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Der Freiburger OB Dieter Salomon (Grüne) macht sich im Interview lustig über die Proteste, die auch in seiner Stadt gegen den Papstbesuch geplant sind. Gegenüber - natürlich - der Katholischen Nachrichtenagentur witzelte er über Bürger, die in seiner Stadt gegen die Menschenrechtspolitik von Benedikt XVI. protestieren wollen: "In Freiburg gibt es immer an allem Kritik, man kann keinen Zebrastreifen ohne Widerspruch einrichten", so Salomon.

Ist der Protest gegen den Papst, der Homosexuelle generell als Sünder verdammt, wirklich das Gleiche wie der Streit um einen Fußgängerübergang? Wir hätten gerne dazu den Oberbürgermeister befragt, doch sein persönlicher Referent machte uns nach mehreren Anfragen klar, dass Salomon nicht mit einer schwulen Publikation über dieses Thema reden will. Immerhin sei der Bürgermeister der "gesamten Stadt" verpflichtet und arbeite bislang gut mit der Kirche zusammen, die etwa Kindergärten betreibe. Dass der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in einem Interview die Kirche in der Homo-Frage zum Umdenken aufgefordert hatte, sei lediglich auf seine "persönliche Betroffenheit" zurückzuführen. Offenbar kann man den Einsatz für schwul-lesbische Rechte aber nicht in diesem Maße von einem heterosexuell Verheirateten erwarten.

Zwar sei es klar, dass Salomon nicht in allen Fragen mit der Kirche übereinstimme. Sie mische sich aber nicht in die Stadtpolitik ein, etwa als Salomon das Standesamt als Eintragungsort für eingetragene Lebenspartnerschaften eingeführt hatte. Aber auch dazu will der grüne OB keinen Kommentar abgeben - man spucke sich ja gegenseitig nicht in die Suppe, formuliert der Referent den Nichtangriffspakt. Dabei mischt sich Papst Benedikt XVI. andauernd in die Politik anderer Länder ein - etwa als er Anfang des Jahres Aufklärungsunterricht an europäischen Schulen als direkten Angriff auf die katholische Lehre bezeichnete (queer.de berichtete).

Salomons Nicheinmischungsdoktrin trifft übrigens nicht auf alle Themen zu, insbesondere wenn es um den grünen Markenkern geht: So kritisierte er erst heute wieder Frankreich für seine Atompolitik. Beim Vatikan steckt er aber den Kopf in den Sand. (dk)

(Bild: boellstiftung / flickr / cc by-sa 2.0)



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#1 FjölnirAnonym
  • 05.07.2011, 15:08h
  • Pfui, da sieht man, das sich die Grünen und ihre Vertreter mehr und mehr zu einer neuen konservativen Partei entwickelt haben.
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#2 FloAnonym
  • 05.07.2011, 15:20h
  • "Der Freiburger OB Dieter Salomon (Grüne) macht sich im Interview lustig über die Proteste, die auch in seiner Stadt gegen den Papstbesuch geplant sind. "

    Zuerst Boris Palmer und jetzt der nächste Grüne, der sich einen Dreck um Grundrechte kümmert.

    Vielleicht brauchen die Grünen mal eine Lektion, um solche Leute endlich mal auszuschließen...
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#3 ThéâtreDuSoleilAnonym
  • 05.07.2011, 15:27h
  • "..., doch sein persönlicher Referent machte uns nach mehreren Anfragen klar, dass Salomon nicht mit einer schwulen Publikation über dieses Thema reden will."

    "Die Grünen bilden das neue Kleinbürgertum (…) Sie werden Notverordnungen zustimmen und in ihren Vierteln die Nachbarn milde, aber apodiktisch darauf aufmerksam machen, dass sie nach falscher Ernährung aussehen, Müll in die falsche Tonne gesteckt haben und noch immer keine Kinder haben."

    "Als Lachnummer gesetzt ist dagegen "Des Bürgermeisters täglich Brot" – dem nicht etwa der Alltag des Freiburger OB Dieter Salomon, sondern ein Gespräch mit dem Tübinger OB Boris Palmer zugrunde liegt, der auf der Bühne mit Louis-XIV-Perrücke vor einer Menge Speichellecker Hof hält."

    Solche Äußerungen, die einen antidemokratischen, fundamentalistischen Kern im grünen Denken freilegen, könnten Anlass zum Nachdenken auf einer Metaebene geben.

    Das Freiburger Stadtoberhaupt hatte zu diesem Zeitpunkt längst das Theater verlassen. Bis zur Pause hielt es Salomon im vertraut-unvertrauten Umfeld aus; dann verließ er den ihm fremden Ort."

    www.badische-zeitung.de/theater-rezensionen/die-gruenen-im-t
    heater-freiburg-buehne-frei-fuer-eine-partei--46355406.html
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#4 eMANcipation*Anonym
  • 05.07.2011, 15:28h
  • Tja, willkommen in der Realität.

    Und wer hat sich bis jetzt gemeldet, seitdem ich hier neulich fragte, WER WO vor Ort eine lokale Initiative für die gemeinsame Fahrt nach Berlin zur Großdemo unterstützt bzw. selbst ins Leben ruft?

    Warum ermöglicht eine Plattform wie queer.de nicht an einer für alle LeserInnen wahrnehmbaren Stelle eine solche Koordination und Vernetzung lokaler Initiativen und Gruppen?

    Also, spart euch die Beschwerden!

    SO ändern wir definitiv NICHTS!
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#5 MarekAnonym
  • 05.07.2011, 15:31h
  • Antwort auf #2 von Flo
  • "Zuerst Boris Palmer und jetzt der nächste Grüne, der sich einen Dreck um Grundrechte kümmert."

    Die baden-württembergischen Grünen sind nicht mehr zu retten. Die waren immer schon die Erzkonservativen unter den Grünen.

    Die haben eine Lektion drigend verdient...
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#6 julian21
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 GayUserAnonym
  • 05.07.2011, 16:51h
  • Wundert das wen?

    Umweltpolitische Themen liegen mir durchaus am Herzen, nur findet sich dafür bei den Grünen keine Heimat.

    Nach näherer Beschäftigung mit dem grünen Parteivolk (den Personen, nicht den Programmen) ließ sich in vielen Fällen feststellen, daß grünes Handeln weit häufiger auf esoterischem Glauben, den auf wissenschaftlicher Erkenntnis beruht.

    So verwundert die Haltung des OB nicht wirklich, werden doch der esoterische Glaube an die Wirksamkeit von Bach-Blüten-Tinkturen und der christliche Glaube an Lourdessches Wasser aus der selben Quelle gespeist...
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#9 alexander
  • 05.07.2011, 17:01h
  • Antwort auf #6 von julian21
  • irrtum, das haben sie zuletzt mit schröder schon bewiesen !!!
    aber das zu beuteilen, bist du noch zu jung !
    man muss die grüne entwicklung schon von anfang an kennen, um ihren schlingerkurs, je nach verantwortung, zu beurteilen.
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#10 stephan
  • 05.07.2011, 17:53h
  • So langsam wird es in meinem Herzen eng für die Grünen. Mir war bisher nicht klar, welch undifferenziert denkende Dummschwätzer, die in ihrem Führungspersonal haben!

    Ich frage mich auch, was solch platte Äußerungen denn sollen. Wenn jemand nicht sieht, wie beleidigend die vatikanischen und sonstigen kirchlichen Äußerungen von röm.-kath. Seite für LGBTs sind, ist derjenige entweder blöd oder völlig unsensibel.

    "lediglich auf seine "persönliche Betroffenheit" zurückzuführen" - soweit ist der Egozentrismus also schon? Da muss ich mich denn auch mal schnell besinnen, wo ich mich über engagiere und engagiert habe, wo es mich selber gar nicht betraf! Mann - bin ich blöd, dass ich soviel Zeit mit AH und ai 'vertan' habe ... und ich dachte immer, die Sache mit dem Bürgerengagement sei von den Politikern ernst gemeint !
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