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Viele Sextoys enthalten hohe Mengen an so genannten Weichmachern. Diese können Krebs auslösen, den Hormonhaushalt stören sowie zu Unfruchtbarkeit, Diabetes und Übergewicht führen (Bild: Chrysaora / flickr / by-sa 2.0)

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sieht keinen Handlungsbedarf, um auf Gesundheitsgefahren beim Gebrauch von Dildos und anderen Sex-Spielsachen aufmerksam zu machen und dagegen vorzugehen. Dies geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Volker Beck hervor.

Nach dem queer.de-Bericht Wenn Dildos krankmachen vom Dezember letzten Jahres hatte der Grünen-Politiker Alarm geschlagen: "Viele Dildos und andere Sexspielzeuge wie Vibratoren und Analplugs enthalten hohe Mengen an Phthalaten, andere krebserregende Weichmacher und weitere giftige Stoffe", heißt es in seiner Kleinen Anfrage (queer.de berichtete). Diese Substanzen stünden auch im Verdacht, den Hormonhaushalt des Menschen zu stören oder zu Unfruchtbarkeit, Diabetes und Übergewicht zu führen.

In seiner Antwort auf die Kleine Anfrage, die noch nicht als Bundestagsdrucksache online vorliegt, argumentierte Staatssekretär Gerd Müller (CSU) vor allem formal und verwendete ausschließlich die etwas schamhafte Bezeichnung "Erotikartikel". Diese erkannte Müller immerhin als "Bedarfsgegenstände im Sinne von § 2 Abs. 6 Nr. 6 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches" an. Und: Zum Schutz der Gesundheit sei es verboten, Bedarfsgegenstände für andere "so herzustellen und in den Verkehr zu bringen, dass sie geeignet sind, die Gesundheit durch ihre stoffliche Zusammensetzung zu schädigen".

Keine Nachweisgrenze für Schadstoffe in Sextoys


Staatssekretär Gerd Müller erklärt: Gesundheitsschädliche Erotikartikel sind verboten. Handeln will er jedoch nicht

Das war's dann aber auch schon. Dass gesundheitschädliche Sextoys dennoch im Handel sind, scheint den Staatssekretär nicht weiter zu interessieren. Repräsentative Untersuchungen zum Thema seien nicht verfügbar, schrieb Müller. Auch eine Nachweisgrenze könne nicht pauschal angegeben werden. Immerhin: Die Verwendung von Phthalaten und anderer gesundheitsschädlicher Stoffe sei nur noch für eine Übergangfrist erlaubt - nachdem Deutschland und andere EU-Staaten für sie ein Zulassungsverfahren vorgeschlagen hätten. Die Bundesregierung plane auch deshalb keine nationalen Maßnahmen, um die Verwendung von Schadstoffen in Sextoys zu beschränken.

Als erste Reaktion auf die Antwort des Staatssekretärs warf Beck der Bundesregierung vor, das Problem der gefährlichen Weichmacher zu ignorieren. "Verbraucherschutz ist auch bei der sexuellen Gesundheit unabdingbar", so der Grünen-Politiker. Mindestens 20 Prozent der erwachsenen Bundesbürger würden Sextoys nutzen. "Angesichts einer so hohen Zahl an gefährdeten Verbraucherinnen und Verbrauchern nützt es überhaupt nichts, wenn die Bundesregierung auf geplante Initiativen der EU verweist", sagte Beck gegenüber Spiegel Online.

Als ein Vorbild nannte der Grünen-Politiker das Nachbarland Dänemark: "Das dänische Umweltministerium hat bereits im vergangenen Jahr eine Warnung vor ungesundem Sexspielzeug herausgegeben. Benutzer von Vibratoren, künstlichen Vaginas und ähnlichen Gegenständen fordert es auf, vor der Nutzung Kondome überzuziehen und keine Modelle aus PVC zu kaufen." (cw)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 02.07.2011, 15:41h
  • Volker Beck ist mit seiner "Sextspielzeugoffensive" grandios gescheitert! Klar, daß sich die Regierung mit sowas nicht lange aufhält und der Meinung ist: Wofür gibt es Ökotest und Stiftung Warentest?
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#2 beobachter-2Anonym
  • 02.07.2011, 18:08h
  • Kundi, das Gesundheitsmännchen: "Nach dem Klo und vor dem Essen - Händewaschen nicht vergessen!" Worum soll sich die Bundesregierung eigentlich noch kümmern?

    Es gibt ungesunde Sexspielzeuge - wie wahr. Z.B. Dildos, die zu dick sind oder schmerzhaft hart. Es gibt viele Leute, die ziehen immer einen Kerl mit Schwanz einem Schwanz ohne Kerl vor. Ja, raufe sich die Industrie darob auch die Haare, es soll gar Leute geben, an denen beißen sich Beate Uhse & Co. die Zähne aus., die können bestens ganz ohne Attrappen.
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#3 DorothyAnonym
#4 micha271
  • 02.07.2011, 19:40h
  • Haben denn nicht Regierungsmitglieder bei ihrer Vereidigung geschworen, Schaden vom Volk abzuwenden?? Und gehören Benutzer von Sexspielzeug nicht auch zum Volk dazu??? ...
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#5 FloAnonym
  • 02.07.2011, 20:04h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Mit Deiner Argumentation dürfte es dann auch keine Grenzwerte für Kinderspielzeug geben.

    Aber:
    1. Nicht jedes Produkt wird überprüft.

    2. Selbst wenn ein Produkt irgendwann überprüft wird: was ist dann mit der Zeit dazwischen?

    3. Wer garantiert, dass ein gut getestetes Produkt auch gut bleibt?

    Als Kunde habe ich ein Recht, dass gekaufte Produkte, egal ob Nahrung, Kleidung, Kinderspielzeug, technische Geräte oder was auch immer sicher sind und nicht krank machen!!

    Insofern wäre das schon ein wichtiges Thema, denn Sextoys sind ein Bereich, der als einziger keiner Kontrolle unterliegt.

    Aber dass Union und FDP sich dafür nicht interessieren oder sogar gegen Verbraucherschutz sind, ist ja nichts neues.

    CDU, CSU und FDP zeigen jeden Tag und allen Bereichen immer wieder aufs Neue, dass sie unfähig sind! Die können einfach nicht regieren...
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#6 EnyyoAnonym
  • 02.07.2011, 21:03h
  • Warum sollte unsere "tolle" Regierung auch mal was richtig und im Sinne des Bürgers machen?

    Warum Vertreibern asiatischer Billigdildos die hohe Gewinnmarge schmälern, indem bessere Qualität bzw. Schadstoffnachweise zu erbringen wären?

    Jaja, Ilsebilse, keiner willse!
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#7 JohnnyAnonym
  • 02.07.2011, 21:31h
  • Die benutzt doch nicht wirklich jemand, das ist doch sowas wie Bielefeld oder wie Massenvernichtungswaffen-:
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#8 FranziAnonym
  • 02.07.2011, 23:11h
  • Als "Sexshopper" (Sexshopbetreiber) bin ich natürlich "entsetzt" darüber, das mit derartig "überzogenen" Meldungen eine ganze Branche in Verruf gebracht wird, und unsere Kunden somit total "verunsichert" werden !!

    Sextoys werden ausschließlich an Personen über 18 Jahre verkauft !! Jeder Dildo, und jedes andere Sexspielzeug verfügt über eine Produkt bzw. Materialbeschreibung auf der Verpackung !! Wer lesen kann, ist hier neben einer "fachkundigen" Beratung klar im Vorteil :-)

    Wenn Man(n) z.B. Produkte aus "Silikon" kauft, dann ist Man(n) damit auf jeden Fall auf der sicheren Seite, weil Silikon so ziemlich das "hautverträglichste" Material ist, das bei der Sextoy Produktion verwendet wird !! Nicht umsonst sind z.B. "Brustimplantate" aus Silikon !!

    Namhafte, deutsche Hersteller wie FUN FACTORY (Bremen) und MAE B (Beate Uhse) oder TOY JOY sind bereits seit einiger Zeit schon ÖKO-Test oder TÜV (Thüringen) geprüft (zertifiziert), und verwenden ausschließlich besonders hautverträgliches "Silikon" für ihre Toys !!

    Auch Produkte, die in den USA produziert werden (und das sind nicht wenige) unterliegen in der USA strengen "Qualitätsprüfungen" !! Also - ebenfalls unbedenklich !!

    Kritisch wirds "vielleicht" bei Produkten die in Asien produziert werden !! Hier gilt natürlich ebenfalls die "Kennzeichnungspflicht", damit diese Sextoys in Deutschland verkauft werden dürfen !!

    Dildos und anderes Sexspielzeug das richtig "übel" riecht, wenn Man(n) es aus der Verpackung nimmt, würde ich persönlich im Regal liegen lassen !! Der Geruch verliert sich oft auch nicht nach mehrmaligem reinigen !! :-( Auch besonders "softes" Material (soft-realistic) birgt sicher ein Risiko, das einige, chemische Substantzen verwendet wurden !! Ob diese nun krebserregend sind, oder zu Diabetes führen, kann ich auch als Sexshopbetreiber nicht beurteilen !!

    Leider ist es so, das der Trend bei Sextoys zu "billig" geht !! Quasi: "Ich hätte gerne - aber nicht so teuer!"

    Ein FUN FACTORY Toy das in Deutschland gefertigt wurde, und über das ÖKO Test Siegel verfügt. gibt es halt (leider) nicht für 19,95€ !!

    Ich kann nur die Empfehlung aussprechen, geht in den Sexshop eures Vertrauens und lasst euch "fachkundig" beraten !! :-)

    Ich bin mal wirklich gespannt ob Zigaretten, Kartoffelchips und Microwellen bald auch "komplett" aus den Regalen genommen werden, weil sie nachweislich krebserregend oder sonst wie gesundheitsschädlich sind !?
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#9 Le020mal6Anonym
  • 03.07.2011, 13:38h
  • Antwort auf #8 von Franzi
  • “geht in den Sexshop eures Vertrauens und lasst euch "fachkundig" beraten”

    Hmmm, fachkundig beraten lassen mag ich sehr und lasse ich auch regelmäßig machen Franzi. Fachkundig sind aber nicht immer alle dort. Kommt drauf an, wen Mann erwischt. Mann muss Glück haben.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil