz und Hand!
    Einigkeit und Recht und Freiheit
    sind des Glückes Unterpfand
    Blüh im Glanze dieses Glückes,
    blühe, deutsches Vaterland!

    Na, wo sind die Fehler?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 CarstenFfm
  • 29.06.2011, 14:46h
  • Na und.
    Der Papst kommt eh nicht nach Lichtenberg.

    Und darauf, dass die Linke unsere Fahne nutzen will, um sich selbst zu profilieren, kann ich gut verzichten.

  • Antworten » | Direktlink »
#3 lichtenzwergAnonym
  • 29.06.2011, 14:53h
  • Der Becker klingt irgendwie wie der Stephan, kurz nach seinem PDS-Austritt.

    "Die Schluck-Schwierigkeiten der Hauptstadt-Sozialistinnen und -Sozialisten mit der WASG zeigen eindrücklich, welche Schmierenkomödie unter dem Label Parteifusion zur Linkspartei gerade aufgeführt wird. “Die Linke” nicht nur bieder und pragmatisch.

    Die Berlinerinnen und Berliner haben einen Anspruch darauf, zu erfahren, wofür ihre Regierungsparteien genau stehen - egal, ob sie sie gewählt haben oder nicht. Wer dieses Maß an programmatischer Klarheit und Transparenz nicht bieten kann, sollte konsequenterweise nicht am Senatstisch sitzen. Vielleicht der beste weg für die fusionierte Linkspartei."

    www.green-berlin.de/andre-stephan/berliner-ensemble/da-geht-
    wasg/


    Schluckschwierigkeiten:

    www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,771339,00.html

    Was ist da los in Lichtenberg ?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stromboliProfil
  • 29.06.2011, 14:55hberlin
  • flaggt lichtenberg , flaggt berlin , der bund zum staatsbesuch?
    Wird wenigstens da die ""dem Staat gebotenen Neutralität in Religions- und Weltanschauungsangelegenheiten" rechnung getragen???
  • Antworten » | Direktlink »
#5 der gärtnerAnonym
#6 denSesselfurzernAnonym
  • 29.06.2011, 15:29h
  • Bald Erinnerung aus Lichtenbergs Schreckenstagen

    Wir Bürgermeister und Senat,
    Wir haben folgendes Mandat
    Stadtväterlichst an alle Klassen
    Der treuen Bürgerschaft erlassen.
    Ausländer, Fremde, sind es meist,
    Die unter uns gesät den Geist
    Der Rebellion. Dergleichen Sünder,
    Gottlob! sind selten Landeskinder.

    Auch Gottesleugner sind es meist;
    Wer sich von seinem Gotte reißt,
    Wird endlich auch abtrünnig werden
    Von seinen irdischen Behörden.

    Der Obrigkeit gehorchen, ist
    Die erste Pflicht für Jud und Christ.
    Es schließe jeder seine Bude
    Sobald es dunkelt, Christ und Jude.

    Wo ihrer drei beisammen stehn,
    Da soll man auseinander gehn.
    Des Nachts soll niemand auf den Gassen
    Sich ohne Leuchte sehen lassen.

    Es liefre seine Waffen aus
    Ein jeder in dem Gildenhaus;
    Auch Munition von jeder Sorte
    Wird deponiert am selben Orte.

    Wer auf der Straße räsoniert,
    Wird unverzüglich füsiliert;
    Das Räsonieren durch Gebärden
    Soll gleichfalls hart bestrafet werden.

    Vertrauet Eurem Magistrat,
    Der fromm und liebend schützt den Staat
    Durch huldreich hochwohlweises Walten;
    Euch ziemt es, stets das Maul zu halten.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.06.2011, 15:52h
  • Mir ist die Regenbogenflagge sowieso lieber als die Europaflagge. Wär übrigens revolutionär gewesen, wenn die Regenbogenflagge beim Staatsempfang des chinesischen Diktators zusammen mit der von Deutschland und China geweht hätte!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 alexander
  • 29.06.2011, 17:45h
  • Antwort auf #4 von stromboli
  • immerhin wurden von berliner katholen 150 fahnen mit benedettos logo bestellt, die heute am 29.06. gehisst werden, anlässlich des papstbesuches im september !
    auch an der hedwigskirche wedelt eine solche, speziell zum 60. bühnenjubiläum (priesterweihe) von ratze (und brüderlein) !
  • Antworten » | Direktlink »
#9 stromboliProfil
  • 29.06.2011, 18:56hberlin
  • Antwort auf #1 von chris
  • ich bevorzuge diese früheren versionen:
    "Bundeskanzler Konrad Adenauer empfand es als peinlich, dass zum Beispiel bei einem deutsch-belgischen Fußballspiel in Köln nach der belgischen Hymne der Karnevalsschlager „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ gespielt wurde; er selbst war bei einem Staatsbesuch in Chicago mit „Heidewitzka, Herr Kapitän“ empfangen worden...wikiped.

    da ist der pomp raus und jeder kennt den text!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 FloAnonym
  • 29.06.2011, 19:28h
  • Wobei auch die Linkspartei bei der unsäglichen Rede des Hasspredigers anwesend sein will.

    Irgendwelche Flaggen aufhängen ist das eine, aber ein wirkliches Zeichen wäre ein geschlossener Boykott der Papstrede!!
  • Antworten » | Direktlink »