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Verhinderte die Diakonatsweihe eines homofreundlichen Katholiken aus Sankt Augustin: Berlins neuer Erzbischof Rainer Maria Woelki

Er soll dem Opus Dei nahestehen und verweigerte einem homofreundlichen Katholiken das Diakonat. Der LSVD lädt Rainer Maria Woelki dennoch zum Gespräch ein.

Von Carsten Weidemann

Spätestens seit den geplanten Protesten gegen den Papstbesuch herrscht in Berlin Funkstille zwischen der katholischen Kirche und ihren schwul-lesbischen Schäfchen. Dass sich daran auch dann nichts ändern wird, wenn die Demo vorbei und Benedikt XVI. längst wieder zurück im Vatikan ist, lässt die Ernennung von Rainer Maria Woelki zum neuen Erzbischof von Berlin vermuten.

Woelki gilt als extrem konservativer Geistlicher. Der 54-jährige ehemalige Kölner Weihbischof promovierte an der Römischen Universität vom Heiligen Kreuz, die zur fundamentalistischen Laienorganisation Opus Dei gehört. Als sein Motto gibt Woelki aus, "ein ganz entschiedenes Christentum" zu leben. Mehrere Jahre arbeitete er als Sekretär von Joachim Kardinal Meisner.

Mit dem Kölner Erzbischof teilt Woelke offensichtlich den Hass auf Homosexuelle: Wie der "Spiegel" im April meldete, hat Woelki in Sankt Augustin die Diakonatsweihe des Katholiken Georg Schwikart verhindert, weil der vor acht Jahren den ketzerischen Satz "Es gibt auch Männer, die Männer lieben" in einem Aufklärungsbuch veröffentlicht hatte. Woelkis Begründung: "Das verstößt aber gegen die Schöpfungsordnung."

Rainer Maria Woelki war am Samstag überaschend vom Papst als Nachfolger für den verstorbenen Kardinal Georg Sterzinsky bestimmt worden, der das Bistum Berlin fast 22 Jahre geleitet hat. Da die katholische Spitzenposition in der Hauptstadt traditionell mit dem Kardinalstitel verbunden ist, bedeutet die Berufung für den 54-Jährigen einen doppelten Aufstieg in der kirchlichen Hierarchie.

LSVD sorgt sich – und bietet Gespräch an

"Die Katholische Kirche ist schlecht beraten, jemanden in die Hauptstadt zu schicken, der offenbar ein Problem mit Homosexuellen hat", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs dem Tagesspiegel. Auch die Schwusos bezeichneten die Ernennung Woelkis als negatives Signal: "Das wird den Dialog mit der katholischen Kirche erschweren", so der Schwuso-Vorsitzende Ansgar Dittmar. Der kirchenpolitische Sprecher der Grünen, Josef Winkler, erklärte, es werde sich unter anderem am Umgang mit dem Thema Homosexualität entscheiden, ob Woelki als Bischof in der Hauptstadt bestehen könne. "Die reine Ablehnung von Homosexualität als verdammungswürdig ist sicher nicht der richtige Umgang", so Winkler.

"Die laut Medienberichten vorhandene Nähe des neuen Erzbischofs zu Opus Dei und die damit verbundene Wertehaltung bereitet uns große Sorge", kommentierte der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) die Ernennung Woelkis in einer Pressemitteilung. "Umso mehr ist es notwendig, dass zwischen Rainer Maria Woelki und dem Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg zeitnah ein Gespräch stattfindet", erklärte LSVD-Geschäftsführer Jörg Steinert. Die Handlungspraxis des Erzbistums habe Einfluss auf das Leben vieler Menschen, darunter auch zahlreiche Lesben, Schwule und Transgender.

Für den LSVD sind die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Umgang mit den Themen Sexualität, Homosexualität und Geschlechterrollen "schon viel weiter als die Katholische Kirche". Jörg Steinert: "Auch viele Gläubige halten die Geschlechter- und Sexualpolitik der eigenen Amtskirche für menschenfeindlich. Nun ist es am Berliner Erzbistum, die eigene Handlungspraxis zu überdenken". Am zukünftigen Umgang mit dem Thema Homosexualität werde "sich zeigen, wie menschenfreundlich Rainer Maria Woelki als Erzbischof sein will und ob er sich mit kritischen Fragen zur Politik der Katholischen Kirche ernsthaft auseinandersetzt".

ergämzt um 21:55 Uhr



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 HannibalEhemaliges Profil
#2 BryanAnonym
  • 03.07.2011, 15:15h
  • An alle die noch Mitglied dieser menschenfeindlichen Sekte sind: RAUS AUS DEM LADEN!!!
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#3 andrea nahlesAnonym
  • 03.07.2011, 15:32h
  • Wahl und Ernennung des Erzbischofs von Berlin sind durch das Preußische Konkordat von 1929 geregelt. Demnach stellt das Berliner Domkapitel eine Kandidatenliste auf, die dem Vatikan vorgelegt wird. Der Heilige Stuhl wählt drei Namen aus. Daraus bestimmt das Domkapitel einen Bewerber. Nach der Entscheidung der sieben Geistlichen wird der Name dem Regierenden Bürgermeister zur Bestätigung vorgelegt. Gibt es keinen politischen Einwand, kann der Papst den Erzbischof ernennen.

    Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, begrüßten Woelkis Wahl. Er bringe eine «reiche pastorale Erfahrung» mit, sagte Zollitsch. Als «Hauptstadtbischof» werde es eine besondere Herausforderung sein, den Glauben in einem säkularisierten Umfeld zu vermitteln.
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#4 w. kretschmannAnonym
#5 MinkAnonym
#6 Peter BAnonym
  • 03.07.2011, 16:28h
  • Gibt es hier bald die Liste der "10 most wanted Homofeinde"? Leider eine sehr polemische BILD-Überschrift.

    Dass der Papst Konservative bevorzugt ist ja nichts neues, die Ernennung überrascht mich daher gar nicht.
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#7 GastGastGastAnonym
  • 03.07.2011, 16:53h
  • Der Tagesschau wars gestern einen Bericht wert. Dagegen wurde der CSD nur als Anhängsel nach einen Frauenfußbal-WM-Bericht erwähnt. Schade, wie hier die Pioritäten gesetz wurden.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 Lapushka
  • 03.07.2011, 17:15h
  • Ich hab mal eine Genderstudies-Vorlesung besucht und die Dozentin sah genauso aus wie der.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil